Seit Wochen warte ich auf den Handwerker. Nach mehrmaligen zunächst höflichen Nachfragen bei der Firma, wann ich mit dem Erscheinen des Mannes, nein, es handelt sich nicht um Jesus, rechnen kann wird mir vorgestern zugesichert, er würde heute hier aufschlagen.
Und siehe da: pünktlich um kurz nach zehn erscheint der Betreffende.
” Moin, Herr Dingens, jetzt kann es ja endlich losgehen. ”
Er guckt verdutzt. ” Wie, losgehen?”
” Naja, diese Teile müssen doch an die Wand. Die sollen doch heute angbracht werden”
Wieder dummguck.: ” Heute?”
” Ja, heute. Ist vor zwei Tagen mit ihrem Chef besprochen worden.”
Herr Dingens: “Aber wir müssen doch erst mal sehen, wo die hinsollen.”
“Genau. ”
” Na, dann hole ich die mal aus dem Wagen.”
Sprichts, geht zum Auto und holt die Gegenstände.
Gesagt, getan. Losgeschlappt, sich darüber geeinigt, wo was angeschraubt wird. Wir verabschieden uns, ich mache mich davon.
Minuten später. Ich werfe einen Blick aus dem Fenster, um zu sehen, ob es noch regnet. Bemerke, dass des Handwerkers Wagen verschwunden ist. Denke, naja. Wird wohl nicht die passenden Schrauben haben, oder vielleicht fehlen auch Dübel. Oder die Bohrmaschine. Kennt man ja.
Regen hat aufgehört, gehe einkaufen. Stelle bei Rückkehr nach fast zwei Stunden fest: nichts von dem, was ich erwartet hätte, dass es dort hinge, wo es hin sollte, hängt an dem Ort.
Spüre leicht aufkeimenden Wutanfall. Beruhige mich mit: dauert vielleicht etwas länger mit dem Besorgen der fehlenden Teile…..
Rufe Firma an, weil mir noch etwas eingefallen ist, denke, passt ja, Herr Dingens kommt ja ohnehin wieder und bitte um seinen Rückruf.
Telefon klingt nach kurzer Zeit:
“Ja, hier Firma P. Habe Herr Dinges gerade erreicht. Da muß wohl ein Missverständnis vorliegen, meint er. Die Teile werden erst nächste Woche an die Wand geschraubt. ”
“Wie, nächste Woche? Es war doch alles besprochen.”
” Ja, das schon. Aber angebracht wird es erst nächste Woche. Herr Dingens hat gesagt, sie hätten sich doch auch schon verabschiedet….”
Schneller als gedacht platzt mir der Kragen:
“Natürlich haben wir uns verabschiedet. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass ich daneben stehen soll um zu zugucken, wie sechzehn kleine Bohrlöcher gebohrt werden, um diese läppischen Dinger anzuschrauben. Vielleicht hätte ich ja auch noch Hand führen müssen. Und natürlich bin ich davon ausgegangen, wenn man vier anzubringende Teile unter dem Arm hat, dass die dann angebracht werden. ”
Firma P. auf der anderen Seite des Telefons : ” Das tut mir leid. Aber heute geht das wirklich nicht mehr. Herr Dingens ist schon auf einer anderen Anlage.” Verabschiedung. Gespräch beendet.
Es dauert noch eine Weile, bis ich aufhöre, vor Zorn über soviel Dämmlichkeit im Cárre zu springen und mich an den PC zu setze, um diesen Eintrag zu schreiben.
Nu’ warte ich darauf, was nächste Mittwoch passiert.
Nachsatz: Im allgemeinen erledige ich solche Sachen selbst, meine Bohrmaschine und ich haben eine innige Verbindung. Nur diesmal geht es nicht um eine private Angelegenheit, sondern sie betrifft die gesamte Wohnanlage.
Blöderweise habe ich mich bereit erklärt, mich um den Handwerker zu kümmern. Das hat man nur davon.
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