Der Dwarslöper

Am Anfang war die Flaschenpost. Skurrile Gedanken und Meinungen. Geschüttelt. Nicht gerührt.

Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht

Kann es möglich sein, dass sich da jemand angepisst fühlt, weil ein Blogger in einen Beitrag satirischer Form Fragen stellt? Fragen, keine Behauptungen aufstellt.

Fragen wie: Was muss man eigentlich tun, in welcher Form muss man sich bei einem Sender einschleimen, damit in völlig unkritischer Form über ein Unternehmen berichtet wird. Im Originaltext klingt das so:

Wem muss man bei der Deutschen Welle eigentlich einen blasen gut zureden, damit ein derartig unkritischer Werbebeitrag über die eigene Firma erscheint? Oder reicht es auch, wenn man einfach einen Koffer mit Geld beim zuständigen Redakteur vor die Tür stellt? Nur mal so gefragt

Sind diese Fragen etwa so dicht an der Wahrheit, dass sich ein gewisser Herr G., über den berichtet wird, auf den Schlips getreten fühlt?

Oder warum diese Überreaktion? Auch das eine Frage. Wie anders erklärt sich ein solcher Satz: der Beitrag beinhaltet unwahre Tatsachen über das Zustandekommen des Fernsehbeitrages, auf den der Blogeintrag gemünzt ist.

Ist es schon nicht mehr erlaubt in diesem Land,  Hofberichterstattung aufs Korn zu nehmen.

In den weiteren Textpassagen wird sich, in für mich ebenfalls  satirischer Form,  über einen gezogenen Vergleich zwischen dem gewissen Herrn G. aus Deutschland zu einem gewissen Herrn G. aus den USA lustig gemacht. In erster Linie allerdings über den Letzteren.

Oder sollte die Bezeichnung "der deutsche Bill Gates" gar ironisch gemeint sein und eine höfliche Umschreibung für:

sieht aus wie der mit dem die Mädchen in der Schule nie knutschen wollten, hat ne furchtbare Brille, einen fünf Euro Haarschnitt, stellt überteuerte Software mit vielen Bugs her hat und insgesamt soviel Charisma wie ein Teller Dichtungsringe.

Ich meine: Wenn man jemand als coolen Visionär darstellen will, hätte man doch bestimmt vom “deutschen Steve Jobs” geredet, oder?

Es mag ja sein, dass Anwälte keinen Sinn für Satire haben und deswegen  mal eben eine Beleidigung aus einem Text herauslesen.

Um daraus zu konstruieren, dieser Beitrag überschreite die Grenzen der Meinungsfreiheit. Zu behaupten, dieser Artikel beinhalte beleidigende, diffamierende und ehrverletzten Aussagen. Welch ein angekratztes Selbstbewusstsein muss dieser Herr G. aus Deutschland haben, wenn er sich dadurch schon verletzt fühlt. Vielleicht sollte er eher mal einen Therapeut aufsuchen, als mit Kanonen auf Spatzen zu schiesen. Oder hat jemand behauptet, Herr G. hat einen ganz Kleinen? Da würde ich die Reaktion ja direkt noch verstehen.

Reicht es aus, das Produkt des Unternehmens mit kritischen Worten zu bedenken, um sich unbeliebt zu machen. Ich zitiere weiter:

PS: Wer nicht weiß was Combots ist: Laut Michael Greve ist es die Revolution des Internet und die geilste Erfindung seit runterladbaren Klingeltönenist es die Revolution des Internet und die geilste Erfindung seit runterladbaren Klingeltönen. Andere Stimmen meinten nach dem Release der Public-Beta-Version von Combots …allerdings, daß es sich dabei eher um ein gepimpten Messenger handele, bei dem man den Usern nochmal genau erklären müsse, warum er für etwas das er bei ICQ, AIM, Trillian und Co umsonst bekommt, jetzt plötzlich Geld zahlen soll.

Reicht das alles aus, um den Blogger aufzufordern, den gesamten Beitrag unter Festsetzung einer Frist aus dem Internet zu nehmen. Das ganze unter Androhung rechtlicher Schritte. Wo leben wir eigentlich?

Was ist los in diesem Land, in dem sich eine Anwaltmafia tummelt, die darauf aus ist, unliebsame Konkurrenten und Kritiker mundtot zu machen. Eine Anwaltsmafia , die von Unternehmen und Politikern vor den Karren gespannt wird . Geld stinkt nicht und Geiz ist geil, und wer sich wehrt, ist saublöd, weil er den Kürzeren zieht..

Marcel B. kann ein Lied davon singen.

Zitat:

Angesichts dessen denke ich, es soll sich niemand wundern, dass immer mehr Deutsche der Auffassung sind, dass in Deutschland die Demokratie kaputt ist. Eine schleimige Du bist Deutschland Kampagne wird dieses Problem nicht lösen. In den USA gibt es eine Bewegung "Democracy now", vielleicht bekommt man so etwas auch in Deutschland auf die Beine gestellt? Von der gut geschmierten deutschen Schein-Demokratie haben immer mehr Menschen die Nase gestrichen voll. "Demokratie jetzt" klingt gar nicht schlecht.

Wir sollten wirklich ernsthaft darüber nachdenken. Obwohl ich mehr und mehr den Eindruck gewinne, solange man sich an die demokratischen Spielregeln hält, wird man nicht ernst genommen in diesem unserem Lande.

Vielleicht sollten wir Blogger in Zukunft in einer Art Schneeballsystem einen Beitrag, der auf einer Seite vom Netz genommen werden muss, im nächsten Blog wieder veröffentlichen. So ein bisschen Hase-und Igel spielen. Um zu zeigen: wir sind da und lassen uns den Mund nicht verbieten. 

So, und damit die angesprochenen Herren und Damens Anwälte wissen, mit wem sie es hier genau zu tun haben, vervollständige ich mein Impressum um meine komplette Adresse, die ich aus anderen Gründen bisher nicht auf diesem Blog genannt habe. 

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4 Kommentare

  1. Man muss es der Firma heutzutage ja schon hoch anrechnen, dass nicht gleich eine teure Abmahnung geschickt wurde…

  2. tja, das meint der Batz auch.

  3. Ja, toll. ‚Dafür, dass sie im Unrecht sind, haben sie sich kulant verhalten und nur mit Geldverlust gedroht, statt ihn gleich herbeizuführen.‘

    Das issn bisschen so (Achtung, Satire:), als ob man einen Killer für seine schmerzfreien Methoden lobt, oder?

    Ich weiß grad nicht, oder genauer: will grad nicht wissen, wie man es nennt, wenn man den Geldverlust Dritter herbeiführt (was Mit B?) oder androht (was mit N?), wenn der nicht macht, was man will, obwohl man dabei die Tatsachen etwas anders darstellt, als sie sind. (Niiicht, dass ich sagen würde, Combots verhielte sich so 😉 )

  4. nööö, das habe ich auch garnicht so verstanden, räusper…

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