Israel hat den Bonus, den es wegen der jüngsten deutschen Geschichte bei mir hatte, schon lange verspielt. Spätestens seit 1967, als ich begann, mich mit den Hintergründen und Ursache für den Nahost-Konflikts auseinander zusetzen. Meine bis dahin unkritische Haltung der israelischen Politik wich einer kritischen Distanz, die, wie ich finde, auch nötig ist.
Und nein, ich bin nicht antisemitsch eingestellt. Das nur mal nebenbei für irgenwelche Wirrköpfe, die sich eventuell auf dieses Blog verirren.
Ich erwarte von unserer Regierung, die israelische Regierung in ihre Schranken zu verweisen, die sie permanent überschreitet. Die “uneingeschränkte Solidarität”, und damit das Absegnen aller Verletzungen von UN-Resolutionen und Völkerrecht seitens der Bundesregierungen aller Coleur, bisher lediglich von einigen Lippenbekenntnissen wie “wir verurteilen diesen Angriff” abgemildert, darf einfach nicht weiter bestehen bleiben.
Wir dürfen nicht weiter die Augen verschließen. Das würde bedeuten, dass wir nichts aus unserer Vergangheit gelernt haben.
Zum richtigen Zeitpunkt Nein zu sagen. Wenn nicht jetzt, wann dann?
Bei Thomas Truetten ein Artikel zum Angriff Israels auf den Hilfskonvoi und Adressen, an die man sich wenden kann, um dagegen zu protestieren. Mitmachen und weiterleiten.
Im übrigen: die einzige Fraktion, die bisher eine Stellungnahme auf ihrer Seite abgegeben hat, ist die der Linken.
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31, 5, 2010 um 12:03 Uhr
Danke, viel zu selten wird das formuliert.
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31, 5, 2010 um 13:10 Uhr
Ich kann dir in erster Linie zustimmen. Zweitens, ab von diesem konkreten Vorfall, würde ich aber gern von dir lesen, wie du dir das Verhältnis zu Israel stattdessen vorstellst. Ich weiß, dass sich die deutsche linke Bewegung immer wieder in der Bewertung der Lage im Nahen Osten spaltet; dabei spielen hauptsächlich extreme Standpunkte eine Rolle: der eine macht aus seiner Israelkritik Antizionismus und daraus dann unversehens Antisemitismus – der andere ist bedingungslos, uneingeschränkt solidarisch mit Israel und verteidigt es vehement als Staat statt als Volk. Das Mittel, eben die kritische, aber mit der israelischen Bevölkerung dennoch solidarische Haltung zu finden ist ja (meiner Einschätzung nach) die Schwierigkeit.
31, 5, 2010 um 13:39 Uhr
Die Israelis sollten lernen, Kritik an ihrer Politik nicht als antisemitisch oder antiisraelisch auszulegen. Und begreifen, dass auch sie nicht den Freibrief besitzen, sich über alles und jedes hinwegzusetzen. Unter Freunden muss es möglich sein, Fehlverhalten offen zu kritisieren, sich sogar davon scharf zu distanzieren, in der Hoffnung, dass der andere zumindest darüber nachdenkt, anstatt gleich aufzuschreien.
31, 5, 2010 um 15:49 Uhr
Von unserer Regierung wird in Punkto Israel nichts zu erwarten sein, schon gar keine Taten.
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