Nein, ich bin nicht völlig abgedreht. Und leide auch nicht an beginnender Alterssenilität. Im Gegenteil. Ich bin unheimlich gut drauf. Schließlich bin ich dank Antibiotika fast meine mich seit Wochen quälende Schweinegrippe verdammte Sinusitis losgeworden und habe endlich wieder den Kopf frei.
So, und das war es auch schon. Weitere Krankengeschichten gibt es hier nicht. Ich will lieber auf das bevorstehende Martinsfest eingehen. Toll, wie sich alte Traditionen erhalten und an die nachfolgenden Generationen weitergegeben werden. Jeder von uns, egal in welchem Bundesland er/sie/es wohnt, kennt doch sicherlich alten Brauche des Martinsingens.
Im Kohlenpott, wo ich aufgewachsen bin, zogen wir Blagen schon Tage vor dem eigentlichen Martinstag durch die Straßen und nervten die Ladenbesitzer mit unseren Gegröhle lieblichen Gesängen.
Ich geh mit meine Latäääääne un’ meine Latääne mit mir…..
Wir sangen so lange, bis wir Bömmskes/Babbelkes bekamen. Wer keine gab, wurde mutig beschimpft. Giiieeeezzzzhaaals. Und dann nix wie weg.
Seitdem ich in Niedersachsen lebe, weiß ich, dass die Bömmskes hier Bollchen heißen und die Kinder vornehmlich “Matten, matten, mähren, die Äpfel und die Bähren” singen. Sie gehen dabei von Haus zu Haus, klingeln an den Wohnungstüren und dann geht’s los.
Besonders lustig ist das, wenn dein eigenes Blag am 11.11. Geburtstag hat, die Bude voller kindlicher Geburtstagsgäste ist, die kaum zu bändigen sind und auf so ausgefallene Ideen kommen wie: “Wir können ja mal Schokoküsse (damals noch Negerküsse genannt) an die Wand werfen”. Nur die Warnung meinerseits, diejenigen, die sich dazu hinreissen lassen, gleich hinterherzuwerfen, hielt die Bagage davon ab.
Wenn es dann an der Tür klingelte, und weitere Kinder davor standen und mich ansangen, konnte ich mich vor Freude kaum halten. Ährlich.
Wie gesagt: ich liebe alte Bräuche. Deswegen finde ich es auch suptertoll, das sich die hannoverschen Geschäftsleute dieser annehmen. Am 8. 11, also am Sonntag, findet in der Innenstadt ein von der Geschäftswelt gesponserter Martins- und Laternenumzug statt.
“Wir sind froh, den besinnlichen Tag für die ganze Familie wieder anzubieten” sagte Dirk Aigner, Geschäftsführer der City-Gemeinschaft.
Zitat HAZ
Ist das nicht rührend? *tränenausdenaugenwisch* Damit es auch so richtig besinnlich wird, haben die Geschäfte, rein zufällig, an diesem Tag von 13 bis 18 Uhr geöffnet. Dann können die lieben Kleinen, die noch keine Laterne haben, auch gleich noch eine in einem Spielwarengeschäft kaufen. Und die Eltern vielleicht noch vieles anderes mehr bei der Gelegenheit.
Nicht unerwähnt sollte ich fairerweise lassen, dass ein Teil des Erlöses aus den verschiedenen Aktionen, die auf die Beine gestellt werden, an gemeinnützige Vereine gehen. Für einen guten Zweck.
Das Ganze ist also eine völlig uneigenützige Charityveranstaltung. Wirklich großartig. Ich altes Lästermaul hätte den Rummel ja fast für eine Werbeveranstaltung der hannoverschen City-Geschäftsleute gehalten.
So kann man sich irren. Und nun alle: Rabimmel, Rabammel, Rabumm.
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4, 11, 2009 um 12:43 Uhr
und alle so: rabimmel, rabammel, rabumm. yeeaaaah!
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