Der Dwarslöper

Am Anfang war die Flaschenpost. Skurrile Gedanken und Meinungen. Geschüttelt. Nicht gerührt.

Düsseldorf, München, Bamberg – Terrorwarnungen reloaded?

Es ist mal wieder soweit. Es ist Herbst und wie jedes Jahr um diese Zeit häufen sich die Warnungen vor Anschlägen. Nun gut, nicht so direkt diesmal. Unser aller Innenminister ist noch anderweitig beschäftigt seit der Wahl.

Der Gutste tanzt vorübergehend auf mehreren Hochzeiten. Da Ilse Aigner, die sich bis jetzt bis an den Rand der Selbstaufopferung für die Verbraucher eingesetzt hat, ihre Kompetenz nun in Bayern einbringt, muss sich Friedrich, neben seinem Job als Terroristenvergrauler, ab sofort noch um das Ministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Verbraucherschutz kümmern. Sicher nimmt er letzteren ebenso fürsorglich wahr wie den Datenschutz. Sehet, herrliche Zeiten werden anbrechen in Teutschland. Keine terroristischen Anschläge mehr durch Pferdefleisch in der Lasagne, keine Pestizide mehr im Gemüse, keine Massentierhaltung. Sehet und jubelt, Halleluja…

Ähm, ich merke gerade, ich habe mich ein wenig verplaudert. Eigentlich wollte ich ein ganz anderes Thema ansprechen. Ach ja, jetzt fällt es mir wieder ein. Terroranschlagswarnungen. Worauf ich eigentlich hinaus wollte. Es gibt sie in diesem Herbst nicht in gewohnter Form, weil: siehe meine Ausführungen zuvor.

Deshalb müssen wir uns zur Zeit mit der abgegspeckten Version zufrieden geben. Im Augenblick gibt es allenthalben Warnungen vor herren- und damenlosen Gepäckstücken an Bahnhöfen und Flughäfen. Wie vor einigen Tagen im Flughafen Düsseldorf. Da trieb sich ein Koffer herum, der keinem gehörte und höchst verdächtig aus der Wäsche guckte. Flugs wurde der Flughafen gesperrt, Flüge gestrichen oder umgeleitet. Alles zur Sicherheit der Passagiere, denn man weisset ja nit…Könnte ja sein dass..

Apropos Sicherheit der Passagiere: gleichzeitig erschienen in den Qualitätsmedien Berichte darüber, dass überlastete Piloten in Cockpits auch schon mal einschlafen. Das hört jeder gerne.

Kaum dass die Nachricht aus Düsseldorf Schnee von gestern war, wurde drei Tage später der Münchner Hauptbahnhof dichtgemacht, ebenfalls wegen zwei heimatlosen Koffern, die sich heimtückisch in einem Schließfach versteckt hatten. Ein Sprengstoffhund  hatte vor diesem angeschlagen, und aus Sicherheitsgründen wurde…siehe Flughafen Düsseldorf.

Und heute nun ein Szenario des Schreckens in Bamberg: ein sich verdächtig verhaltender Gegenstand, diesmal eine Tasche, wurde in der Nähe des Bahnhhofs entdeckt. Seriösen Medienberichten zufolge soll er mit einem Notizzettel folgendes Wortlautes  behaftet sein: „ICH BIN EINE BOMBE“

Das kann einem ja schon einen Schrecken einjagen. Ich kenne das von meinem Browser. Der teilt mir beim Schließen auch immer mit: „In soundsoviel Sekunden wird sich Opera beenden.“ Und jedesmal wenn diese Meldung erscheint, klicke ich sofort auf beenden, weil ich immer an diese Agentenfilme denken muss, in denen sich irgenwelche Mitteilungen nach einer kurzen Vorwarnung plötzlich selbst zerstören. Wer will das schon? Vor allem, wenn es sich um seinen Browser handelt. Firefox ist ja auch nicht mehr das, was es mal war und den Internet Explorer kannste ohnehin in Gulli treten.

Wo war ich stehen geblieben?  Ach ja. In Bamberg.

Mittlerweile hat sich nicht nur hier eine völlig neue Sachlage ergeben. Das Täschchen in Bamberg ist völlig harmlos und enthält keinen Sprengstoff. Ebenso wie der Koffer in München.   Hier hatte der Sprengstoffhund (welch  ein Wort: – „Hasso mach Platz – bumm“ ) auf stark riechende Kosmetik-Artikel angeschlagen und die kurzerhand für gefährlich erklärt.

Das kann ich sogar verstehen. Mir geht das so ähnlich, wenn ich in Kaufhäusern von irgendwelchen Kosmetikdamen angehalten werde mit der Frage: „Darf ich Ihnen mal…“  

Im Düsseldorf glaubte man ja, den ganz großen Fang gemacht zu haben. Nachdem sicher war, dass es sich nicht um Sprengstoff handelt, vermutete man einen großen Drogenfund.  Dieser entpuppte sich dann allerdings als Tüten mit Mehl, Zimt und Speisestärke.  Daraus kann man viele leckere Sachen backen und benötigt dazu nicht einmal dieses gefährliche Backpulver.

Wenn ich es mir jetzt so recht überlege, sollte man diese Geschehnisse vielleicht doch nicht auf die leichte Schulter nehmen und nur als Panikmache zur Einschüchterung des gemeinen Bürgers abtun, wozu ich zunächste neigte.

Vielleicht steckt doch mehr dahinter und es handelt sich um ganz gewiefte islamistische . Ich stelle einmal eine ganz gewagte Theorie auf, eher zwei:

1. Die Terroristen wollen die Polizei nur testen und sehen, wie lange die brauchen, um festzustellen: „War nix. Aktion abblasen.“ In der Hoffnung, dass sich in Zukunft niemand mehr um verloren herumstehende Gepäckstücke kümmert, weil „ist ja eh nur Mehl drin“. Irgendwann gibt es dann den großen Knall, weil eben kein Mehl drin war.

2. Die Terroristen haben entdeckt, dass man mit ganz simplen Mitteln den Verkehr lahm legen und erhebliche finanzielle Schäden verursachen kann. Und wo ist ein Staat bzw. eine Wirtschaft besser zu packen als beim Geld. Dagegen sind Menschenleben doch nur Kollateralschäden.

Was können wir nun alle dagegen tun? Ganz einfach: wenn bei euch im Supermarkt ein bärtiger Mann mit aussergewöhnlicher Kleidung Mengen von Mehl, Zimt und Speisestärke kauft, ruft sofort die Polizei. Damit könnt ihr Schlimmeres verhindern.

Und nein, ich habe mich nicht von der Terrorhysterie unseres IM anstecken lassen.

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