Der Dwarslöper

Am Anfang war die Flaschenpost. Skurrile Gedanken und Meinungen. Geschüttelt. Nicht gerührt.

Räder müssen rollen für den Sieg

Bevor ihr nun alle runde Augen bekommt und vermutet, ich wäre ins rechte Lager abgedriftet: dem ist nicht so, trotz der Parole. Wobei ich mal vermute, dass nur die Älteren von uns wissen, wo der Spruch überhaupt herkommt. Aber egal.

Der Anlass, diese Überschrift zu wählen ist schnell erklärt. Es soll ja Politiker und ebensolche -innen geben, die auf jeden Zug aufspringen, um ihre Popularität beim Wahlvolk zu erhöhen. Dafür ist jedes Mittel recht, sei es noch so dämlich oder geschmacklos. Ein besonder gutes Beispiel dafür lieferte jüngst Frau Doris Schröder ich bestehe auf Doppelnamen-Köpf. Wie, ihr wisst nicht mehr wer das ist. Na, die Doris, die Frau vom Basta-Kanzler Gerhard und Erfinderin des für Hunde. Klingelt es jetzt bei euch?

Genau. Diese Doris ist ja seit neuestem SPD-Landtagskandidatin in Niedersachsen. Natürlich nur wegen ihrer unbestreitbaren politischen Qualitäten und Erfahrungen mit den Mächtigen dieser Welt. Schließlich hat sie schon persönlich mit Weihnachtsgeschenke getauscht. Da konnte ihre Widersacherin Konkurrentin in der eigenen Partei natürlich nicht gegenan stinken. Die hat sich zwar vermutlich jahrelang für die Partei den diesbezüglichen aufgerissen, ist aber trotzdem hinten runter gefallen bei der Wahl. Kein Promibonus. C’est la vie.

Ich vermute mal, die hätte sich eben auch nicht in einen Rollstuhl gezwängt wie jetzt die Doris und wäre damit durch Hannover gefahren. Natürlich nur, um einmal persönlich zu testen, wie behindertengerecht- und freundlich unsere Stadt, und nicht nur diese, gestaltet ist. Medienwirksam kurvte sie durch enge Passagen, mühte sich mit Bordsteinkanten ab und war mit den Schwierigkeiten konfrontiert, die es bereitet, als Rollstuhlfahrer in öffentliche Verkehrsmittel zu kommen. Im Schlepptau die Pressefotografen, die dieses Ereigniss im Bild festhalten und damit dem Bürger vermitteln: seht her, hier ist jemand, der sich wirklich kümmert. Und zu der Erkenntnis kommt:

Die Politik muss das Bewusstsein für Barrierefreiheit verschärfen. Mit dem demografischen Wandel steigt die Zahl der Menschen mit Handicap.“

BLA,BLA, BLA. Das Politikergeschwätz beherrscht dat Doris auf jeden Fall schon hervorragend.

Nun werde ich mal ganz persönlich:

Liebe Doris: Um festzustellen, wie beschissen es für Behinderte in diesem Land immer noch zu geht muss ich mich nicht in einen Rollstuhl setzen. Ich muss nur mit offenen Augen durch die Stadt bwz. durch die Welt gehen. Und hinschauen. Dazu muss ich aber heraus aus meinem Wolkenkuckuckusheim in der priviligerten Wohnlage und micht mit meinen Hintern unter die weniger begüterten, sprich unter das normalen Wahlvolk, bewegen.

Dann fährst du am besten auch mal in andere Länder, wie in die skandinavischen oder in die Niederlande und schaust dich dort mal um, wie man mit behinderten Menschen, Kranken, Alten und Kindern umgeht. Die sind dort nämlich ein selbstverständlicher Teil der Gesellschaft, für den gesorgt wird. Auch wenn sie nicht dem Wirtschaftsfaktor „Arbeit“ angehören.

So, und wenn du das alles machtest, dann würde ich dir abnehmen, dass es dich wirklich interessiert, wie es diesen Menschen geht. Aber bis dahin bleibst du in meinen Augen nur eine Ex-Kanzlergattin, die sich als Politikerin profilieren will. Auf Deubel komm raus.

Basta.

Verwandte Artikel

Ein Kommentar

  1. „Räder müsssen rollen für Sieg“ –

    hinter vorgehaltener Hand wurde ergänzt: …….
    und Kinderwagen für den nächsten Krieg !

Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien: