Stehe am Fleisch-und Wurststand. Vor mir ein sichtlich genervter Vater mit zwei kleinen Pöksen, im Rurhgebiet auch liebevoll “Ullige” genannt, die im Einkaufswagen sitzen. Da, wo die Lebensmittel reinkommen, weil sonst kein Platz für beide ist. Der Junge etwa vier, die Kleene ca. 2 Jahre alt.
Ich grübele gerade darüber nach, meinen Blick auf die Wurst gerichtet, was ich wohl kaufen werde, als mich plötzlich die laute Stimme des Vaters aus meinen Träumen Überlegungen reisst. Ich drehe mich um:
“Ich habe dir schon paarmal gesagt, du sollst nicht alles in den Mund nehmen. Paarmal habe ich dir das gesagt.”
Der Vater hat den Kopf des Jungen fest im Griff. Seine großen Hände um das kleine Gesichtchen gelegt, die Ohren ebenfalls bedeckt. Immer wieder blökt er das Kind an:
“Nichts in den Mund nehmen. Habe ich dir das gesagt? Hörst du?”
Der Kleine antwortet nicht, nickt auch nicht mit dem Kopf. Vaters Hände umschließen immer noch sein Gesicht samt Ohren.
Vatern scheint noch saurer zu sein, weil das Kind nichts sagt, löst allerdings endlich seinen Griff. Fährt abermals das Kind an:
“Nichts in den Mund nehmen, verstanden. Hörst du?”
Der Lütte brüllt, so laut kann, seinem Vater ein lautes “Jaaaaaaaa” entgegen. Laut und entrüstet.
Für mich klang das nach: “Wie sollte ich dir antworten, du Pfeife? Ich konnte dich nicht verstehen, du hast mir nämlich die Ohren zugehalten. Saftsack.”
Und ich bin mir sicher, es war auch so gemeint.
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29, 5, 2010 um 13:37 Uhr
Also wenn Dich die kleinen Bälger erst einmal zur Raserei gebracht haben, sind solche Folgen leider nicht vermeidbar – so meine eigene Erfahrung
29, 5, 2010 um 18:05 Uhr
Ich habe kein Problem damit, mit Kindern Klartext zu reden. In diesem Fall fand ich es nur dämlich, von einem Kind zu verlangen, dass es antworten soll, wenn man ihm die Ohren zuhält. Die Reaktion des Kleinen war einfach nur genial.