Wir kennen sie ja alle aus der Werbung. Die hohlen Sprüche. Ein Produkt ist trendig, ein anderes liegt voll im Trend. Dann gibt es auch noch den Trend zum Zweitbuch.
Politiker bemühen den "Trend" oft in ihren Reden. Macht Eindruck, hört sich gut an, auch wenn im Endeffekt nichts dahinter steckt. Da kann auch Herr Nehm nicht zurückstehen und spricht im Zusammenhang mit den Attentaten in London und Madrid von dem "Trend zum Einzeltäter“.
Als wären Anschläge einer einzelnen Person etwas Neues. Wenn es sich dabei um die rechte Szene handelte, wurde schnell und gerne abgewiegelt und von "Einzeltätern" gesprochen. Bloß nicht den Verdacht aufkommen lassen, dahinter könnte eine organisierte Gruppe stehen.
Allerdings nennt Herr Nehm schon eine Gruppe, von der die Gefahr ausgeht. Unzufriedene Migranten, die sich radikalisieren könnten.
Tja, wenn das so einfach ist. Dann stellen wir doch gleich mal andere Gruppierungen auf den Prüfstand, von denen auch Gefahr ausgehen kann. Die Langzeitarbeitslosen zum Beispiel. Bei der Politik, die hier in diesem Land betrieben wird, ist nicht auszuschließen, dass die sich plötzlich auch radikalisieren. Und wer weiss, vielleicht sprengt sich der eine oder andere auch mal in der Arbeitsagentur in die Luft. Oder fährt mit seinem "Auto" sofern er denn noch eins hat, in das Ministerium für Arbeit und Soziales, in der Hoffnung, dort Herrn Müntefering zu treffen.
Und überhaupt. Sehe und höre ich mich um in dieser Republik, stelle ich fest, dass die Zahl der Unzufriedenen ständig steigt. In Gesprächen mit Freunden und Bekannten, als zufälliger "Zuhörer" auf der Straße, überall hört man die Stimme des, wie unsere Großkopferten so gerne sagen, "kleinen Mannes" der die Politik der Regierung nicht wohlwollend beurteilt. Um das mal vornehm auszudrücken.
Am besten wird es sein, Herr Nehm stellt als Generalbundesanwalt die gesamt Bevölkerung erstmal unter Generalverdacht. Wer heute noch nicht unzufrieden ist, wird es morgen bald sein.
Unsere Regierenden werden sicherlich bald dafür sorgen.

