Der Dwarslöper

Am Anfang war die Flaschenpost. Skurrile Gedanken und Meinungen. Geschüttelt. Nicht gerührt.

Onkel Joschkas Märchenstunde

Ich freue mich ja immer wieder, wen  längst verschollen geglaubte  ehemalige Politiker und heutige Lobbyisten irgendwelcher Konzerne aus der Versenkung auftauchen, um wahrlich wundersame Dinge in die Welt zu pupen.

So nun auch wieder das kleine dicke Joschka, das sicherlich irgendwann einmal seinen Enkelkindern, sofern es denn welche bekommen sollte (hat das überhaupt Kinder?) in seinem Stuhl sitzend, herrliche Geschichten aus seiner Zeit als radikaler Strassenkämpfer in Frankfurt erzählen wird. Bis dahin erquiekt er uns mit seinen geistigen Ergüssen zum Beispiel zum Thema .

Er halte einen Abzug der deutschen Soldaten aus dem Land für völlig falsch, denn:

Wir würden in Afghanistan sofort wieder in diesselbe Situation zurückfallen, die den Einsatz erzwungen hat.

Stopp mal eben, Joschka. Wir? Mal kurz überlegen. Wann war ich denn das letzte Mal in Afghanistan? Und wenn wir da jetzt auf irgendetwas zurückfallen, muss ich dann meine Burka wieder aus dem Schrank holen? Und drei Schritte hinter meinem Skipper herlaufen? Alles solche Dinge drohen uns bei einem Abzug der Soldaten. Ach nööö.

Aber das ist ja nicht das Schlimmste. Das dicke Ende kommt ja erst noch laut Joschka:

Zudem würde Deutschland mit dem Abzug seine „Bündnisfähigkeit“ gegenüber den infrage stellen

Nee, hat er das schön gesagt. Und wie besorgt er doch um unsere amerikanischen Freunde ist. Das sind die, gegen die er früher wohl auch protestiert hat. Ho Ho Ho-Tschi-Min. Und untergefasst. Ach ja. Was macht man als junger Mensch nicht alles für Dummheiten, nicht wahr Joschi? Mittlerweile weisst du genau, wie warm und bequem es sich im Hintern von Madeleine Albright sitzt. Und im Alter hat man es halt gerne warm, gell? Klar doch.

Was ein ist, und was nicht, dass hat Fischer dann auch noch erklärt in diesem Interview. Damit wir ein für allemal Bescheid wissen und das auseinander halten können. Da freut sich sicherlich auch unser Verteidigungsminister, dieser Quadratschädel.

Fischer wandte sich zugleich gegen die Darstellung, es handele sich um einen Krieg der Amerikaner. Es geht um die Bedrohung durch den internationalen Terrorismus…

Mensch, jetzt bin ich aber enttäuscht, Joschka. Das ist doch die alte Leier, die kennen wir doch schon. Und ich dachte, da kommt was neues. Ach so. Du bist noch nicht fertig, und ich habe dir dazwischengeschrieben? Sorry.

Die aktuellen bewaffneten Auseinandersetzungen in Afghanistan nannte Fischer einen „kleinen Krieg“. Denn es wird geschossen, es wird getötet.

Nee, ist das süß formuliert. Ein kleiner Krieg, wie niedlich. Na, du kleiner Krieg, wie geht es denn so? Was willst du denn mal werden, später? Wenn du gross bist. Vielleicht ein Atomkrieg. Oder ein Bürgerkrieg? Oder ein dreissig Jähriger? Ach, das weisst du noch nicht. Naja, du bist ja auch noch so klein. Du bist ja erst sieben Jahre alt, da must du das auch noch nicht wissen.

Sagte ich nicht, der Jung wird sich freuen, jetzt endlich definieren zu können, was das da ist, in das wir verwickelt sind? Ein kleiner Krieg. Das ist so wie ein bisschen schwanger, versteht ihr?

Und damit auch der letzte Zweifler an der gerechten Sache, für die unsere tapferen Helden kämpfen, die demnächst alle dieses wunderbare Denkmal in Berlin bekommen, von der Notwendigkeit des Verbleibens in Afghanistan überzeugt wird, gibt uns der Joschka noch dieses hier mit auf den Weg:

Bei einem Abzug der internationalen Truppen würde das Land wieder „zu einer Brutstätte des Terrorismus werden“.

Kurz nachdem Joschka dieser letzten Satz gesprochen hatte, soll unbestätigten Berichten zu Folge Georg seine Hand aus der Bauchredner Puppe gezogen haben.

Und nun zurück ins Funkhaus.
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9 Kommentare

  1. Was ist das? Wir opfern die Sachlichkeit auf dem Altar des Gottes „Isso!“?
    Satire und Sarkasmus muss man können. Albern kann jeder.

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  3. @stephan: Ich zwinge niemanden, hier zu lesen. Und wem es nicht gefällt, der muss nicht wieder kommen. So einfach ist das.

  4. Nachdem Joscka die Grünen auf Krieg konditioniert hat, kann er ja nicht sagen, das das ein Fehler war. Politiker machen schließlich keine Fehler!

  5. @Dwarslöper: Keine Frage! Ich lese ja auch hier, weil es mir (meistens) gefällt. 🙂

    Aber: Wenn Du eine Kommentarfunktion hast, dann gehe ich davon aus, dass man seine Meinung abgeben darf. Wenn das nur für Zustimmung und Beifall gedacht ist, dann bitte ich meinen Kommentar zu entschuldigen.

  6. Pingback: Duckhome

  7. @stephan: natürlich kannst du deine Meinung sagen. Du kannst mir natürlich entgegenhalten, wenn das deine Meinung sein sollte, dass Joschka völlig recht hat usw. Nur wie ich meine Artikel schreibe, dass lasse ich mir nicht vorschreiben. Übertreibung oder Veralberung verdeutlicht manche Hinrissigkeit in der Politik. Was die Sachlichkeit anbelangt: alles zu seiner Zeit.

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