Das war ja wohl nichts mit St. Hans in Dänemark. Fluchtartig haben wir am Samstag letzter Woche angesichts der vorhergesagten Wetterlage das schöne Nysted verlassen. Schade, denn dieses alte Städtchen auf Loland liegt sehr idyllisch in der Nähe des Schloss Aalholm in einer waldreichen Gegend.
In ganz besonderes Highlight dort ist das Automobilmuseum, das wir bereits 1994 besuchten. Obwohl ein eingefleischter Automuffel, der nur wenig Spaß am Fahren hat, kann ich mich für das eine und andere alte Gefährt begeistern. Einfach nur berühren reicht schon. Das tolle Design des Mercedes Benz 500 K Roadster, Baujahr 1936, lässt mein Herz etwas höher schlagen. Seufz, auch ich habe meine Schwächen.
Genug geschwärmt. Die Rückreise nach Deutschland, Fehmarn, erfolgte nicht unter Segel, sondern unter Motor und war nicht gerade das, was man sich wünscht. Kabbelige Welle, die absolut nicht zu dem schwachen Wind, der dazu auch noch direkt von vorn kam, passte und das Schiff und uns gründlich durcheinander schaukelte. Ständig richtete der Blick sich gen Himmel , da wieder Gewitter und Schauer angesagt.
Wir glaubten davon zu kommen. Bis kurz vor Fehmarn. An der Landspitze Staberhuk erwischte uns das Schietwetter. Eine dunkle Wand zog aus Richtung Mecklenburg-Vorpommern auf, das bisschen Wind schlief zunächst ganz ein, es begann zu regnen, zu blitzen und zu donnern. Dann kamen Boen bis zu 6 Bft. Stärke. In diesem Moment war ich froh, dass wir keine Segel oben hatten.
Segel bergen, vor den Mast gehen bei Blitz und Donner, ist nicht unbedingt das angenehmste, was ich mir vorstellen kann. Ich habe doch so einen Schiss vor Gewitter. *heul*
Der Spuk dauerte ca. 15 Minuten, vielleicht auch zwanzig. Bei jedem Donner zuckte ich zusammen, es half auch nichts, dass mein Skipper mir erklärte, dass das Gewitter soundsoviel Kilometer von uns entfernt ist und wir nur die Ausläufer mitbekommen. Ich bin in solchen Augenblicken paralysiert wie ein Kaninchen, mit dem eine Schlange ein Zwiegespräch führt.
Diesmal hielt es sich mit der Nässe, die wir mitbekamen, in Grenzen. Der Regen und der Wind kamen günstig. Von vorn, wie gesagt, so dass wir uns im Cockpit unter der Sprayhoud, einer Art Spritzschutz aus Stoff, ducken konnten.
Mann, war ich froh, als wir endlich im Hafen Burgtiefe waren. Der Wetterbericht am Abend versprach für Sonntag auch nichts Gutes, wohl aber für Montag zumindest Wind aus der richtigen Richtung, mit dem wir bequem, wenn auch unter Androhung von Gewitterböen, nach Neustadt segeln könnten. Die weiteren Aussichten ab Dienstag waren nur noch katastrophal.
Montagmorgen ablegen um 7.00 früh, wir müssen das Zeitfenster nutzen. Sonst wären wir ziemlich verratzt in Fehmarn. Unter Motor tuckerten wir 5 Stunden bis nach Neustadt. Wider erwarten war die Windstärke nicht so doll, dass wir eine vernünftige Geschwindigkeit unter Segel erreichen konnten, sondern nur mit 3 Knoten = 6 km/std, dahintüddeln würden. Und dazu hatte ich angesichts des dunklen Himmels und einer Strecke von fast 30 sm, etwa 60 km, nun wahrlich keine Lust.
Nun bin ich seit zwei Tagen wieder eine Landratte und versuche mich hier einzunorden. Bis zum nächsten Mal,im Juli, wenn es erneut heißt: klar zum ablegen. Richtung deutscher Osten – sprich Mecklenburg-Vorpommersche Küste. Hat sich wahrscheinlich mächtig viel verändert seit 2000, als wir zuletzt da waren.
Dass wir St. Hans nicht in Dänemark nicht erleben konnten, haben wir zunächst bedauert, aber vielleicht hat es auch seinen Sinn. Das Fest war im letzten Jahr so hyggelig, so etwas kann man nicht einfach wiederholen.
Und das ist auch Gut so.
Eins noch: Ich liebe die Dänen für ihren besonderen Humor. Dieses Schild fanden wir auf der Sanitäranlage in Nysted.
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27, 6, 2007 um 23:38 Uhr
Schöne Bilder. Schade mit dem Wetter. Bei ekliger Welle gegenan zu fahren ist auch nicht wirklich witzig.
Um die Sprühhütte beneide ich euch.
Vielleicht habe ich bereits im Juli Urlaub(wird sich noch herausstellen)
28, 6, 2007 um 11:39 Uhr
Der Sommer fängt ja erst an.
Drück dir die Daumen, dass alles klappt mit deinem Urlaub.