Der Dwarslöper

Am Anfang war die Flaschenpost. Skurrile Gedanken und Meinungen. Geschüttelt. Nicht gerührt.

Verbiete-Verbote

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Ja, verbieten, verbieten. Killerspiele verbieten. Die sind an allem Schuld. Einmütig schreien Politiker, Medien, Experten und brave Bürger.

Ich stimme ein in das Geschrei. Ja, verbieten. Den Politiker verbieten, dummes Zeug zu reden, nur um ihre Popularität zu steigern. Den Medien verbieten, das Leid anderer Menschen auszuschlachten, im wahrsten Sinne des Wortes, um ihre Auflagen und Quoten hochzutreiben. Den "Experten" verbieten, in Talksshows geistige Onanie zu betreiben.

Verbietet die Werbung, die den Menschen vorgaukelt, dass sie nur glücklich sind, wenn sie bestimmte Produkte kaufen. Verbietet ihnen, schon die  Kinder gefügig zu machen, ihnen tagtäglich in Werbespots im Kinderfernsehen einzubläuen: du bist nichts, wenn du keine Markenklamotten, kein Handy hast. Dann bist du nicht cool und gehörst nicht dazu.

Verbietet ihnen, die Eltern glauben zu machen, dass sie mit materiellen Dingen ihren Kindern genüge tun können.

Verbietet die  Arroganz, die Herzlosigkeit, die Anmaßung, die Gleichgültigkeit, das mangelnde Mitempfinden der herrschenden Klasse am Schicksal derjenigen, die nicht dazu gehören. Verbietet ihnen, diese Menschen als Sozialschmarotzer zu bezeichnen,  diese Menschen für die Versäumnisse ihrer Politik über Jahrzehnte hinweg verantwortlichen zu machen. Verbietet ihnen, die Jungen gegen die Alten aufzuhetzen, die Arbeitbesitzenden gegen die Arbeitslosen.

Und weil alle diese Dinge nicht verboten werden können, müssen wir anfangen, uns dagegen zu wehren.

Das kann uns niemand verbieten.

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