Haben über die Ostertage wieder einmal Kinderbesuch gehabt. Da stellt sich natürlich die Frage: "Was macht man mit den Zwergen?"
Die Sonnenstrahlen, die Samstagmorgen auf den Frühstückstisch fielen und die Wurst zum Schwitzen brachten, führten zu einem einstimmigen Planungsergebnis: Zoobesuch. Wer weiß, wie das Wetter morgen wird. Der graue Himmel am Sonntag bestätigt im Nachhinein die Richtigkeit der getroffenen Entscheidung. Außerdem entgingen wir dem großen Andrang, den wir an eben diesem Tag befürchteten. Hannover hat ein großes Umland, aus dem verständlicherweise die Leute an solchen Tagen anreisen. Peine, Pattensen, Paris. Alles gibt sich hier ein Stelldichein.
Mag der Berliner Zoo sich mit seinem Knut brüsten, für mich bleibt der hannoversche Zoobesuch immer wieder ein großartiges Erlebnis. Richtig schön wird er mit und durch Kinder. Es ist toll, die Begeisterung zu sehen beim Anblick der Tiere. Fragen über Fragen werden aufgeworfen.
Ein Kängurukind wird entdeckt, das im Beutel der Mutter hockt und zur Freude aller plötzlich herausspringt. Plötzlich ist ein zweites Junges da, keiner weiß, woher. Sollte das etwa auch noch in der Behausung gewesen sein? Schon stellt sich die Frage: wie viele kleine Kängurus passen da hinein? Ich habe keine Ahnung und beschließe, nachzulesen. Alles muss und kann man auch als Erwachsener nicht wissen. Und ich hasse es, Kindern dummes Zeug zu erzählen, nur um sie ruhig zu stellen.
Der Wombat, den ich zuvor noch nie gesehen habe im Zoo, hat sich endlich hinaus bequemt und läuft gemächlich auf und ab.

Ach ja, er hat mir aufgetragen, den BATZ zu grüßen, was ich hiermit tue.
Ich bin ebenso begeistert wie die beiden Jungen. Entdecke wieder das Kind in mir, das sich freuen kann. Ich bin dankbar, dass es immer noch möglich ist, so zu empfinden.
Wir lassen uns Zeit. Genießen den Tag, ohne Hast. Zwischendurch wird gepicknickt. Selbstgemachte Brote und mitgebrachte Getränke. Die meisten Besucher mit Kindern haben einen dicken Rucksack geschultert, der sicherlich ebenso wie bei uns, die Verpflegung für einen solchen Tag enthält. Die Eintrittspreise sind saftig und lassen einen kurz und trocken schlucken. Familienfreundlich sind die nicht.
Dafür bleibt der Besuch etwas Besonderes und den Kindern hoffentlich in guter Erinnerung. Für später.
Alle Viechereien haben wir uns angeschaut. Mit runden Füßen endlich den Spielplatz erreicht, der als krönender Abschluss des nachmittags gelten kann. Noch einmal so richtig Dampf ablassen. Derweil sitzen die Großen auf den harten Zuschauerplätzen, dankbar, nicht mehr laufen zu müssen.
Ernsthafte Diskussionen am Abend über den Walfang. Timo (9), der größere von beiden, macht sich Sorgen um den Walbestand. Ich versuche ihm auf seine Frage, warum die Inuit noch Wale fangen, mit für Kindern verständlichen Worten zu erklären, dass es sicherlich nicht diese Menschen sind, die für die Ausrottung der Tiere verantwortlich sind, sondern der Fang aus kommerziellen Zwecken , gerade auch in der Vergangenheit. Mit großem Eifer liest er vor dem Einschlafen in einem Buch über die Arktis.
Was sonst noch war? Am Sonntag großes Eierfärbeprogramm mit viel Gekichere und Spaß. Schließlich sollen auch die Eltern, die die beiden am nächsten Tage abholen, Eier suchen müssen. Spontane Tanz und Gesangseinlagen der beiden Brüder. Sichten der gemachten Fotos und kleinen Videos, die gemeinsam zu einer Fotoshow mit Tiergeräuschen, passender Musik, die die beiden aussuchen und mit Texten versehen, auf DVD gebrannt werden. Auch zur Erinnerung.
Gestern Morgen mit dem siebenjährigen Yannic dem neu entdeckten Spielplatz, der ausnahmsweise einfallsreich und kinderfreundlich mit Klettergerüsten aus Holz und Tauwerk ausgestattet ist, einen Besuch abgestattet. Der Kleine ist ganz stolz, auch ohne seinen großen Bruder Schwierigkeiten zu meistern. Auf der Schaukel sitzend, jeder auf einer natürlich, philosophieren wir über Hummeln und Bienen, die wir auf den Blumen beobachten. Entdecken auf dem mit Mosaiksteinen belegtem, steinernen Lindwurm Palmen, Gesichter und Blumen, die außer uns wahrscheinlich niemand sieht.
Ich spüre die Sonne auf meinem Gesicht, rieche das frische Grün, den Duft der aufblühenden Pflanzen und fühle mich einfach nur gut.
Nachsatz: Vom Verstecken von Ostereiern in Klobürstenhaltern wurde in diesem Jahr abgesehen.
.

