Der Dwarslöper

Am Anfang war die Flaschenpost. Skurrile Gedanken und Meinungen. Geschüttelt. Nicht gerührt.

Geschichten, die das Leben schreibt

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Wir schreiben den Monat Februar diesen Jahres.  Die alljährlich Kontrolluntersuchung beim Augenarzt steht an. Für Blindfische wie mich ein Muss. Herr Doktor stellt dann auch fest, dass ich neue Brillengläser mit einer um 0,50 Dioptrien niedrigeren Stärke benötige.  War zu erwarten, denke ich. Altersbedingter Rückgang der Kurzsichtigkeit, denke ich.  Nehme die Verordnung des Doc’s und trolle mich.

Fasse den Entschluß, mir eine neue Brillenfassung zu gönnen und in eine alte, die noch auf Halde bei mir liegt, ebenfalls Gläser einsetzen zu lassen und diese als Ersatzbrille zu nutzen.  Ohne bin ich hilflos und nicht in der Lage, mich in der freien Wildbahn zu bewegen. Begebe mich zum meines Vertrauens.

Es dauert einige Wochen, bis ich Anfang April die neuen Brillen in Empfang nehmen kann.  Allerdings fällt mir gleich auf, dass ich Schwierigkeiten mit der Fernsicht habe.  Wird sich schon geben, denke ich. Ist ja immer etwas gewöhnungsbedürftig, wenn man neue Gläser auf der Nase hat.  Der Sommer kommt, wir gehen auf Törn,  wir beenden den Törn, mittlerweile ist es August,  September, Oktober, November geworden. Ich kann immer noch nicht richtig gucken und laufe wie Falschgeld durch die Gegend.

Endlich habe ich mich vor einer Woche aufgerafft und den Optiker aufgesucht, um die Brillen zu reklamieren. Ein sympathischer junger Mann, in meinem Alter ist alles ein junger Mann, was unter 50 ist, hört sich meine Beschwerden an. Und nicht nur das: er misst noch einmal bei mir die Werte nach. Um dann zu dem Ergebnis zu kommen: “Hm, sie haben nicht die richtigen Stärken in ihrer Brille.” Auf die Frage, wie das möglich sei, zuckt er mit den Schultern. In dem Gestell ist genau das, was auf der Verordnung des Arztes steht.

Nach seinen Messungen müssten ich eigentlich noch viel stärkere Gläser haben als die, die in der Vorgängerbrillle sind, die ich zur Zeit trage, um mich überhaupt noch sehenden Auges unter die Menschen wagen zu können. Ich bin schlichtweg geplättet. Gemeinsam überlegen wir, wie man die Kuh vom Eis bekommt. Will sagen: wie ich zur einer Brille komme, die nicht nur als modisches Accessoire meine Nase ziert, sondern auch ihren eigentlichen Zweck erfüllt. Mich sehend werden zu lassen.

Ich beschließe, meinen Augenarzt aufzusuchen. Schildere ihm mein Dilemma. Er misst ebenfalls meine Werte und kommt nun zu einem neuen, dritten Ergebnis. Niedrigere Werte als beim Optiker, dafür aber höhere als bei der ersten Verordnung. Angeblich wegen einer veränderten Hornhautverkrümmung. Ach ja?

Merkwürdig nur, dass ich erst Probleme habe, seitdem er mir die Gläser verpasst hat. Nun weiß einem Arzt mal nach, dass er Sch***s gebaut hat. Ich bin stinkig.

Morgen werde ich noch einmal einen anderen Optiker aufsuchen. Nur mal so zur Probe. Und meine Augen erneut testen lassen. Ohne die Vorgeschichte zu erzählen. . Ich bin ja mal gespannt, zu welcher Erkenntnis der dann kommt.

Am Ende werde ich wohl alle festgestellten Werte in die große Lostrommel werfen und mich von dem Ergebnis überraschen lassen. Vielleicht kommt noch etwas Gescheites dabei raus, was am Samstag für den Lottoschein zu verwenden ist. Schließlich brauche ich Geld für neue Gläser……

Ich glaube, ich order derweil schon mal einen Blindenhund. *Creutz*
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