Der Dwarslöper

Am Anfang war die Flaschenpost. Skurrile Gedanken und Meinungen. Geschüttelt. Nicht gerührt.

Wieder im Net

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Halleluja. Es gibt in Greifswald Internet-Cafes. Sogar Stücker zwei, so konnte ich mir das preiswerteste aussuchen. 1,50 Euro die Stunde. Die anderen greifen das doppelte ab.

Wir liegen hier seit Freitag im Hafen fest. Das Wetter ist, gelinde gesagt, Schiete. Aber wem erzähle ich das. Im übrigen Deutschland sieht es wohl nicht besser aus. In drei Wochen hatten wir immerhin schon drei schöne Segeltage. Sagt noch einer, das wäre nichts.

Was gibt es Neues? Habe soeben erfahren, dass Karla immer noch nicht aus dem Koma erwacht ist, die Geschichte aber überraschende Wendungen erfährt. Politisch gesehen bin ich ein wenig abgehängt, Information erfolgt zur Zeit ausschließlich über das Radio. Somit sehr begrenzt.

Immerhin habe ich erfahren, dass die größste kriminielle Vereinigung, die CIA, ihren 60. Geburtstag gefeiert hat. Ich wünsche allen Beteiligten nachträglich die Pest an den Hals.

Die Debatte über die Öffnung des deutschen Arbeitsmarktes für ausländische Fachkräfte wurde von Herrn Andres angeschoben, einem besonderen Freund von mir. Jetzt wird eifrig über das Für und Wider gelabert. Hat der Gerd wohl auf dem Lister Schützenfest ein Bier zuviel gehabt und einfach mal was in die Welt posaunt. Hauptsache, man bringt sich ins Gespräch.

Bush, die Pfeife, warnt mal wieder vor Al-Qaida und dem Iran. Deswegen werden nicht nur an die Saudis neue Waffen geliefert. Alles wegen der Sicherheit im Nahen Osten. Und das hat überhaupt nichts mit der US-Rüstungsindustrie zu tun, die dicke Geschäfte machen will. Nee, wirklich nicht.

Die CDU hat auf jeden Fall schon mal Bedenken angemeldet. Lässt sich der George Dobbelju auch sicher von beeindrucken. Genauso wie das Sackgesicht aus Frankreich. Ob ich dessen Geschäfte mit Libyien nun gut finde muss, steht auf einem anderen Blatt. Aber diese dämliche Heuchelei in diesem unseren Lande kotzt mich schon an. Alles heult auf. Nee, das geht doch nicht, das kann er doch nicht einfach so machen. Und was steckt wirklich dahinter? Der Neid, dass er der deutschen Wirtschaft die dicken Aufträge vor der Nase weggeschnappt hat und uns und den Amis den Stinkefinger zeigt? Das macht mir den Typen fast schon wieder sympathisch. Fast.

Was war sonst noch? Ach ja, das Schäuble. Lebt der noch oder stinkt er schon? Leider betreibt der immer noch geistige Onanie und versteift sich weiterhin auf die totale Überwachung. Im Augenblick fällt mir zu dem Typen nichts mehr ein. Meine Meinung über diesen Amokläufer ist hinreichend bekannt.

Böse, böse. Ich sitze hier in einem Internet-Cafe, das von einem Ausländer, anscheinend ein Araber, geführt wird. Verdächtig. Und folgende Suchwörter habe ich auch eingegeben: Al-Qaida, Saudi-Arabien, Waffenlieferungen, USA. Ich bin ein Gefährder, ich gebe es zu.

Lese gerade nebenbei, die Nato will in Zukunft kleinere Bomben in Afghanistan einsetzen, betont allerdings, dass sich zivile Opfer nicht ganz vermeiden lassen. Merke: auch kleine Bomben reissen grosse Löcher, vor allen in menschliche Körper. Klasse finde ich diesen Satz:

Die wachsende Zahl ziviler Opfer habe der Nato geschadet, bekannte de Hoop Scheffer.

Lieber Herr de Hoop Scheffer, in erster Linie hat es mal den Zivilisten geschadet, oder sehe ich da was falsch?

Bevor ich es vergesse. Schon gehört, die Tour de France ist zu Ende. Verstehen kann ich das Gewese um diese Veranstaltung ohnehin nicht, genausowenig wie das Theater um die WM im letzten Jahr. Für mich ist das ohnehin alles ein Geschäft um die dicke Kohle. Heute morgen ein Interview mit Scharping gehört. Der sprach davon, dass es genug Kontrollen in Deutschland gäbe und der Radsport im Vergleich zu anderen Sportartenn hier geradezu vorbildlich sei. Recht hat der Mann. Seitdem er aufgehört hat Schlaftabletten zu nehmen, kann er in erstaunlicher Geschwindigkeit ganze Sätze fließend ausstoßen.

Genug gelästert. Lästern ist eigentlich nicht der richtige Ausdruck. Endlich mal wieder Dampf abgelassen. Hatte schon einen ganz dicken Hals, das musste jetzt mal raus.

Werde mich jetzt mit meiner Blogroll befassen, damit ich meine Leute nicht ganz aus den Augen verliere. Wünsche eine schöne Woche.

Bis die Tage.

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Ein Kommentar

  1. Nimm es nicht zu eng. Greifswald ist nicht der schlechteste Ort um Schietwetter auszuhalten. Wenn Ihr in der Hansewerft liegt habt Ihr eine gute Versorgung mit Frühstückssachen und in die Stadt ist es auch nicht weit. Man kann in Greifswald sehr günstig essen gehen und die Cafes sind auch nicht teuer. Wenn ich mich noch richtig an letztes Jahr erinnere gibt es da irgendwo Apfelstrudel mit Cappuccino für 1,80 Euro oder so.
    Haltet die Ohren steif gell?

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