Für Kurt Tucholsky war die SPD wie ein Radieschen, außen rot und innen weiß. Er drückte damit aus, was er von dieser Partei hielt. Ausschlaggebend dafür dürften wohl die Vorkommnisse während der Novemberrevolution 1918 gewesen sein.
Zitat Wikepedia:
Besonders hart ging er mit der SPD ins Gericht, deren Führung er ihr Versagen, ja Verrat an den eigenen Anhängern während der Novemberrevolution vorwarf. Über Friedrich Ebert schrieb er 1922 in „Prozeß Harden“:
Und über allem thront dieser Präsident, der seine Überzeugungen in dem Augenblick hinter sich warf, als er in die Lage gekommen war, sie zu verwirklichen.
Tja, die gute alte SPD. Mit dem über Bord werfen ihrer Grundsätze ist sie nicht zimperlich. Der Vorwurfs des Vaterlandsverrates und die Dolchstoßlegende haben sich tief in das kollektive Gedächnis Partei eingegraben. Bei irgendeinem Parteitag wurde wohl mal die Parole herausgegeben: bloß nicht links sein. Das aber bitte so geschickt, dass es nicht auffällt.
Peter Struck verteidigt Deutschland am Hindukusch, spricht von Kampfeinsätzen und zuckt dabei nicht mal mit der Wimper. Krieg ist wieder machbar. Da marschiert die SPD an vorderster Front. Noch vor zwanzig Jahren wären die Sozis dagegen auf die Straße gegangen, aber als Opposition läßt es sich ja auch gut krähen. Nicht einen Aufschrei höre ich von der Parteibasis gegen den Einsatz der Tornados. Im Gleichschritt marsch.
Herr Klose salbadert über die Moral und fühlt sich nur für die deutschstämmigen Deutschen verantwortlich. Herr Schröder, ehemaliger Juso-Vorsitzender und damals ganz links, was das bei ihm auch immer heißen mag, ist ohnehin Lichtjahre von den Grundideen der Sozialdemokratie entfernt. Ein Deutscher, der in Gas macht, ist mir ohnehin suspekt. Müntefering? Das einzige, was an dem noch rot ist, ist der Schal.
Bei vielen Genossen, die früher einen roten Anstrich hatten, blättert mit zunehmenden Alter wie an einem alten Möbelstück die Farbe ab, und darunter erscheint die schwarz-braune Grundierung.
Mich graust es nur noch.
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8, 2, 2007 um 18:58 Uhr
Oooh, du hast recht. Und dass auch du Kurt Tucholsky in Bezug mit der SPD nennst finde ich sehr löblich; bin ich doch auch ein Freund von Herrn T.