Der Dwarslöper

Am Anfang war die Flaschenpost. Skurrile Gedanken und Meinungen. Geschüttelt. Nicht gerührt.

April, April

Ich liebe Leute mit Humor. Und deswegen halte ich den Artikel in der HAZ heute für außerordentlich gelungen , in dem bierernst berichtet wird, dass auch in Hannover Leute gecastet werden, die sich als Statisten für Auslandsübungen der US-Armee zur Verfügung stellen. Gegen Bezahlung, versteht sich.

Haharhar, das ist klasse. Und das beste kommt noch. Es würden vor allen Dingen südländisch aussehende Typen und, haltet euch fest, *gacker* Araber bevorzugt. Die sollen dann angeblich Iraner Iraker oder Afghanen spielen, um die US-Soldaten realistisch auf Auslandseinsätze vorzubereiten, am Hindukusch oder in Teheran (kleiner Scherz von mir).

Diese Statisten spielen in extra aufgebauten Dörfern Selbstmordattentäter Demonstranten, Bürgermeister oder einfache Bewohner, müssen sich von Soldaten befragen lassen oder, jetzt leg’s di‘ nieder, beim Tee Patrouillen hinterher schauen, die das Fahren durch die Gassen proben. Ja, das machen sie gerne, die Terroristen. Den Patrouillen beim Tee hinterherschauen, und zwar ganz böse. Und damit man weiß, wie man sich gegen den bösen Blick wehren kann, muss das geübt werden. Ist klar. Sonst platzt womöglich noch ein Reifen am Militärfahrzeug.

Nur wenn es so richtig interessant ist, nämlich dann, wenn ein Aufstand simuliert wird, dürfen die Statisten nicht mitmachen. Die Rollen aufständischer Araber werden dann aus Sicherheitsgründen von US-Soldaten übernommen.

Aus Sicherheitsgründen? Genau!

Man weiß ja nie, wozu so ein statistischer Araber fähig ist. Da haut der so einem armen US-Soldaten womöglich mal so richtig was in die Fresse. Oder trauen die US-Vorgesetzten ihren Leuten nicht, und haben Angst, dass die Abu Ghraib im Eifer des Gefechts (Wortspiel) nachstellen. Nee, dass kann ich mir nun überhaupt nicht vorstellen. Sowas würden die ja nie, nie machen. Das war ja schließlich nur ein einmaliger Ausrutscher. So wie damals, in My Lai.

Überlegungen, die Statisten durch freigelassene Häftlinge aus Guantanamo zu ersetzen, die sich auf diese Art und Weise resozialisieren können, und die Übungen dadurch auch noch realistischer werden lassen, ließen sich zum Bedauern der Militärs nicht durchsetzen.

Muaharhar. Das ist gut. Häftlinge aus Guantanamo. Nee, ist der gut, dieser Artikel. Ich mich nicht wieder ein. *rofl*

Wie jetzt, das ist kein Fake? Bis auf das Ding mit den Häftlingen ist alles echt??????

Glaub‘ ich nicht.

Leider keinen Link auf den  HAZ-Artikel  gefunden, nehme ich halt diesen hier.

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3 Kommentare

  1. Ach, daran ist doch sicher wieder nur so ein unbezahlter Praktikant schuld. Der hat diese „Nachricht“ einfach nur 2,5 Monate zu früh unters Volk gestreut.

    Das machen diese Mainstream-Schwätzer am 1. April doch so gern. Oder ist jetzt Ganzjahres-Erster-April und ich habe davon nur noch nichts mitbekommen? Das kann ich mir aber nicht vorstellen. Man soll ja darüber lachen und nicht weinen, was fühlenden Menschen angesichts des täglichen Weltgeschehens doch eher im Halse stecken bleibt.

    Das Thema lädt wirklich nicht zum Lachen ein. Aber diesmal konnte ich nicht anders. Vor allem der Terroristencheck ist ja zum kugeln. Gleichwohl wollten sie unbedingt Häftlinge aus Guatanamo engagieren. Werden diese dort nicht wegen angeblich terroristischen Taten – und zwar ohne Gerichtsbeschluss – gefangen gehalten und gefoltert? Ja, was denn nun.

    Man stelle sich nur einmal vor es gelänge tatsächlich, ein paar echten Terroristen mit echten Waffen, daran teilzunehmen. Das würde mich doch wirklich einmal richtig belustigen!

    Ich fühle mich von Tag zu Tag angeekelter ob der Glossen, die unser real existierendes Leben schreibt und diese immer wieder und beständig absurder werden lassen.

  2. Dazu noch ein Link zu einem Artikel von Februar 2007, der unter anderem die Denkweise dieser Statisten widerspiegelt. Und, dass so etwas offenbar nicht zum ersten mal stattfindet. Darüber wurde sogar ein Dokumentarfilm gedreht! Seltsam, dass ich hier und heute zum ersten Mal etwas darüber zu sehen bekomme.

    Es sind auf keinen Fall nur „die da oben“, die für das schmutzige Weltgeschehen verantwortlich sind.

    Sie lernen zu töten

  3. Beim Lesen des Artikels war auch mein erster Gedanke: wenn ich Terrorist wäre, würde ich mich doch gerne casten lassen.

    Auch ich hatte vorher darüber noch nie etwas gehört, und war umso entsetzter darüber, wie lange diese Aktionen schon laufen. Eigentlich sollte man dagegen Sturm laufen.

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