Der Dwarslöper

Am Anfang war die Flaschenpost. Skurrile Gedanken und Meinungen. Geschüttelt. Nicht gerührt.

Standortbericht

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Mittlerweile sind wir auf unserem Törn in Stralsund gelandet. Die dritte größere Stadt nach Wismar und Warnemünde/Rostock.  Zu Wismar habe ich eine ganz besondere Beziehung, da hier vor einigen  Jahren mein Skipper auf einem Urlaubstörn im Krankenhaus lag. Für 14 Tage nach einem Schlaganfall. Es hatte ihn am ersten Urlaubstag kalt erwischt. Zum Glück lagen wir im Hafen, als es passierte, sodaß schnell Hilfe erfolgen konnte.

Und zum Glück ist wieder alles ok. In dieser Zeit habe ich Wismar gründlich kennengelernt, jeder Pflasterstein ist mir vertraut.

Zurück in die Gegenwart. Von Wismar aus ging es nach Warnemünde. Eine langweilige Fahrt unter Motor, da mal wieder kein Wind wehte. Ein merkwürdiges Wetter zur Zeit. Entweder es kachelt wie verrückt oder der Wind ist gleich null.

In Warnemünde wurde ein neuer, völlig überdimensionierter Hafen gebaut. Nein, stimmt nicht ganz. Der Hafen ist schon ok. Nur die Hotelanlage, die dort steht, zeugt ein bisschen von Größenwahnsinn. Nett anzusehen, völlig überteuert. Wir stellten uns die Frage, wer die Preise dort bezahlen soll. In den Gaststätten, vornehmer Restaurants, sind die Ober vornehmer als die Gäste und erinnern an dienstbeflissene Pinguine.

Wie gesagt, für unseren Geschmack zu abgehoben. Warnemünde selbst ist ein hübsches Örtchen, aber total überlaufen wie alle Ausflugsziele zur Zeit. Ich schätze, im Herbst, außerhalb der Saison, kann man es hier eher aushalten. Ich für mein Teil flüchtete bald wieder auf’s Schiff, raus aus dem Trubel, dem Gedränge sich aneinanderschiebenden Menschenleiber.

Wegen starken Windes blieben wir auch in diesem Hafen länger als geplant. Wir hatten 46 sm nach Barhöft vor der Brust, kein Problem bei guter Wetterlage. Wir warteten ab, erwischten unser Loch und – mussten die gesamte Tour wieder motoren. Allerdings war auch wieder für die nächsten Tage Starkwind angesagt, sodaß uns kaum eine Wahl blieb.

Müde und mit brummendem Schädel vom Motorgeräusch erreichten wir Barhöft, den berühmten Mückenhafen. Hier scheinen die kleinen Viecher geradezu auf der Lauer zu liegen und darauf zu warten, dass irgendwelche Dösbaddel, in diesem Falle wir, vergessen, die Luken geschlossen zu halten. Die Quittung erhielten wir in der Nacht. Das Angriffsgeschwader war kaum abzuwehren. Anscheinend hielten uns die kleinen Tierchen für Taliban und flogen unentwegt ihre Attacken. Wir schlugen uns tapfer und schafften es, wenigstens einen Teil der Nacht zu retten. Sehr zum Nachteil der Angreifer.

Eigentlich wollten wir gleich weiter nach Stralsund, aber dort fanden am letzten Wochenende die Wallenstein Tage statt. Wir hatten aus der Zeitung erfahren, dass dort 125 schwedische Segelchiffe im Hafen eingelaufen waren, um an diesem Spektakel teilzunehmen. Aus diesem Grund verzichteten wir zu Gunsten anderer und beschlossen, in den Zingster Bodden zu fahren. Grobe Richtung Fischland – Zingst- Darß. Radtour nach Prerow am Samstag. Schönes Fleckchen Erde.Sonntag den ganzen Tag Dauerregen, der genutzt wurde, um das Chaos unter Deck zu beseitigen.

Seit gestern nun in Stralsund. Voraussichtlich werden wir hier zwei Tage bleiben, oder auch mehr, wenn das Wetter uns wieder einen Streich spielt. Aber das ist im Grunde wurscht. Uns treibt keiner.

Zur Zeit scheint die Sonne aus allen Knopflöchern. Hier im Turi-Büro gibt es Internet. Herz, was willst du mehr?

So, und nun werde ich ein wenig in der Blogroll schnüffeln. Mal sehen, was andere so schreiben.

Bis die Tage.

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2 Kommentare

  1. Schön. Im Stralsunder Hafen kann man es aushalten. Die haben da auch einen guten Frühstückservice. Das Bestellte wird direkt an Board gebracht. Ich hatte meins letzes Jahr im Servicebüro hinterlegen lassen wegen der unchristlichen Zeiten morgens um 8:00 oder so. Geht gar nicht. Vor allem nicht wenn es regnet;-)
    Nach aller Wahrscheinlichkeit werde ich am 11.08. morgens in Kröslin auftauchen zum Kranen.

  2. *g* wenn das Wetter weiterhin so bescheiden bleibt, schaffen wir es bis dahin auch noch nach Kröslin. Sind immer noch im Greifswald. Wind 5-6 zunehmend 7, in Boen 8 muss man nicht haben. Ab Mittwoch soll es evtl. besser werden. Hört, hört.

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