Der Dwarslöper

Am Anfang war die Flaschenpost. Skurrile Gedanken und Meinungen. Geschüttelt. Nicht gerührt.

Knopf im Ohr oder wie man Terroristen fängt

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Terrorbekämpfung auf niedersächsisch. Bei den seit 2003 durchgeführten Kontrollen vor den Moscheen zum Freitagsgebet müssen sich die Muslime ausweisen und weitere Überprüfungen über sich ergehen lassen. Soweit nichts Neues. Und schließlich, so unser allseits beliebte Innenminister Schünemann, auch Schäuble des Nordens genannt, lt. heutiger HAZ (Print), richteten sich die Kontrollen ausschließlich gegen islamistische Extremisten, von denen es 3200 in Niedersachsen gebe.

Eben. Warum sollten daher die erweiterten Befugnisse, die die an die Hand bekommen hat, nicht ausgeschöpft werden? Immerhin geht es um unser aller Sicherheit. Zumal hier in Niedersachsen ja permanent Anschläge gemacht werden. Ich sage nur: Celler Loch. Eindeutig das Werk von Terroristen. Wie könnten wir dieses schreckliche Ereigniss jemals vergessen.

Nun ist es aber garnicht so einfach, diese Islamisten einfach mal so zu überprüfen. Die sehen ja alle gleich aus mit ihren komischen Mützen und ihren Bärten, wenn sie da vor der Moschee herumstehen. Und damit man nicht durcheinander kommt und hinterher nicht mehr weiß, wer denn nun schon kontrolliert wurde und wer nicht, hat sich die Polizei oder sagen wir mal so, soll die Polizei an einer Moschee in Wolfsburg die Terroristen die bereits durchsuchten Gläubigen mit Stempeln markiert haben. Was natürlich auf lange Sicht gesehen ziemlich blödsinnig und kostenintensiv ist. Stempelfarbe wäscht sich ab. Kennt doch jeder vom Diskobesuch.

Deshalb hätte ich einen phantastischen Vorschlag einzubringen. Warum werden die Moslems nicht einfach gechipt. So eine Marke ins Ohr, wie bei den Rindviechern. Wer so ein Ding verpasst bekommt, gilt als ungefährlich und wird in Zukunft von den Kontrollen befreit. Wer sich einer Markierung verweigert, ist ohnehin verdächtig und wird ersteinmal einkassiert. Bis auf weiteres.

Sorgen, dass deswegen unser Gefängnisse mit Extremisten überfüllt sein werden, muss man sich ohnehin nicht machen.

Tatsächlich ist bei den unangemeldeten Überprüfungen, von denen es seit 2003 lt. Innenministerium landesweit “zwei bis fünf” im Jahr gibt, noch nie ein gesuchter Extremist festgenommen worden.

Quelle: HAZ vom 24.08.2009

Aber das macht überhaupt nichts. Hauptsache, es wird der Öffentlichkeit ein Feindbild suggeriert, damit die Menschen daran glauben, dass sie von Staatswegen geschützt werden müssen..

Dafür hängt der brave Bürger seine Grundrechte gerne an den Nagel, den ihm die Politik bereitwillig zur Verfügung stellt.

Von mir aus können sich mich ruhig überwachen. Ich habe nichts zu verbergen. Ich habe mir noch nie etwas zu schulden kommen lassen. Und diese Kritiker, die dagegen sind, sind ohnehin alles Kommunisten Terroristen und Linke und Kinderschänder. Früher hat man sowas eingesperrt, diese Krawallmacher. Die sollen lieber arbeiten gehen, anstatt zu demonstrieren. Wenn es ihnen nicht passt, können sie ja abhauen. In die DDR.

Ach nee, geht ja leider nicht mehr. So’n Mist aber auch.

+++

So, nach eigenen Recherchen mittels Googel hat es den Eindruck, als handele es sich bei dem HAZ-Artikel bereits um Vorfälle aus zurückliegenden Jahren. Was aus dem Beitrag allerdings nicht hervorgeht. Vielleicht hat ein Praktikant ja noch schnell ein Sommerloch stopfen müssen? Ich werde dann mal eine kleine Anfrage an die HAZ starten. Per Leserbrief. Wegen des Qualitätsjournalismus.

Die Vorgänge an sich sind deswegen nicht weniger erwähnenswert.
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2 Kommentare

  1. Mit der Kennzeichnung mißliebiger Bevölkerungsschichten haben wir ja so unsere Erfahrung. Früher war das Zeichen sechszackig und Gelb,heute wäre ein Halbmond in Grün angebracht. Und das Grundgesetz treten wir bei der Gelegenheit gleich mit in die Tonne.

  2. Ich wollte es nicht so direkt schreiben. Aber es läuft schon darauf hinaus.

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