Der Dwarslöper

Am Anfang war die Flaschenpost. Skurrile Gedanken und Meinungen. Geschüttelt. Nicht gerührt.

Wehrbeauftragter droht Taliban

In der allgemeinen Diskussion um den plötzlich über uns hereingebrochenen Krieg, den die Afghanen uns gegen unseren Willen aufgezwungen haben, schaltet sich jetzt auch der zukünftige Wehrbeauftragte Hellmut Königshaus ein.

Er fordert mit markigen Worten den Einsatz schwerer Kampfpanzer. Denn:

Zitat:

Wer in das Kanonenrohr eines Leopard 2 schaut, wird sich zweimal überlegen, ob er eine deutsche Patrouille angreift. (Quelle)

Buuuhhhh. Sicherlich werden nach dieser Aussage die Taliban vor Angst zittern.

Allerdings habe ich bisher noch nie etwas davon gehört, dass sie dazu ausgebildet werden, auch nur in ein wie auch immer geartetes Kanonenrohr zu gucken, bevor sie ihre Anschläge verüben. Unsere Frau Bundeskanzlerin hat doch selbst gesagt, das sei ein ganz hinterhältiger Anschlag gewesen.

Hinterhältig kann aber nur der sein, der aus dem Hinterhalt heraus arbeitet. Und sich einen Dreck darum schert, welches „Gerät“ der jeweilige Befreier einsetzt. Er schlägt mit seinen Mitteln zu und taucht ab. Eine solche Kriegsführung wird im allgemeinen als Guerillataktik bezeichnet. Nicht zu verwechseln mit der Salamitaktik, die Politiker gerne verwenden, um unliebsame Ereignisse nur stückchenweise an die Öffentlichkeit zu bringen und das auch nur, wenn diese sich nicht länger vertuschen lassen.

Nach der Logik des Herrn Königshaus hätten demnach sowohl die Vietkong gegen die Amerikaner als auch die Mudjahideen in im Kampf gegen die Russen das Handtuch werfen müssen. Hat aber nicht geklappt. Im Gegenteil.

Vielleicht sollte Herr Königshaus, und nicht nur der, sondern alle abgehalfterten Militärs und Verteidigungminister, die jetzt nach mehr Waffen schreien (Hurrä, Hurrä, Hurrä),  darüber einfach einmal nachdenken.

Und?  Was will uns der Dichter jetzt damit letztendlich sagen?

Ganz einfach: wir werden, so oder so, was auf den Sack bekommen. Wetten das?

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3 Kommentare

  1. Der gemeine Taliban würde sich glücklich schätzen, wenn er in das Kanonenrohr eines Leos schauen dürfte. Eine Handgranate reinwerfen und tschüss Leo.
    Abgesehen davon, sind Kampfpanzer für afghanische Gegebenheiten so ziemlich das ungeeineteste Greät.

  2. Vor 9 Jahren, als noch klare Verhältnisse herrschten und die Suche nach Osama bin Laden begann, war bekannt, daß man im Afghanistan mit Panzern nicht umherfahren kann, weil ein Leopard eben keine Bergziege ist. Heute ist alles anders. Es sollen Brunnen gebohrt, Straßen gebaut, Wachsmalstifte und Decken verteilt werden, damit die korrupten Regierungskräfte lernen, sich gegen die Talibane zu wehren. Da können die Leoparden es vermutlich auch mit Reinhold Messner aufnehmen. Alles ändert sich eben, nur bin Laden bleibt verschwunden.

  3. @ralf + @fellow passanger: Tja, dass Panzer für die Region nicht geeignet sind, dass wissen wir. Ein Wehrbeauftragter muss davon deshalb noch lange keine Ahnung haben. Hört sich doch aber großartig an und schindet Eindruck bei einem großen Teil der Bevölkerung, die doch darauf eingestimmt werden muss, diese „kriegsähnlichen Zustände“ endlich zu akzeptieren und der Truppe den Rücken zu stärken. Endlich haben wir in Deutschland wieder Helden.

    Und äh, wer war nochmal gleich bin Laden?

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