18th September 2009

Bahnfahren macht Spass?

posted in Auf Tour, Privatleben |

Hin und wieder muss ich auch mal über etwas anderes schreiben, als über Politik. Ich war ja vor einigen Tagen, genauer gesagt, letzte Woche in London. Da ich ja nun ein Schisser in puncto Flugreisen bin, hatte mein Skipper eine Fahrt mit dem Zug ausgeguckt.

Von Hannover nach London über Köln via Brüssel durch den Eurotunnel. Insgesamt, einschließlich des Aufenthaltes in Kölle, gute 8 Stunden. Ausnahmsweise war die Deutsche Bahn, die uns in die Rheinmetropole brachte, sogar pünktlich, sodass die Zeit noch reichte, zwischen durch ein lecker Kölsch zu schlürfen.

Danach ging es ohnehin mit dem Thalys weiter nach Brüssel, wo wir in den Eurostar stiegen, der uns in knapp drei Stunden nach London brachte. Die Fahrt durch den Tunnel dauerte ganze dreißig Minuten.

Über den Aufenthalt in London werde ich später sicher noch einmal einen eigenen Beitrag verfassen. Zunächst will ich erklären, warum Bahnfahren Spass machen kann.

Auf der Rückfahrt ab Köln hatten wir  das so ziemlich eigenwilligste Zugpersonal , das ich jemals erlebt habe. Die beiden Zugbegleiter, ich vermute mal, wenigsten einer von ihnen war früher Steward bei einer Fluggesellschaft, unterhielten die Reisenden mit gekonnten Showeinlagen.

Fahrkarten wurden nicht einfach kontrolliert, dazu gab es jede Menge flockige Sprüche, und da die beiden die Kontrolle gemeinsam durchführten, ebenfalls ein gegenseitiges Anflapsen. Das alles mit kölschem Dialekt. Nach getaner Arbeit erschollen aus dem Dienstabteil, das sich in dem Wagen befand, in dem wir saßen, zweistimmig gesungene Lieder. Dann wieder ein Kichern und Gackern, man hätte glauben können, eine Horde Teenager wäre im Abteil. Als ein Klatschen ertönt, so, als würde jemand ausgepeitscht, und dazu wiederum ein Juchzen, schauten mein Skipper und ich uns an. Was ging denn da ab? Ich gnickerte in mich hinein. Offensichtlich hatten die beiden jede Menge Fun, wobei auch immer.

Kurz vor dem ersten Zwischenstop erscholl die Stimme von Zugbegleiter Torben. So hatte er sich uns zu Beginn der Fahrt vorgestellt. Übrigens ein richtiges Sahneschnittchen, bei dem ein schon mal das Wasser im Mund zusammenlaufen kann. Sowohl als auch.

“Hallöchen meine Damen und Herren, wir erreichen heute um 15.31 Solingen Hauptbahnhof. Hier haben sie Anschluss 15.42 Uhr an ein Regionalbähnchen nach Remscheid über…. Wir danken den Reisenden, die mit uns gefahren sind…. Und Tschüsschen.”

Dabei betonte Torben das “heute um 15.31” so stark, dass ich mir die Frage stellte, welche Stadt der Zug denn am nächsten Tag um 15:31 erreichen würde. Ich grinste. Mir schien es ein  versteckten Seitenhieb auf die Pünktlichkeit der Bahn zu sein.

Ebenso freundlich begrüsste er dann die zugestiegenen Fahrgäste, stellte sich neuerlich vor, um anschließend wieder die Kartenkontrolle auf gewohnt lockere und amüsante Art durchzuführen. Ich fand es einfach klasse und fühlte mich das erstemal bei der Deutschen Bahn gut aufgehoben.

Torben und sein Kumpel, ein unschlagbares Team. Die beiden waren extrem gut drauf. Ich hoffe nur, die Deutsche Bahn erhebt demnächst keine Sondergebühr. Wegen des guten Unterhaltungswertes auf der Strecke Köln-Hannover, wenn die beiden im Einsatz sind.
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  1. 1 Gravatar On September 29th, 2009, Das bloggende Hannover » Blog Archiv » Rückblick September 2009 said:

    [...] auch noch schöne und heitere Momente anzubieten hat. Und seltsame Sinneseindrücke. Und Bahnfahrten. Und Suppe. Und Speiseeis. Und fliegendes, gammliges Gemüse. Und Dung von Polizeipferden. Und [...]

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