Habe soeben eine Mail an die HAZ geschrieben:
HAZ vom Montag, 18.05.2008
Rubrik: Politik Seite 2/ Inland
Heute erschien in der genannten Rubrik eine dpa-Meldung mit Überschrift: Mehrheit für Porno-Sperre.
Der Inhalt des Beitrages, in dem es um das geplante Gesetz zur Sperrung von Kinderpornoseiten im Internet geht, wird dabei von Ihnen völlig unreflektiert wiedergegeben.
Die betreffende Umfrage, die von der Deutschen Kinderhilfe, zu der ich mir jegliche Bemerkung an dieser Stelle spare, in Auftrag gegeben wurde, klärt die Bürger nicht darüber auf, worum es in der von den Kritikern des Gesetzes eingereichten Petition geht.
Nachstehend einer der Texte der unter 1.000 Befragten!! durchgeführten Telefonumfrage:
Die Bundesregierung plant ein Gesetz zur Sperrung kinderpornographischer Seiten im Internet. Kritiker befürchten eine Zensur und bezweifeln die Wirksamkeit dieser Sperren. Befürworter betonen dagegen, dass solche Sperren eine sinnvolle und wirksame Maßnahme im Kampf gegen die Verbreitung solcher Bilder sind. Wie sehen sie das? Sind Sie für ein Gesetz zur Sperrung kinderpornographischer Seiten im Internet?
Natürlich wird daraufhin jeder, der sich mit der Materie noch nicht befasst hat, und davon ist in hohem Maße bei einer Telefonumfrage auszugehen, mit einem eindeutigen “Ja” antworten. Genauso gut würde aber auch auf die Frage: „Sind sie gegen Fußpilz?“ mit einem “Ja” beantwortet werden.
Diese Umfrage als Erfolg gegen die Petition darzustellen ist geradezu hanebüchen. Ich betrachte es als Aufgabe der Medien, über Sachverhalte aufzuklären und Nachrichten nicht einfach nur auf dem Markt zu werfen. Ich hätte erwartet, dass Sie den Wortlaut der Petition ebenfalls erwähnen, bzw. einen Hinweis auf die Petition geben. Gerade im Hinblick darauf, dass sich die Mitzeichner der Petition mittlerweile von der Deutschen Kinderhilfe, Frau von der Leyen und anderen Nichtverstehern als Befürworter von Kinderpornographie indirekt verunglimpfen lassen müssen.
Obwohl im Text der Petition besonders betont wird, dass das vornehmliche Ziel – Kinder zu schützen und sowohl ihren Missbrauch, als auch die Verbreitung von Kinderpornographie zu verhindern-, dabei absolut nicht in Frage gestellt wird.
Im Gegenteil, es ist in unser aller Interesse. Dass die im Vorhaben dafür vorgesehenen Maßnahmen dafür denkbar ungeeignet sind, wurde an vielen Stellen offen gelegt und von Experten aus den unterschiedlichen Bereichen mehrfach bestätigt
Sollten sie jetzt mir entgegenhalten, dass sich in der Kolumne „Netzgeflüster“ in der Rubrik Internet + Computer bereits Ernst Corinth dieser Problematik angenommen hat, kann ich nur erwidern: immerhin etwas. Für mich allerdings nicht genug, weil dieses Thema hochpolitisch ist und deshalb, gerade im Zusammenhang mit der genannten dpa-Meldung, einer größeren Aufmerksamkeit bedarf.
Mit freundlichen Grüßen


18, 5, 2009 um 17:32 Uhr
In der Neuen Presse Hannover werden die Ergebnisse einer infratest dimap Umfrage unter der kurzen Rubrik “Wort des Tages” ebenfalls abgehandelt. Ich zitiere mal den ganzen Text:
Internet-Sperre
Gut 92 Prozent der Deutschen sind dafür, Kinderporno-Seiten im Internet zu sperren. Sieben Prozent sprachen sich dagegen aus, berichtet die Deutsche Kinderhilfe unter Berufung auf eine von ihr in Auftrag gegebene Umfrage von Infratest dimap. Für eine allgemeine Kontrolle und Sperrung bestimmter strafbarer Inhalte im Netz durch den Staat sprachen sich 84 Prozent der Befragten aus. Im Bundestag wird derzeit ein Gesetzentwurf des Familienministeriums zur Bekämpfung von Kinderpornografie im Internet beraten.
18.05.2009 / NP Seite 2 Ressort: NACH
Mal wieder Gleichschaltung auf ganzer Linie. Frau von der Leyen ist und bleibt eine Geliebte des Teufels. Ihre PR-Arbeit funktioniert wunderbar. Einfach widerlich.
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18, 5, 2009 um 21:18 Uhr
Hannoversche Presse: die grün gefärbte Bildzeitung. Einfach erbärmlich.
18, 5, 2009 um 23:55 Uhr
Da bin ich auf die Dienstagsausgabe gespannt
20, 5, 2009 um 11:37 Uhr
@ralf: Ich glaube, Leserbriefe erscheinen erst Donnerstag, wenn überhaupt. Bis heute noch keine in der HAZ gesehen. Abwarten.
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