Der Dwarslöper

Am Anfang war die Flaschenpost. Skurrile Gedanken und Meinungen. Geschüttelt. Nicht gerührt.

Was lehrt uns das?

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Staatsgründer David Ben Gurion wusste schon im Jahre 1918, das jüdische Volk habe in Palästina, das vor der zionistischen Besiedlung eine überwiegend moslemische und christlich-arabische Bevölkerung hatte, die “absolute und unabdingbare Verpflichtung, die Rechte und Interessen der nichtjüdischen Bewohner des Landes zu wahren und mit peinlicher Genauigkeit zu respektieren”.

Aber diese Ansicht, die auch in der Balfour-Deklaration enthalten war, gab den Arabern in Palästina wenig Sicherheit. Und die Versprechungen der Briten im Ersten Weltkrieg hatten nur das politische Ziel, unter den Arabern Verbündete gegen das kaiserliche Deutschland und das osmanische Reich zu gewinnen. Den Zionisten war auch von Anfang an klar, dass die einheimische Bevölkerung Palästinas ihre langsame Enteignung nicht stillschweigend hinnehmen würde.

…..Nicht Antisemitismus im Sinne eines irrationalen Hasses auf die Juden spornte die Palästinenser zum Widerstand an, obwohl religiöse Fanatiker wie der Großmufti von Jerusalem, Hadj Amin Al Husaini, später ein Bewunderer Hitlers, die palästinensischen Araber aufputschte, sondern der Antrieb zum Widerstand war auf Seiten der Palästinenser die ganz realistische Angst vor Vertreibung und Enteignung durch die Juden. Anfangs hatten die Palästinenser noch einen Unterschied zwischen den Zionisten mit ihrem Traum, die Araber “zum Verschwinden zu bringen”, und den normalen jüdischen Siedlern gemacht. Aber je mehr Einwanderer kamen, umso unvermeidlicher wurde die Tatsache, dass der Widerstand gegen die Zionisten in eine Abneigung gegen alle Juden umschlug.

Auszüge aus “Schwarzbuch der Weltgeschichte”

Bis zu meinem siebzehnten Lebensjahr hatte ich dem Staat gegenüber eine völlig unkritische Haltung. Meine Schuldgefühle wegen der Verbrechen im Dritten Reich ließen keine Zweifel an der israelische Politik zu.

Erst meine Auseinandersetzung mit den Ursachen des Konfliktes zwischen Israel und den Palästinensern, das Begreifen, dass diese im machtpolitischen Interessen der damaligen Mächte zu suchen waren, führte dazu, meine bis dahin einseitige Betrachtungsweise zu ändern. Ich begann zu verstehen, warum die Palästinenser gegen Israel kämpften.

Gleichzeitig begann ich, unter dem Einfluss des sechs Tage Krieges, die israelische Politik kritisch zu betrachten. Das führte später auch dazu, das ich nicht verstand, wie man einen ehemaligen Terroristen wie Menachin Begin zum Ministerpräsidenten machen konnte, während man Arafat als Terroristen bezeichnete. Jeder der beiden behauptete doch, für eine gerechte Sache gekämpft zu haben bzw. zu kämpfen.

Im Augenblick frage ich mich, ob mich meine Haltung zur israelischen Regierung automatisch zu einem Antisemiten macht, wie es von vielen Stellen bei Kritik an Israel gerne suggeriert wird. Muss das Wissen um die Verbrechen im dritten Reich dazu führen, dass ich einer Politik zustimme, die ich nicht akzeptieren kann? Ich beantworte mir die Frage mit einem klaren NEIN.

Deswegen nehme ich mir das Recht heraus, das, was momentan in Gaza geschieht, als Verbrechen zu bezeichnen und empfinde solche Aussagen einfach nur als zynisch:

Israel wirft der Hamas vor, für den Tod von Zivilisten selbst verantwortlich zu sein. Die Extremisten versteckten sich in Wohnhäusern in den Städten und benutzten die Bevölkerung als Schutzschild. (Quelle: SZ)

Frau Knobloch zum selben Thema:

Die Hamas sei eine Terrororganisation, die mit ihrem «Raketenterror» zur Gewalt zurückgekehrt sei und Zivilisten als Schutzschilde missbrauche. Der Zentralrat schreibt: «Jedes Opfer – gleichgültig auf welcher Seite – ist eines zu viel. Es gibt keinen sauberen und ehrenhaften Krieg, der die Zivilbevölkerung schützt, wenn man gegen Terroristen kämpft.» (Quelle SZ)

Als wenn es schon jemals einen sauberen und ehrenhaften Krieg, aus welchen Gründen auch immer, gegeben hätte.

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