Nachdem unsere Bundesangie sich jahrelang durchlavierte und immer erst abwartete, wohin bei Problemen die Reise ging, um dann auf den Zug aufzuspringen und sich anschließend feiern zu lassen, vollzieht sie jetzt eine Kehrtwende. Sie kehrt die Macherin herraus, krempelt die Ärmel hoch und demonstriert Stärke zum Wohle des deutschen Vaterlandes.
STOP!
Von dieser Stelle an beginne ich eine Geschichte zu erzählen:
Wir schreiben das Jahr 2010 n.Chr. Das ganze Land stöhnt unter den Lasten der Schulden, die eine unfähige Meute von Politikern aller Parteien, immer auf die nächsten Wahlen schielend, jahrzehntelang angehäuft hat. Das Geld reicht nicht hinten noch vorne. Alle werden geschröpft, müssen kürzer treten, den berühmten Gürtel enger schnallen.
Alle? Nein! Eine geldgierige Clique von Lobbyisten der Energiewirtschaft, der Pharmaindustrie, der Banken, sie alle aufzuführen sprengt den Rahmen dieser Geschichte, leistet erbittert und erfolgreich Widerstand.
Während die Sozialleistungen und Ausgaben für Bildung gekürzt, HartzIV Empfänger mit einer Schnäppchen-Erhöhung von 5,00 Euro abgespeist werden, bedienen sich sich die wirklichen Schmarotzer dieser Gesellschaft schamlos aus dem großen Geldtopf. Ihre schärfste Waffe dabei ist die Drohung mit dem Verlust der Arbeitsplätze.
Aber sicher nicht nur aus diesem Grund ist es ihnen gelungen, sich die Regierung gefügig zu machen.
Unter dem Mäntelchen, nur das Beste für das Land zu wollen, handeln die Bundesangie und ihre Spießgesellen einen Deal nach dem anderen mit der wirklichen Macht im Staat aus. Entschlossen und mit kühnen Blick erklärt sie, sich von nun an erst recht einen Dreck darum zu scheren, was die Menschen da draussen wollen. Dieser lästige Pöbel in Stutgart zum Beispiel, der nicht einsehen will, dass es ganz toll ist, einen unterirdischen Bahnhof zu haben. Schließlich müssen die Räder rollen für den Gewinn der Deutschen Bahn:
Deutschland muß zeigen, daß wir zuverlässig sind und Kurs halten. Man könne in Europa nicht zusammenarbeiten, wenn man seine Politik danach ausrichte, wie viele Menschen gerade auf der Straße stehen.
Im Klartext gesprochen, auch für die bildungsfernen Schichten, die einer gehobeneren Sprache nicht mächtig sind, weil sie vom vielen Fernsehen gucken und Bier saufen eh nur blöd in der Birne sind:
Ihr könnt euch einen Wolf demonstrieren, Petitionen einreichen, Unterschriften sammeln wie es euch beliebt, wir machen, was wir wollen. Und wenn es uns zu bunt wird mit euren Demos, weil ihr vielleicht auf den Gedanken kommt plötzlich lauthals “Wir sind das Volk” zu schreien und euch anderweitig zu radikaliseren (immerhin steht im Grundgesetz, alle Gewalt geht vom Volke aus, und das bedeutet ansich schon eine Bedrohung) müssen wir zu anderen Mitteln greifen. Unsere Bundeswehr kann nicht nur in Afghanistan Hilfe leisten…...
Spricht’s und enteilt in die sicheren Gefilden zu ihren Beschützern vom BDI, um dort flugs den notleidenden Unternehmen, immerhin erwartet die deutsche Industrie im kommenden Jahr wieder ein etwas geringeres Wirtschaftswachstum als 2010, eine Verringerung der Belastung durch die Ökosteuer in Aussicht zu stellen. Wieder nur zum besten des Landes:
«Es ist nicht unser Ansinnen, die guten Arbeitsmarktzahlen zu verschlechtern, indem wir an dieser Stelle etwas tun, was Arbeitsplätze kostet.»
Oh Herr, so möchte man sprechen. Wer’s glaubt, wird selig. Sicher hat sie sich auch die Warnungen des Präsidenten des Industrieverbandes BDI, Herrn Keitel, zu Herzen genommen, der davon sprach, dass ein übertriebener Egoismus sich zum Schaden der gesamten Gesellschaft entwickeln kann:
Die Bundesangie kann nach diesen Worten sicher sein, genau auf die richtigen Leute in diesem Land zu setzen. Welch ein Erfolg für die Retterin der Nation.
Nun muss nur noch das Volk darauf eingestimmt werden, dass es in Bälde mit höheren Mieten zu rechnen hat. Schließlich soll dem Klima auf die Sprünge geholfen werden, und irgendwo muss man schließlich damit anfangen. Also warum nicht dort, wo es richtig weh tut.
Bei den Leuten, die keine Reichtümer besitzen und sich keine Eigentumswohnungen oder Häuser hinklotzen können. Schließlich können die nicht einfach abhauen. Irgendwo muss das einfache Pack doch schließlich wohnen. Das ist es doch logisch, dass die auch höhere Miete zahlen für energetische Sanierungen von Miethäusern zum Wohle des Weltklimas. Theoretisch können die Kosten über den verringerten Energieverbrauch wieder reingeholt werden.
Und weil diese Geschichte ein Märchen aus einer Bananenrepulbik ist, endet sie damit, dass die Energiekonzerne wegen des sinkenden Energiebedarfs in Jammern und Klagen ausbrechen werden, und sich gezwungen sehen, zum Erhalt der wegen des sinkendenn Gewinns bedrohten Arbeitsplätze, die Preise anzuheben.
Angie sitzt derweil mit ihrer Gefolgschaft im Kreise der Widerstandskämpfer der deutschen Wirtschaft, vor sich ein Wildschwein frisst und säuft und richtet es sich dort gemütlich ein.
Schließlich muss sie an morgen denken. Das Ende ihrer Karriere als tapfere Kämpferin für die Interessen des Landes wird auch sie ereilen.
Da ist es nur gut zu wissen, in welchem gallischen Dorf sie Unterschlupf finden kann. Irgendein Häuptling wird auch ihrem müden Haupt eine Lagerstatt bieten. Dessen können wir gewiss sein.
Im übrigen: was vor dem Ort geknebelt am Baum hängt und keinen Mucks mehr von sich gibt, ist ausnahmsweise mal nicht Troubadix. Sondern das hier
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30, 9, 2010 um 21:30 Uhr
Na, das Kapital wird dem Merkelchen wohl den Marsch geblasen haben. Möglicherweise hat das Kapital damit gedroht, das keine schönen Pöstchen und keine Einladungen nach Bayreuth gibt, wenn sie nicht endlich das fortsetzt womit die SPD angefangen hat. Also den Sozialstaat auszuweiden, den die SPD erlegt hat. Der Sozialismus ist doch schließlich tot, wozu braucht es da noch einen Sozialstaat, der kostet doch nur.
Und damit der Pöbel nicht auf dumme Gedanken kommt, wird demnächst die Bundeswehr im innerem eingesetzt. Ob mit oder ohne Grundgesetzänderung.