Der Dwarslöper

Am Anfang war die Flaschenpost. Skurrile Gedanken und Meinungen. Geschüttelt. Nicht gerührt.

Das Herz will mir zerspringen

| 6 Kommentare

Es dürfte hinlänglich bekannt sein, dass ich ein mitfühlender Mensch bin und ein Herz für Bedürftige habe. Mein Mitgefühl geht so weit, dass ich schon beim Lesen eines traurigen Artikels mein Wasser kaum noch halten kann, und sämtliche Taschentücher im Umkreis von 50 m meiner seelischen Inkontinenz zum Opfer fallen.

So hat es mich auch übermannt, als ich von dem schweren Schicksal derer von Schaeffler las. Mein Gott, welch ein Unglück hat diese Familie getroffen. Nicht nur, dass sie sich ohne eigenes Verschulden, denn wer konnte schließlich schon ahnen, dass diese böse, böse Finanzkrise so über Nacht über unser gebeuteltes Land hereinbricht, verzockt haben und nun fast in die Armut getrieben werden. Im Gegensatz zu ihren Arbeitnehmern erhalten diese armen Menschen ja nicht einmal HartzIV und müssen von den Brosamen leben, die ihnen bleiben, sollte der Staat nicht in die Bresche springen.

Nein, jetzt müssen sie auch noch vor der Gewerkschaft buckeln, damit die ihnen behilflich sind, an des Steuerzahlers Knete zu kommen. Und die Mitbestimmung einführen, die sie bislang so gefürchtet haben, wie der Teufel das Weihwasser. Aber nicht nur das:

Maria-Elisabeth soll bereits ihre Bereitschaft erklärt haben, darüber hinaus Mitarbeiterbeteiligungen zu ermöglichen und mehr Transparenz gegenüber Beschäftigten und der Öffentlichkeit an den Tag zu legen. (Quelle HAZ)

Das tut richtig weh. Ich glaube, nach diesem Zugeständnis hat Maria-Elisabeth sich erst einmal den Mund mit Seife ausgewaschen. Mitbestimmung – Mitarbeiterbeteiligung – Transparenz. Iiiiiiigiiiiiitttttttt!.

Kein Wunder, dass sie geheult hat, als sie neulich vor der Belegschaft stand. Offiziell heißt es ja, ihre Tränen wären vor Rührung geflossen. Wegen der großen Anteilnahme der Werktätigen. Nix da. Tief erschüttert war sie, tief erschüttert, weil sie wusste, was unausweichlich auf sie zukommt. Mitbestimmung!

Und dann hat sie sich mit dem herunterfließenden Augenmake-Up auch noch den teueren Nerzmantel versaut. Kann ein Mensch noch schwerer gestraft werden?

*Schluchz* *Flenn* Die Frau. *Taschentücherauswring* Dabei ist sie doch so gütig.

Auf die Frage,was ihr Reichtum bedeute, antwortete Mutter Maria: “Reichtum hat nichts mit Glücklichsein zu tun. Geld macht nicht frei, höchstens unabhängig. Reichtum ist eine Verpflichtung und eine Verantwortung.” Sie lasse gerade eine kleine Kapelle in der Nähe restaurieren, wo später Konzerte stattfinden sollten. “So etwas macht mich glücklich.”

Das wird den zukünftigen HartzIV-Empfängern und noch Arbeitnehmern der Schaeffler-Gruppe aber ein richtiger Trost sein.

.

Verwandte Artikel

6 Kommentare

  1. … deinen Ausführungen füge ich nichts mehr hinzu; ich heule ohne Unterlass…

  2. Ach, ich liebe “Neues aus der Anstalt” und die haben immer so Recht, so verdammt Recht und alle Klatschen und Nicken und keiner tut was. Jetzt muß ich auch heulen…

  3. Die arme Frau Schaeffler *schluchz*, auch sie darf nicht persöhnlich voll haften.
    Das muss die INA-Holding GmbH *Taschentuch such*.

  4. @all: Liebe Trauergemeinde. Danke für die Anteilnahme. Ich habe doch gewusst, das es außer mir noch Menschen gibt, denen das Schicksal der Ärmsten der Armen nicht gleichgültig ist. Das lässt hoffen.

  5. Danke normalerweise schreibe ich keine Kommentare aber das war wirklich informativ.

Hinterlasse eine Antwort

Pflichtfelder sind mit * markiert.

*


Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien: