Der Dwarslöper

Am Anfang war die Flaschenpost. Skurrile Gedanken und Meinungen. Geschüttelt. Nicht gerührt.

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Mit lautem Getöse war die Tür aus den Angeln gesprungen. Geräusche von splitternden Holz und harten, schnellen Schritte in schweren Stiefeln rissen die Familie aus dem Schlaf.

Als der Mann erschreckt aus seinem Bett hochfuhr, standen die schwarz gekleideten Gestalten, die Waffen im Anschlag, bereits im Schlafzimmer.

Bevor er noch etwas fragen konnte, herrschte ihn eine Stimme an: „Sagen sie uns, wo Heribert Kleinschmitt ist? Wo hat er sich versteckt. Uns ist bekannt, dass er hier wohnt. "

„Heribert Kleinschmitt? Aber der ist doch ….."

„Los, alles durchsuchen. Wir werden ihn finden. Und sie legen sich auf den Boden. Gesicht zum Boden. Hände auf den Rücken. „

Zitternd vor Angst folgten er und seine Frau den Anweisungen. Aus dem Kinderzimmer drang das Weinen des verängstigten Kindes.

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Endlich war ihnen der entscheidende Schlag gelungen. Seit Jahren waren sie ihm auf der Spur gewesen. Sie hatten den Verdächtigen ausfindig gemacht und in Gewahrsam genommen. Jetzt war er ihnen ausgeliefert. Die neuen Fahndungsmethoden hatten ihnen einen wunderbaren Erfolg beschert.

Hauptkommissar Schrumpfmeyer war höchst zufrieden mit seiner Arbeit. Lediglich sein Assistent Schnödlgruber hatte, wie immer, wieder einmal, etwas zu meckern.

"Herr Hauptkommissar, darf ich mal kurz einwenden, dass der Verdächtige schon….."

"Ach, mal wieder was an meiner Arbeit auszusetzen, der Herr. " schnaubte Schrumpfmeyer ärgerlich. " Der junge Herr Kollege meint mal wieder, alles besser zu wissen."

Schnödlgruber schüttelte den Kopf. "So ist das doch garnicht gemeint, ich wollte nur darauf hinweisen, dass der …".

"Papperlapapp" . Mit einer mürrischen Handbewegung schnitt ihm sein Vorgesetzter das Wort ab.

" Ich habe genug Erfahrung im Umgang mit solchen Subjekten. Schließlich bin ich schon lange genug in der Organisation. Wir haben alle uns zu Verfügung stehenden Mittel ausgeschöpft. Der Mann wurde lückenlos von uns überwacht. Wir wissen alles, aber auch wirklich alles von ihm. Das einzige was wir jetzt noch brauchen, ist sein Geständnis. "

Der Assistent wollte einen kurzen Einwand machen, zuckte dann jedoch resigniert mit den Schultern und setzte sich schweigend auf einen Stuhl. Schrumpfmeyer wandte sich dem dingfest gemachten Mann zu.

Er schaltete eine Lampe an, drehte den Schirm so, dass das gleißende Licht auf dessen Gesicht fiel.

"Es hat überhaupt keinen Zweck, dass sie sich stur stellen. Aufgrund der uns vorliegenden Daten können wir sie leicht überführen. Ein Geständnis würde ihre Lage erheblich verbessern. Nennen sie uns einfach die Namen ihrer Mittäter, den der Hintermänner und der verantwortlichen Organisation."

Der Angesprochene blickte mit leeren Augen an ihm vorbei, als sei er gar nicht vorhanden.

"Nun machen Sie schon. Wir haben nicht ewig Zeit. Sie wissen, wir können auch anders. Machen sie endlich den Mund auf, verdammt… "

Er hatte sich eine Zigarette angesteckt und blies dem anderen den Rauch direkt ins Gesicht. Der blieb jedoch regungslos und völlig unbeeindruckt.

"Nun gut, wenn Sie nicht wollen. Alles was von nun an geschieht, haben sie sich selbst zuzuschreiben."

Schrumpfmeyer blickte zu seinem Assistenten: "Abführen." befahl er in kurzem, hartem Ton.

"Führen Sie diesen Mistkerl ab. Ich kann ihn nicht mehr sehen. Einzelzelle, Dunkelhaft, Kontaktverbot. Wir wollen doch mal sehen, ob der Herr nicht irgendwann mürbe wird. Warum soll das hier nicht klappen. Damals, in Guantanamo hat es doch auch zum Erfolg geführt."

"Chef, ich wollt nur noch mal darauf hinweisen, dass ….."

"Mensch, befolgen sie meinen Anweisungen. Packen sie den Kerl und ab dafür."

"Wie soll ich denn alleine…? Ich meine, kann nicht noch jemand mit anfassen…? Das ist doch ziemlich schwer…"

Schrumpfmeyers Blick verfinsterte sich. Schnödlgruber wusste, dass es an der Zeit war, zu schweigen.

Ächzend und stöhnend schob er den Sarg hinaus auf den Flur in Richtung der Zellen. Der bereits skelettierte Leichnam blickte ihn aus seinen Augenhöhlen fragend an. "Guck nicht so blöd." fauchte er wütend. "Ich kann auch nichts dafür. Ich habe diese blöden Gesetze nicht erlassen. Speicherung der biometrischen Daten für 99 Jahre. " Er ruckelte den Sarg langsam in die Zellen. Der Totenschädel wackelte bedenklich hin und her.

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Lena stand vor dem Grab. In ihren kleinen Händen hielt sie die Blumen, die sie mitgebracht hatte. Der Grabstein war umgefallen und in mehrere Teile zersprungen.

"Opa?" hauchte sie mit leiser Stimme. "Opa?"

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2 Kommentare

  1. Grandios und wunderbar auf den Punkt gebracht. gefunden über den BatzLog und verlinkt bei mir. DANKE!

  2. :-) freut mich.

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