Betrug am Verbraucher. Die auf dem Foto abgebildeten Schinken enthalten weder Teile von Metzgern noch von Bauern.
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Sowohl die angedrohten Terroranschläge noch die Schweinegrippe haben sich bisher den Medien verweigert. Nix ist passiert. Kein Blutbad, keine Grippetoten, keine Quoten. Mist aber auch.
Wie praktisch ist es da, dass der SPIEGEL in seiner letzten Ausgabe die Machenschaften der Lebensmittelindustrie aufdeckte. Völlig neue, sensationelle Fakten, wie z.B. die für Erdbeergeschmack sorgenden Holzspäne im Joghurt, wurden rücksichtslos an die Öffentlichkeit gezerrt, Mogelpackungen, falsche Etikettierung, schonungslos angeprangert.
Aufgegschreckt von dem Bericht des ehemaligen Nachrichtenblattes und der Befürchtung, ein höchst brisantes Thema ignoriert zu haben, zogen die öffentlich/rechtlichen Medien nach. Plötzlich waren die Schweinereien, mein Gott, wofür diese armen Tiere alles herhalten müssen, auf allen Kanälen das Top-Thema.
Nachstehend eine kleine Kostprobe:
Seit Jahrzehnten haben Politik und Ernährungswirtschaft in trefflichem Einverständnis einen sinnestäuschenden Brei angerührt, den wir heute in nahezu beliebigen Variationen löffeln. Ein vorgeblicher “Erdbeerjoghurt” etwa, der in Wahrheit nur den Bruchteil einer tatsächlichen Erdbeere enthält, verdankt seinen Geschmack australischen Holzspänen und seine Konsistenz nicht etwa gemächlicher Reifung, sondern allerlei Zusatzstoffen.
Eh, Moment mal. Ich höre gerade, der zitierte Artikel ist überhaupt nicht aus diesem Jahr? Der ist 2005 in der WELT erschienen? Und stammt von Dr. Thilo Bode, dem Gründer und Geschäftsführer von foodwatch e.V?
Mensch, da habe ich ja wohl voll daneben gelangt. Ich dachte, der Spiegel und ARD/ZDF/Pro7/RTL/etc.pp.. hätten die Missstände aufgedeckt. Sorry, das tut mir jetzt aber wirklich leid. Das kommt davon, wenn man nicht gründlich recherchiert.
Nee, ist mir das peinlich.
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18, 10, 2009 um 21:59 Uhr
*g* Das mit den Erdbeer-Holzspänen hab ich glaub ich Mitte der 90er jahre zum ersten Mal gelesen und da war es auch schon nicht mehr neu
Am besten dazu war ein Beitrag aus dem Magazin Markt im Dritten vom NDR, dessen Hauptenthüllung darin bestand, dass der Inhalt von Wurstsalat nicht mehr so lecker aussieht wie auf der Packung, wenn man die Majomatsche abwäscht. Super-Investigativ. Für die Recherche wurden sicher etliche Minuten aufgewendet.
18, 10, 2009 um 22:09 Uhr
Boah, doch so lange? Ich glaube mal, die Zusätze der Lebensmittelkonzerne führen dazu, dass bei den Verbrauchern das Langzeitgedächnis geschädigt wird. Was für unsere investigativen Medien ausgesprochen günstig ist.