Und wie ich hier so für mich hin schreibe, höre ich Herrn Beck in der Pressekonferenz folgendes sagen, als er auf Frau Metzger angesprochen wird.
“Abgeordneter zu sein, heißt auch, eine Bringschuld gegenüber der Partei zu haben.” Ach ja? Mit anderen Worten, Maul halten und dankbar sein, dass man auf die Liste gesetzt wurde. Und aus Loyalität “mit Bauchschmerzen” einer Sache zustimmen, die mit dem eigenen Gewissen eigentlich nicht zu vereinbaren ist.
Das wär ja auch noch schöner, wenn der Abgeordnete sich dem Wähler verantwortlich gegenüber fühlte. Wo kämen wir denn da hin? Schon Herbert Wehner hat Leute vor seinem Schreibtisch stramm stehen lassen, wenn sie nicht auf Parteilinie lagen.
Das Verfahren dürfte in allerdings in allen Parteien gleich sein. Wer Karriere machen will, hat die Klappe zu halten. Basta.
Wenn es allerdings um die Befindlichkeiten eines großen Vorsitzenden geht, ist man dünnhäutiger. Da wird dann auf die Medien geschimpft, die nicht nett über ihn berichten und munkeln, er hätte sich seine Grippe genommen, um erst einmal aus dem Schussfeld zu kommen. O-Ton Frau Nahles: “So geht man mit Menschen nicht um.”
Ach ja, Frau Nahles? So geht man mit Menschen nicht um? Meinen sie denselben großen Vorsitzenden, der im letzten Jahr einen Arbeitslosen anpöbelte? Oder haben sie an Herrn Clement gedacht, der HartzIV Empfänger als Sozialschmarotzer bezeichnete. Könnten sie mich darüber in einer stillen Stunde mal aufklären. So von Frau zu Frau?
Ich denke ja eher, der Kurt brauchte diese Woche, um sich, als bedächtiger Rheinland-Pfälzer, seine Gedanken zu ordnen.
So nach dem alten Witz: “Gib mir eine viertel Stunde für eine schlagkräftige Antwort.”
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10, 3, 2008 um 18:40 Uhr
Ich glaube seit der römischer Republik hat sich nicht wirklich viel verändert
11, 3, 2008 um 17:20 Uhr
Wenn Du wissen willst, wie es wirklich Bringschuld gegenüber der Partei aussieht, dann ließ Dir mal das hier durch:
http://sz-magazin.su...ttnewscatSelection=6
(Ist auch der Link unter “SvOlli” oben.) Da wird einem doch auf einem ganz neuen Niveau schlecht. Wenn so viele einfach nur im Namen der Partei abstimmen sollen, dann braucht doch der Bundestag nur noch 10% der Politiker. Die restlichen 90% kann man dann “dem Arbeitsmarkt zuführen”, wie es so schön heißt.
11, 3, 2008 um 17:22 Uhr
Grmph, das mit dem Link hat nicht geklappt, deshalb hier der 2. Versuch: http://www.short-link.de/6721
12, 3, 2008 um 15:08 Uhr
@all: nicht nur der Wähler ist Stimmvieh, auch der Abgeordnete. Und nun stimmen wir gemeinsam das schöne Lied an: “die Partei, die Partei, die hat immer Recht”