Der Dwarslöper

Am Anfang war die Flaschenpost. Skurrile Gedanken und Meinungen. Geschüttelt. Nicht gerührt.

Offene Worte an Herrn Steinmeier

Sehr geehrter Herr ,

ich habe lange überlegt, ob ich mich zum Thema -Krise überhaupt noch einmal äußern soll. Schließlich bin ich ja nur ein kleiner Blogger und kein Qualitätsjournalist, geschweige ein Politiker. Und deshalb in den Augen dieser Gruppen sicherlich völlig ungeeignet, eine Stellungnahme zu diesem Problem abzugeben.

Mit Verlaub: das ist mir völlig wurscht. Ich habe im Laufe meines Lebens, dass schon einige Jahre währt, soviele politische Krisen erlebt. Ängste ausgestanden und jedesmal gezittert, mal mehr, mal weniger, ob es zum großen Knall zwischen Ost und West kommen wird.

Ich gehöre zu der Generation Menschen, die in der Nachkriegszeit aufgewachsen sind. Wenn ich als Kind, geprägt von den Flucht- und Kriegserlebnissen der Eltern, nur das Wort Bombe hörte, bebte ich schon am ganzen Leib. Da nutzte es auch nichts, wenn mein Vater mir erklärte, dass die Bomben ja nur in Ägypten fielen, Stichwort: Suezkrise, und uns nichts passieren würde. Zur Zeiten des Mauerbaus und später bei der Kuba-Krise war es mir schier unmöglich, mich in der Schule auf den Unterricht zu konzentrieren, geschweige denn Nachts richtig zu schlafen. Ich denke, diese und weitere Erlebnisse haben mich geprägt, und mich auch dazu gebracht, mich schon früh mit politischen Themen auseinander zu setzen.

Daher betrachte ich mich sehr wohl dazu geeignet, auch zu der derzeitigen Krise zu äußern.

Für mich sieht es so aus, dass diese, ohne Not, unter tätiger Hilfe der und der vom Zaune gebrochen wurde. Unter Ausnutzung der Unzufriedenheit der ukrainischen Bevölkerung wurde ein Konflikt angeschoben, dessen Ausmaße noch nicht abzusehen sind. Und kommen Sie mir jetzt bitte nicht mit dem Argument, sei derjenige, der an allem schuld sei. Ich halte diese Mann wahrlich nicht für einen Chorknaben. Aber niemand kann so naiv sein zu glauben, dass sich ein Mann wie , verzeihen Sie meinen drastischen Ausdruck , ungestraft permanent vor die Haustür scheissen lässt.

Was die EU und die Nato seit Jahren mit ihrem Ausdehungsversuch gen Osten, der Aufstellung von Raketen in Teilen des lt. Mr. neuen Europas, sprich in Polen, Tschechien und den baltischen Staaten seit Jahren versucht. Noch einmal: kann man wirklich so naiv sein. Wenn Sie glauben, diese Reaktion der Russen wäre nicht vorher zusehen gewesen, disqualifizieren Sie sich selbst in Ihrem Amt.

Eigentlich hat es micht gewundert, dass Putin überhaupt solange still gehalten hat. Und sich erst meldete, nachdem Janukowitsch, mit dem Sie kurz zuvor ein Abkommen unterschrieben hatten, von vermummten Regierungsgegner unter Drohungen zur Aufgabe seines Amtes gezwungen wurde, eine neue, nicht gewählte Regierung sich etablierte und er um seine Interessen auf der Krim fürchten musste.

Apropos Vermummte. Heute wird Putin vorgeworfen, er übe keinen Druck auf die vermummten Separatisten in der Ost-Ukraine aus. Immer wieder wird unterstellt, bei denen handele es sich ohnehin nur um verkleidete russische Spezialeinheiten.

Kurze Frage an Sie, Herr Steinmeier: Wo waren Sie eigentlich, als die vermummten Radikalen des Maidan, von denen man ebenfalls nicht wusste, wer dahinter steckt, die Drohungen gegen Janukowitsch aussprachen. Sie hatten ein Abkommen mit dem Mann unterzeichnet. Warum übten Sie, bzw. Ihre westlich Kollegen keinen Druck auf diese Radikalen aus, die zu neuer Gewalt bereit waren. Warum schauten Sie tatenlos zu?

Empfinden Sie es nicht als Heuchelei, Putin heute vorzuwerfen, er würde nicht zur Deeskalation beitragen, wenn er nicht, nach dem Abkommen von Genf, seinen Einfluss auf die Separatisten in der Ost-Ukraine geltend mache?

Nochmal die Frage: Wo war ihre Deeskalationsbereitschaft und Ihre Bereitschaft, auf die Radikalen auf dem Maidan Einfluss zu nehmen?

Ich nehme mal an, Sie werden jetzt antworten: „Wir hatten keinen Einfluss auf diese Leute. Das war eine innerukrainische Angelegenheit. Da durften wir uns nicht einmischen.“

Ich werde Ihnen jetzt mal sagen, ich kleiner Blogger, wie ich das sehen. Sie haben sich bereits eingemischt. Und zwar nicht erst seit der Unterzeichnung des Abkommens mit Janukowitsch. Sie waren geradezu dazu verpflichtet, dafür zu sorgen, dass dieses Abkommen eingehalten wurde. Sie haben sich mitschuldig gemacht an dem, was in der Ukraine gerade passiert.

Sie, unsere gesamte Regierung, die EU, die USA, die in diesem Augenblick alle tatenlos zugesehen haben. Und heute mit den Finger auf Russland als Verursacher der Krise zeigen.

Nein, Herr Steinmeier. So leicht kann man Sie und alle anderen Beteiligten nicht aus der Verantwortung entlassen. Den Schuh werden Sie sich anziehen müssen. Früher oder später.

Die Geschichte wird es zeigen.

Ach, bevor ich es vergesse. Die Krise ist ja doch noch zu etwas gut. Endlich kann die Nato sich nach Osten ausweiten, ohne auf die Befindlichkeiten Russlands Rücksicht nehmen zu müssen.

Denn eins haben wir doch, unter tätiger Mithilfe der „sogenannten Qualitätsjournalisten- und -medien“ in den letzten Monaten gelernt:

Der Russe steht wieder vor der Tür. Und dem gilt es, Einhalt zu gebieten. Koste es, was es wolle.

Zur Not auch den Frieden.

In diesem Sinne

Dauni Dwarslöper

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