Ist es nicht wieder einmal rührend. Herr Mixa hat es nicht so gemeint. Das mit den Gebärmaschinen. Ich habe es gehört, Brüder und Schwestern, mit meinen eigenen Ohren. Bei Christiansen, die ich normalerweise scheue wie der Teufel das Weihwasser. Aber heute Abend habe ich mir eine besondere Buße auferlegt und mir das Kaschperltheater wieder einmal angeschaut.
Wegen des Bischofs natürlich. Und dann hat er es gesagt: er sei missverstanden, seine Äußerungen aus dem Zusammenhang gerissen worden. Ganz anders hat er das nämlich gemeint. Eigentlich will er ja nur das beste für die Frauen. Vor allem für die allein erziehenden Mütter, die sollen vom Staat besser unterstützt werden. Das klingt doch gut, oder? Ist nur eine völlig andere Baustelle, Herr Mixa.
Warum habe ich bei dem Namen immer so eine unanständige Assoziationen. Wahrscheinlich liegt es darin, dass dieser Mann ständig den selben Schwachsinn von sich gegeben habt während der Sendung und ich so etwas als geistige Onanie bezeichne. Dass die Kinder die Mutter brauchen für ihr Seelenheil. Wie schön es doch ist, wenn die Mama zuhause ist, wenn man von der Schule heimkommt. Das wissen wir doch alle, die wir hier sitzen. Wir haben es doch selbst erlebt. So sprach der Herr. Und das psychische Schäden nicht ausgeschlossen werden können, wenn dem nicht so ist.
Dem pflichtete dann auch Frau Gabriele Kuby, jetzt weiß ich auch wieder, warum mir die Frau sofort unangenehm aufgefallen ist, eifrig bei. Eine Studie in Schweden habe ergeben, dass dort jedes dritte Kind mittlerweile an psychischen Störungen leide, und das alles nur, weil dort die Frauen berufstätig sind und die Gören so früh in die Krippe müssen. Aha. Das erklärt manches, dachte ich sofort. Ich habe mit den Schweden so meine Probleme, aber das ist ein anderes Thema. Wenn ich mir die Dame allerdings ansehe und lese, was sie von sich gibt, würde ich nicht ausschließen, dass ihre Kinder froh gewesen wären, in eine Kinderkrippe gehen zu dürfen.
Herr Bischof hatte allerdings noch einen weiteren Mitstreiter. Herrn Wolfgang Grupp, Unternehmer und Vertreter konservativer Werte . Frauen haben ihre Mutterpflichten wahrzunehmen in erster Linie und die Familie aufrechtzuerhalten. Die Kinder gehören vor allen Dingen in den drei ersten Lebensjahren unbedingt zur Mutter. Wegen der Prägung. Kennen wir ja alle von den Graugänsen. Herr Grupp entwirft ein Familienbild, das schon in meinem Lesebuch leicht antiquiert war. Vater bei der Arbeit, Mutter hütet das Haus und die Kinder.
Ob es denn in seinem Unternehmen nicht auch den Erziehungsurlaub für Männer gebe, wird er von Frau Schreinemaker gefragt. Doch, den gäbe es schon. Aber keiner seiner "Männer" würde den fordern. Und das klang wie: das wäre ja noch schöner. Deren Frauen wissen noch was sich gehört.
Warum hatte ich plötzlich diese Skulpturen , wie sie auch im Dritten Reich und der DDR so beliebt waren, vor meinem geistigen Auge. Blonde Mutter, am Busen das jüngste Kind, stillend, an der Hand die übrigen Rangen zur Erhaltung der germanischen Rasse, winkt mit verklärtem Blick dem zu Arbeit schreitenden Vater hinterher. "Oh, geh nur, Geliebter. Sorge dich nicht. Ich will hier meinen Mann stehen und Haus und Kinder hüten, bis dein Weg dich heimwärts führt." Klappe.
Herr Grupp wurde nicht müde, seine eigene Familie zu loben und zu preisen, und ließ dann so ganz am Rande einfließen, dass seine 17 und 15 Jahre alten Kinder sich immer sehr freuten (oder so ähnlich) wenn sie aus ihrem englischen Internat, in dem sie sich seit ihrem elften bzw. zehnten Lebensjahr befänden, wieder nach Hause kämen, in die glückliche Familie.
Himmelarschundzwirn entfuhr es mir wenig damenhaft. So ein Dummschwätzer. Labert hier seit zehn Minuten von heiler Familie und wie wichtig diese für die Kinder sei und schiebt seine Gören mal kurz ins Internat ab. Am Gesicht der übrigen Talkshowteilnehmer, mit Ausnahme des Bischofs und der Gabi, war abzulesen, dass sie ähnliches dachten. Die Frage, wie sich denn das mit seinen Vorstellungen vereinbaren ließe, wurde folgendermaßen beantwortet: "Natürlich, wenn die Kinder das nicht gewollt hätten mit dem Internat, hätten sie es auch nicht gemusst, und es wäre ja auch nur zu ihrem Besten. " Klar, Wolfgang. Wer's glaubt wird selig.
Die Beiträge der sonstigen Teilnehmer waren nicht sonderlich von Bedeutung, Frau Christiansen fiel ihnen ins Wort, nur beim Bischof und dem Herrn Trigema, dass ist der mit dem Affen, traute sie sich nicht, ließ den einen salbadern und den anderen schwafeln.
Eigentlich war es wie immer bei Christiansen. Nur heute mit Bischof.
Wirklich vermisst in dieser Sendung habe ich folgende Personen:
Guido Westerwelle, Heiner Geißler, Norbert Blüm, Peter Scholl-Latour, Christian Pfeiffer, Ulla Schmidt, Volker Kauder, Sönke Wortmann, Franz Beckenbauer, Jürgen Trittin, Kurt Beck……..
Die bunte Reihe kann von den Lesern beliebig ergänzt und ausgetauscht worden.
Schönen guten Abend.
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26, 2, 2007 um 22:18 Uhr
Herr Trigema ist der Vorzeigeunternehmer da darf man nicht zwischenquatschen.
27, 2, 2007 um 15:20 Uhr
Genau. Sonst geht er doch noch ins Ausland.