Im Grunde meines Herzens bin ich ja ein Anhänger der Monarchie. Wirklich. Ich beneide unsere Nachbarn, die Dänen, Holländer, die Norweger, die Schweden, die Spanier, die Belgier, die Luxemburger und natürlich unsere großartigen Briten um ihre Königshäuser. Habe ich noch jemanden vergessen in Europa?
Damit ich meiner Zuneigung zu den Royals Ausdruck verleihen kann, informiere ich mich regelmäßig darüber, was bei denen so abgeht. Und wo macht man das am besten? Richtig. Beim Arzt.
Auf die Frage: "Na, was fehlt ihnen denn?" antwortete ich wahrheitsgetreu: "Ein König, ein König…." Da es den nicht auf Rezept gibt, die Krankenkassen stellen sich ja mittlerweile wirklich pingelig an, schreibt der Doc mir eine Privatrezept aus und verordnet einen mehrstündigen Aufenthalt in seinem Wartezimmer zwecks Informationsgewinnung durch diverse Zeitschriften. Kostenpunkt: dreißig Euro. Aber nur, wenn ich vorher einen Termin hatte.
Aufgetankt und glücklich darüber verlasse ich nach drei Stunden die Praxis. Immer noch ohne König, aber super auf dem Laufenden.
Nun scheinen andere Zeiten in Deutschland anzubrechen. Endlich wagt es jemand auszusprechen, was dieses Land wirklich dringend braucht, damit es vor dem Abgrund, dem Sitten- und Werteverfall gerettet wird. Und wenn das durchkommt, kann ich mir den Arztbesuch in Zukunft sparen.
"Wir brauchen die Monarchie gegen das emotionale Wertevakuum."
Bingo. Sag ich doch. Und wem haben wir diese lange überfällige Einsicht zu verdanken? Prinz Philip von Preußens, seines Zeichens Ururenkel des letzten deutschen Kaisers, Wilhelm II. Das ist aber nicht der Wilhelm, den die Deutschen wiederhaben wollten, wenn sie das berühmte Lied sangen. Damit war Wilhelm I. gemeint. Das nur am Rande. Prinz Philip spricht mir aus der tiefsten Seele mit diesen nachfolgenden Sätzen:
"Ein König als Staatsoberhaupt könne stärker integrieren und habe einen größere Vorbildfunktion als ein aus "Parteienstreit hervorgegangener Präsident."
Genau. Der Horst darf nämlich nicht intrigieren, der muss immer neutral bleiben. Aber Könige? Das kennen wir doch alle aus der Geschichte, wie geschickt die Politik machten, und ihren Schwipsschwagern, debilen Neffen und anderen Verwandten die Pöstchen zuschusterten. Da kommen unsere Politiker nicht mit, obwohl sie sich anstrengen.
"Betrügt ein Royal seinen Ehepartner, ist das ein Skandal – und das ist gut so. Geht hingegen ein Minister fremd, ist das angeblich egal. Wir brauchen die Monarchie gegen das emotionale Wertevakuum. "
Jetzt bin ich aber hin und weg. Toll, Philip, ganz großes Kino. Du hast ja so Recht. Tante Lisbeth und ihre Rangen sind für mich ein leuchtendes Beispiel für den Erhalt der Werte. Da sollen sich diese verkommenen Subjekte bei uns mal eine Scheibe von abschneiden. Diese Seehofers, Schröders, Fischers und wie sie alle heißen. Die nur wild durch die Gegend vögeln und sich ständig scheiden lassen. Ekelhaft, sage ich da nur, ekelhaft.
Der Philip würde auch endlich mal ändern, wenn er absolutistische Macht hätte, also auf gut deutsch, der King wäre.
"Keine Abtreibungen mit "sozialer Indikation", denn Abtreibungsärzte sind Mörder und die Totengräber unseres schrumpfenden Volkes."
Abtreibungsärzte sind Mörder? Philip, Philip, jetzt wäre ich aber vorsichtig. Wegen ähnlicher Aussagen sind andere Leute schon vor's Gericht gekommen. Nee, nicht vor das jüngste. Das waren schon ältere Herren, die über diesen Spruch entschieden haben.
Und weil er schon mal dabei ist, uns die Wahrheit über die Ursachen der deutschen Misere um die Ohren zu hauen, äußert sich der Prinz auch noch zu dem Thema Kinder:
"Die Deutschen haben deshalb so wenige Kinder, weil es ihnen an Glauben, Zuversicht und Vorbildern fehle."
Richtig, genau das isses. Vorbilder wie du eins bist, braucht diese Nation, Philip. Die haben uns gerade noch gefehlt. Das schöne ist ja, dass euch Blaublütlern der Inzest überhaupt nichts geschadet hat. Aus diesem Grund solltest du den Paragraph 173 auch sofort abschaffen, wenn du König bist. Dann ist Schluss mit den Bürgerlichen in den Königshäusern. Und alles hat wieder seine Ordnung.
Ich freu mich darauf. Und die Katholische Kirche erst.
Zitate und kompletter Artikel hier.
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5, 3, 2007 um 10:13 Uhr
Jetzt kann ich endlich in den Tag starten, ich hab mich köstlich amüsiert.
6, 3, 2007 um 1:59 Uhr
Haben Sie schon daran gedacht, den Arzt zu wechseln, Frau Dauni? Der bisherige scheint Ihnen intellektuell nicht gewachsen zu sein. Zudem hat er offensichtlich Schwierigkeiten seine Termine zu organisieren.
7, 3, 2007 um 17:19 Uhr
@baseface: *huldvollmitderhandwink*
@fellow passenger: Ich habe ihn mittlerweile auf die üblichen 10,00 Euro runtergehandelt, dafür hat er versprochen, auch mal einen “Focus” von vor zwei Jahren ins Wartezimmer zu legen und seine Termine auf eine Wartezeit von einer halben Stunde zu verkürzen. Aber nur, wenn ich öfter seine Praxis aufsuche.