Der Dwarslöper

Am Anfang war die Flaschenpost. Skurrile Gedanken und Meinungen. Geschüttelt. Nicht gerührt.

Bruce who?

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Im allgemeinen interessiert mich nicht die Bohne, welche Castingshow gerade wieder im Fernsehen läuft und warum überhaupt. Mir sind Leute wie Heidi Klum und Dieter Bohlen völlig wurscht. Ich weiß nicht einmal, ob ich mit den Menschen, die glauben, durch solche Shows berühmt werden zu können und nicht merken, dass sie verheizt werden, Mitleid haben soll.

Nun tingelt seit einiger Zeit ein neues Gesicht über die Bildschirme. Ein Gesicht, dass mir zuerst auf einem Plakat von Clamotten-August aufgefallen war, und dann in einem Werbefilm. Normalerweise hätte ich weg gezappt, aber dieser exaltierte Mann mit seiner eigenwilligen Sprechweise ließ mich verharren. Mein lieber Schwan, dachte ich, was ist das denn?

Mittlerweile gehöre ich zu den aufgeklärten. Man kann der Information nicht entrinnen, dass es sich bei diesem Mann um Darnell handelt. Nur meine Rechtschreibung ist nicht auf dem neuesten Stand und bietet mir statt dessen “Bruck Ornella” an. Wer immer das auch sein mag.

Bruce hat inzwischen bei unserer öffentlich-rechtlichen Tante ARD, die mit dem Bildungsauftrag, eine eigene Sendung, in der er versucht, aus einem gewöhnlichen Puttchen Bramel eine Dorfschönheit zu machen. Was auch gelingt, wenn ich einem Artikel des STERN, früher mal Nachrichtenmagazin, glauben schenken darf.

Außerdem weint er öffentlich und erzählt aus seinem Leben und seiner verkorksten Kindheit, woran ich keinen Anstoß nehme. Ich traue nur diesen Medienfritzen nicht, die Anteilnahme heucheln.

Vorausgesetzt, dieser Mann ist kein brillanter Schauspieler, der allen nur was vormacht, dann muss er sehr aufpassen, dass er nicht wie die kleinen Mädchen und Jungen der “Deutschland-sucht-den-Superstar-Gang” verheizt wird. Das man ihn fallen lässt, wie eine heiße Kartoffel, wenn die Quoten nicht stimmen. Er ist nicht Harald Schmidt. Ihn wird man feuern, gnadenlos. Seine Tränen werden keinen mehr interessieren. So geht es halt zu in der Medienwelt.

Man wird sich dem nächsten interessanten Thema zuwenden. Wie sagte vor kurzem ein Sprecher in einem Bericht über das Eisbärkind des Nürnberger Zoos: “Flocke ist auf dem besten Weg, ein Medienstar zu werden.”

Sie muss nur noch richtig gecastet und gestylt werden. Am besten von Balou, dem Braunbären. Um im Bilde zu bleiben.

Wörklich, alles was diesem Eisbären fehlt ist ein Kick in dem Arsch.
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