Der Dwarslöper

Am Anfang war die Flaschenpost. Skurrile Gedanken und Meinungen. Geschüttelt. Nicht gerührt.

Scheinheiligkeit

Und damit meine ich nicht unseren Herrn Ratzinger, den einzig wahren Vertreter der Inquisition auf Erden, sondern ein Leut in der CSU, das sich darüber aufregt, dass bei Gottschalk eine Wette lief, in der durch das Schnüffeln an Scheiße die dazugehörige Tierart erraten werden musste. Eine Ekelwette nannte die CSU Politikerin Frau Angelika Niebler, Mitglied des -Fernsehrates, diese Wette.

Wissen sie, was mich anekelt und für mich zum Himmel stinkt, Frau Niebler? Dass Tom Cruise, der ranghöchste Vertreter einer als verfassungsfeindlich eingestuften Organisation im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, das durch die Gebühren der Zuschauer finanziert wird, zur besten Sendezeit eine Plattform erhält, gesellschaftsfähig gemacht und hofiert wird. Also, wenn sie schon meinen, Frau Hinterbänklerin, sich ereifern zu müssen, dann doch wohl eher darüber, als über einen Haufen Scheiße.

Apropos Scheiße, Frau Niebler. Diese letzte Sendung ist doch geradezu ein Sinnbild dessen, was im öffentlich-rechtlichen Verblödungsfernsehen seit Jahren läuft. Angefangen von Florian Silbereisen und seinem Mutantenstadtl, über Mariendoof bis hin zu den Jauchs, Kernern und Beckmanns, Gottschalks, deren Namensnennung alleine schon ausreicht, bei mir einen mittelschweren Brechreiz zu erzeugen.

Um nochmal auf Tom Cruise zurückzukommen. Wahrscheinlich kriecht man ihm in den Hintern, weil er unseren einzig wahren und widerwärtigen Nationalhelden und Widerstandskämpfer gemimt hat. Das ist so toll, da kann man wegen seiner Sektenzugehörigkeit schon mal ein Auge zudrücken. Da stört auch die Scheiße nicht, seid ihr doch Fliegen, die darauf sitzen.

Beim Stichwort Widerstandskämpfer komme ich zur nächsten Katastrophe, die die deutsche Medienwelt bewegt.

Obwohl mir so ein Typ wie normalerweise wirklich am selbigen vorbeigeht, verstehe ich nicht das Gewese, dass um seine Parodie unseres allseits geliebten Führers Claus Stauffenberg gemacht wird.. Es geht doch hier überhaupt nicht um Geschmacklosigkeiten oder Peinlichkeiten oder Verletzungen, die anderen Menschen zugefügt wurden. Sowas fördert doch normalerweise die Quote, und was Quote bringt, ist ok. Nein, er hat unseren Helden veralbert, den einzigen Helden, den wir Deutschen haben. Jedenfalls wenn es nach der öffentlichen Darstellung geht, die seit 6 Jahrzehnten in der BRD verbreitet wird. Unser Claus, der Rächer der Vergasten und Verfolgten. Das gute Gewissen der deutschen Nation, und darüber macht man keine Witze.

Deswegen darf Tom Cruise auch auf bei Gottschalk auf der Couch sitzen. Wir wissen doch alle: der tut nix, der will nur spielen.
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3 Kommentare

  1. Sehr sehr sehr schön. Da hat Pocher ja richtig schön ins Wespennest gestochen.

    Das man sich in Deutschland so freut das Cruise den hässlichen Deutschen so schön spielt lässt auch tief blicken…

  2. Jaja der Wiederstandskämpfer Stauffenberg. Dem fiel ja erst 1944 ein, das Hitler weg müsse.
    Georg Elser war schon 1939 dieser Meinung und Ihm fehlten 13 Minuten zum vollen Erfolg.
    Wer kennt den eigentlich?

  3. @Besitzstandswahrer: Dient das Machwerk doch dazu, im dummen Amiland die Meinung zu verbreiten: guckt mal, so schlimm waren die Deutsche gar nicht, es gab ja sogar adlige Widerstandskämpfer. Immerhin wurde der Schinken als Imagekampagne auch noch mit 4,8 Millionen vom Deutschen Filmförderfonds finanziert. Was tut man nicht alles für den guten Ruf.
    @Ralf: Elser wird weitgehend totgeschwiegen. Lässt sich nicht so gut vermarkten. Stauffenberg hat doch noch bis 1944 über die „Untermenschen“ rumgepöbel, ist aber das bessere Vorzeigeobjekt. Aber wenn wundert es noch in einem Staat, in dem alte Nazis nach dem Krieg in höchste Ämter unterkriechen konnte. Die konnten doch auf Stauffenberg zeigen und sagen: seht her, wir waren alle dagegen. Alle!!!

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