Schoene Gruesse aus Riga
posted in Auf Tour |Das hat man nun davon. Schiss vorm fliegen, Seereise gebucht nach St. Petersburg und was passiert. Der Dampfer laeuft auf Schiet. Und ploetzlich findet man sich mitten in der Ostsee wieder, rechts ein Seezeichen in Form eines Leuchtturmes, und das Schiff steht. Ruehrt sich nicht vom Fleck.
Kurz ueberlegt, ob irgendein besonderer Feiertag ist. Tag des ruehend Seeverkehrs oder aehnliches. Zumm Ergebniss gekommen: nichts dergl. Das kann nur eins bedeuten: der Kapitaen des Kreuzfahrtschiffes hat den falschen Weg genommen. Nicht geht mehr.
700 Leute an Bord und 300 Mann Besatzung. Dazu spaeter mehr. Gottseigedanktgepriesenund gepfiffen. Die See ist ruhig wie ein Ententeich, die Sonne scheint, und die Stimmung an Bord ist prima. Die Musik spielt, nur mich ueberfallen Gedanken an die Titanic. Was ist, wenn das Wetter umschlaegt. Darueber machen sich aber scheinbar die uebrigen Passagiere noch die Crew Gedanken. Auf meine Frage hin, was passiert ist, erhalte ich die Antwort eines Servicesmannes: Wir machen hier Kaffepause. Harharhar. Ich kann mich vor Lachen kaum noch halten.
Dann kommt die offizielle Stellungnahme: Wir befinden uns auf dem richtigen Weg, leider ist uns eine Sandbank vor den Bug gelaufen. Ich fuehle mich angesichts dieser Mitteilung ziemlich verarscht. Sandbaenke neigen nicht zum Wechsel der Fahrspur, und in ihre alten Weidegruende wollen sie meistens auch nicht zurueck.
Mein Diagnose: Fahrfehler. Eindeutig. Aus welchen Gruenden auch immer. Die Fahrrinne liegt auf der anderen Seite. Selbst wenn ich keine ahnung von Navigation haette, es ist daran zu erkennen, dass alle uebrigen Schiffe, egal ober Frachter oder Passagierschiff, auf der andersen Seite des Leuchttumres entlang fahren.
Nur wir sitzen auf einer gemeinen Sandbank, die nichts anderes zu tun hatte, als sich uns in den Weg zu stellen. Ich bin nur froh, dass sich der Vorfall morgens im Hellen ereignete und nicht in der Nacht. Die Passagiere an Bord lassen sich einnebeln von den “Pressemitteilungen” und betrachten das Ganze als zusaetzliches Vergnuegen. Es sind wohl die selben Leute, die auf der Autobahn bei Unfaellen stehenbleiben und glotzen. Endlich ist mal was los. Nur wenige teilen meine Ansicht des Geschehens. Dazu gehoert auch mein Skipper.
Weitere Details werde ich nach meiner Rueckkehr schildern. Wenn es nicht so stressig gewesen ware, koennte ich darueber lachen.
Wie auch immer. Ich sitze hier in Riga und schreibe mir meinen Frust von der Seele. Die Sache ist nochmal glimpflich abgelaufen. Seit gestern sind wir wieder an Land, geborgen von der lettischen Marine. Auch dazu spaeter mehr.
Bis Freitag erholen wir uns ersteinmal hier von der abenteuerlichen Fahrt. Und kehren dann, hoffentlich ohne weitere Probleme, mit der Faehre von Riga nach Deutschland zurueck.
Bis die Tage dann oder auch Moin, Moin.










