Der Dwarslöper

Am Anfang war die Flaschenpost. Skurrile Gedanken und Meinungen. Geschüttelt. Nicht gerührt.

Keine Eier

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Natürlich, wie sollte sie auch? Sie ist Mitglied der SPD, und mit deren Abgeordneten haben wir ja nun gerade den Spaß bei der Abstimmung zur Vorratsdatenspeicherung erlebt. Dafür gestimmt und dann auch noch herum greinen von wegen: ach, wir haben unheimlich viel Bauchschmerzen dabei und hoffen, dass uns der Wähler nicht böse ist. Sind wir aber.

Warum sollte die neue Juso-Vorsitzende Drohsel eigentlich mehr Rückgrat haben und notfalls von ihrem Amt zurücktreten, anstatt den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen und sich von der Roten Hilfe zurückziehen wegen der Angriffe aus der CDU und ihrer Parteigenossen.

Tja, diese Juso-Vorsitzenden der SPD sind schon ein besonderes Kaliber. Es gab da mal einen, der hat einst auf Gegner der Atomkraft gemimt.

Aus Holz und Lehm entsteht ein phantasievolles Dorf mit allen notwendigen kommunalen Einrichtungen. Willkommen in Utopia: öffentliche Küche, Sauna, ein Freundschaftshaus, Badehütten, Klos, Gewächshäuser, Gärten, Schweineställe, eine Ponyreitanlage für Touristen, ein mit Windenergie betriebener Tiefbrunnen, eine Solar-Warmwasseranlage, ein Klinikum, eine Einreisebehörde mit Passamt – nicht zu vergessen der Wendländische Frisiersalon. Eine perfekte Infrastruktur der in nur wenigen Tagen aus dem Sand gewachsenen neuen Republik, die natürlich auch über ihre eigenen Medien verfügt: vom Turm des besetzten Platzes sendet der republikeigene Sender „Radio Freies Wendland” auf UKW 101 MHz sein eigenes Programm. Schlagbäume grenzen die Republik Freies Wendland vom Nachbarland BRD ab. Das Besetzerdorf macht Schlagzeilen. Niemand vermag sich dem Charme und der Faszination dieses selbstbewussten, fröhlichen Zusammenlebens im Dorf entziehen. Gerhard Schröder, damals JUSO-Chef, spricht sich am Ort des Geschehens gegen eine Räumung aus. 2000 Menschen von überall her machen sich auf nach Gorleben, um das Dorf zu schützen, als sie von der bevorstehenden Räumung hören.

Später hat er dann am Zaun gerüttelt, noch später mit den Bossen gekungelt und war deren bester Genosse. Heute macht er in Gas. Mit einem lupenreinen Demokraten.

Liebe Franziska, sei nicht traurig. Du handelst nur nach einer alten Tradition der SPD. Und ebnest dir damit den Weg für eine steile, politische Karriere. Vielleicht wird du sogar noch einmal die zweite Frau Bundeskanzlerin. Mach weiter so.

Man, ist mir schlecht.

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5 Kommentare

  1. ich bin ja mal gespannt, wann sich mein abgeordneter zu einer antwort bequemt :-/

  2. Man sollte über allem berechtigten Ärger mit der SPD nicht vergessen, wer den Startschuss zur Kampagne gab – und wie unsere “Demokraten” darauf sofort hereinfielen. Mehr:

    http://www.blogsgesa...und-der-rechtsstaat/

  3. @pulmoll: wenn er es überhaupt tut. Vielleicht geschehen ja noch Zeichen und Wunder.

    @bloggesang: Wer dahinter steckt, ist mir schon klar. Es ist die übelste Sorte angeblicher Demokraten. Doch ich bleibe dabei: aus Parteiräson und getrieben von der rechten Meute gegen seine Überzeugung so zu funktionieren, wie es diese Leute erwarten, zeugt nicht gerade von Standfestigkeit. Und weckt bei mir keine großen Erwartungen für die Zukunft. Ich schließe mich daher der Meinung von Radio Utopie an:
    Nie in eine Partei!

  4. na das will ich doch wohl erwarten, ich frag demnächst aber besser nochmal nach…;-)

  5. Pingback: Zeitrafferin

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