Der Dwarslöper

Am Anfang war die Flaschenpost. Skurrile Gedanken und Meinungen. Geschüttelt. Nicht gerührt.

Neues von der Schweinefront: Dioxin wegmästen

Vor lauter Geschreibsel und Getöse über unseren Herrn Baron und die ihm untergeordnete Bundeswehr gerät die Futtermittelpanscherei ein wenig aus dem Fokus. Schließlich brauchen unsere Medien täglich neue Muniton in Form von aktuellen Schlagzeilen und Aufregern.

Dazu ist so eine 5zeilige poppelige Meldung auf Seite 1, wie heute in meinem geliebten Provinzblättchen, dass dioxinbelastete Schweine in Handel kommen sollen, nur noch bedingt geeignet.

Auf Seite 21 bekommt der kritische Leser, der auf diese Meldung mit einem „Hä?“ reagiert, die Erklärung.

Zitat HAZ:

Das niedersächsische Landwirtschaftsministerium , der Kreis Verden und das Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit haben sich darauf verständigt, die Schweine wieder mit unbelastetem Futter mästen zu lassen. Dabei sollen die Tiere in den nächsten Wochen so viel Fett aufbauen, bis der Dioxingehalt in ihrem Fleisch unterhalb des erlaubten Grenzwertes liegen und sie wieder marktfähtig sind….

Klasse Idee, wirklich. Ich tippe allerdings darauf, dass die überhaupt nicht von den oben genannten Institutionen stammt. Die Futtermittelllobbyisten haben, wenn mach mich fragt, einfach die Anregung der Landwirtschaftsilse aufgegriffen und eigene Vorschläge eingebracht.

Schließlich werden mit der Lösung gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Zum einen kann weiterhin, versehentlich natürlich, verseuchtes Futtermittel in Umlauf gebracht und damit Kohle gemacht werden.

Das ist aber gar nicht weiter schlimm. Die Mastbetriebe und Bäuerlein müssen anschließend beim selben Lieferanten nur größere Mengen unbelastetes Futter abnehmen und das wegmästen. Kontrollen der Futtermittel können wegfallen, das spart Kosten, weil die Dicke des Schweines ein Garant für gutes Fleisch ist. Endziel: Nochmehr Kohle abgreifen erreicht. Im weitesten Sinne vornehm umschrieben mit dem Begriff: Gewinnmaximierung.

Toll! So einfach kann freie Marktwirtschaft sein. Man muss die Unternehmen nur lassen.

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Ein Kommentar

  1. OT aber dennoch ganz wichtig, weil gerade davon erfahren: Gute Besserung! 🙂

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