Man höre und staune. Die niedersächsische CDU ist in Sorge wegen der Affäre um Wulff. Ei der tausend, schiesst es mir beim Lesen dieser Schlagzeile der HAZ durch den Kopf. Es gibt also wirklich Leute in dieser Partei, die es für unanständig halten, dass Politiker sich ungeniert von Unternehmern schmieren lassen, ähm, sorry, die allzu engen Kontakt mit Leuten wie Maschmeyer u.ä. pflegen.
Träum ich oder wach ich, frage ich mich gerade, als ich schlagartig in die Realität zurückkatapultiert werde. Beim Lesen des Artikels wird mir klar, dass es diesen Schweinepriestern keinesweg um sowas wie Anstand, Moral und Vorbildfunktion geht sondern lediglich darum, dass
Zitat
Wulffs Probleme der Partei im beginnenden Landtagswahlkampf schaden könnte.
Mit anderen Worten: es ist völlig wurscht, dass die viel gepriesene und hochgehaltene Würde des Amtes durch Wulffs Verhalten beschädigt und dem braven Bürger wieder einmal der Mittelfinger gezeigt wird nach dem Motto: man muss nur mit den richtigen Leuten kungeln, dann kommt man auch zu was. Nö, die zittern um die Wahl. Ich kleines Dummchen, wie konnte ich nur etwas anderes denken.
Und während ich diese Zeilen schreibe, schickt sich der erste Mann im Staate, seines Zeichens Lieblingschwiegersohn sämtlicher treudoofer Hausfrauen, an, den Bürgern zu erklären, dass er nicht daran denkt, sein Amt zur Verfügung zu stellen.
Er ist sich keiner Schuld bewusst, hat gegen kein Gesetz verstoßen, als er verbilligte Kredite in Anspruch nahm und außerdem ist er gerne Bundespräsident, weil es ihm nämlich Spaß macht. Na, wenn das kein Grund ist.
Außerdem, jetzt interpretiere ich die Rede mal mit meinen schlichten Worten:
sehe ich ein, das es total bescheuert war, dass ich versucht habe, die Pressefreiheit ein wenig einzuschränken. Ausgerechnet bei der BILD Zeitung. Ich hätte doch wissen müssen, dass mich die Springermischpoke am ausgstreckten Arm verhungern lassen kann, wenn sie will.
Vor allen Dingen ist es blöd, dass die Öffentlichkeit davon erfahren hat. Dumm gelaufen. Aber schließlich habe ich mich doch entschuldigt dafür. So wie es der Guttenberg auch getan hat. Das muss reichen. Macht also nicht so ein Gewese. Ich bin der Präsident, und werde es auch bleiben. Ob es euch passt oder nicht und sofern mich der Springerkonzern lässt.
Im übrigen geht es geht euch einen Scheissdreck an, welche Freunde ich habe und wie oft ich mich von denen aushalten lasse. Sind ja schließlich meine Freunde. Und Freunde sind privat. Basta. Ende der Diskussion.
So, und nun könnt ihr mich mal.


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6, 1, 2012 um 14:00 Uhr
Mal abgesehen davon, das der Gutti bekantermaßen dann doch zurückgetreten ist (wenigstens das), heist es doch, man kann alles machen, man darf sich nur nicht erwischen lassen.
Und wenn man dann erwischt wird, haben dann natürlich die Aufklärer daran Schuld. Also, bei Politiker die Medien, beim US-Militär der Gefreite Manning und wenn ein Bankräuber verurteilt wird, dann nicht auf Grund der Tatsache das er eine Bank überfallen, sondern weil die Poizei ihn erwischt hat.