Der Dwarslöper

Am Anfang war die Flaschenpost. Skurrile Gedanken und Meinungen. Geschüttelt. Nicht gerührt.

Menschenverachtend

| 7 Kommentare

  • Die Versicherung einer Autofahrerin, die einen Elfjährigen lebensbedrohlich verletzt hat, will offenbar am Schmerzensgeld sparen: Weil der Junge geistig behindert sei, werde ihm seine unglückliche Lage nicht so schmerzlich bewusst wie einem Opfer mit klarem Verstand. Deshalb stehe ihm auch weniger Geld zu, meint die Versicherung.
  • Nach dem Hungertod des Peter Z. auf einem Hochsitz im Solling sind die Tagebuchaufzeichnungen des 58-jährigen sehr gefragt. Der Tochter des Toten soll eine fünfstellige Summe für die Notizen angeboten worden sein. Unter den den Interessenten, die das Buch erwerben wollen, sollen neben diversen Zeitschriften und Fernsehsendern auch ein Filmregisseur und ein Schriftsteller sein.
  • Uwe St., der in Thailand lebte und bei dem Tsunami seine Frau und den Sohn verlor, wurde von den thailändischen Behörden in Abschiebehaft gebracht . Seine Aufenthaltsberechtigung war an die Ehe mit seiner Frau gekoppelt. Er lebt jetzt von Hartz IV und zahlt im Moment noch die Kosten für den Abschiebeflug mit monatlichen Raten von 25,00 Euro an den deutschen Staat ab.

Drei Nachrichten der letzten zwei Wochen in der HAZ, die bei mir einen starken Würgereiz verursacht haben. Und wen ich würgen möchte, weiß ich auch schon.

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7 Kommentare

  1. Das mit Uwe St. finde ich am happigsten. Es verwundert mich wirklich, dass er von den Thais abgeschoben wurde. Sowas hätte ich von einem Land wie Japan viel eher erwartet.. Ich frage mich, ob die Deutschen Behörden in ähnlichen Fällen auch so rigoros abschieben..

  2. Ich finde die Aussage der Versicherung unglaublich menschenverachtend. Gibts da genauere Infos, /welche/ Versicherung das war?

  3. @manniac: Er wurde bereits ein Monat nach dem Tsunami in Haft gebracht, und vier Monate später abgeschoben. In Deutschland geht das wohl nicht ganz so einfach. Habe dazu einen Link gefunden: http://www.justlande...schen_und_ausl_ndern

    @Micha: Nein, in dem Artikel vom 15.02. im Hannover Teil wurde die Versicherung namentlich nicht genannt. Ich hoffe nur, es ist nicht diejenige, bei der ich versichert bin. Wäre dann glatt ein Grund, aus dem Verein aus zutreten.

  4. Die Geschichte mit dem in Thailand lebenden Deutschen hätte ich jetzt nicht geglaubt.
    Hatte er keine beschäftigung in Thailand?

  5. @stockfisch: wenn ich der Zeitung glauben schenken kann, dann war er sogar Unternehmer. Aber im wesentlich hat die Aufenthaltsberechtigung wohl was mit der Ehe zu tun. Was mich noch viel mehr entsetzt, dass er hier in Deutschland die Kosten noch abstottern muss, obwohl er alles verloren hat. Existenz, Familie. Welch ein Staat ist das?

  6. Das mit Herrn St. verstehe ich nicht ganz, meine beste Frau Dauni. Stellt das abschiebende Land die Betroffenen nach dem Prinzip “Gebühr zahlt Empfänger” zu?

    Wie kann ein Sozialhilfeempfänger etwas abstottern müssen? Die Sozialhilfe bietet ja nicht mehr als das Existenzminimum. Davon darf folglich nichts abgezogen werden, weil dann die Existenz eben nicht mehr möglich wäre.

  7. @fellow Passenger: Werter Herr, ich habe versucht, etwas über die Abschiebung aus Thailand herauszufinden. Es scheint die Regel zu sein, dass Ausländer, die sich illegal in Thailand aufhalten, kostenpflichtig abgeschoben werden. Ich denke, in diesem Fall wird es so gewesen sein, dass die deutsche Botschaft das Geld verauslagt hat und nun zurückfordert. Die Nachricht in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung gab darüber nichts weiter her.
    http://www.thailand-newsblog.de/

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