Lieber Onkel Jorsche,
heute schreibe ich dir mal, Hannes Mutter.
Da können wir aber alle froh und dankbar sein. Und auf den Knien nach Washington rutschen. Du, lieber Onkel Jorsche, verzeihst uns unser "Nein" zur Beteiligung am Irakkrieg.
Ich persönlich atme jetzt wirklich auf. Jahrelang habe ich deswegen Albträume gehabt und mir schwere Vorwürfe gemacht. Nach allem, was ihr Amerikaner für uns getan habt, diese Schmach. Danke, Onkel Jorsche, danke. Auch im Namen von Hannes.
Danke auch für dein Verständnis. Wir Deutschen verabscheuen tatsächlich den Krieg, wenigstens einige. Bei Herrn Jung und anderen Betonköpfen bin ich mir da nicht so sicher. Ist aber auch egal, wie Hannes immer so schön sagt. Schließlich hatten wir auch einige Jahre damit zu tun, unsere Städte wieder aufzubauen. Da weiss man schon eher, was Krieg bedeutet, als wenn man chipsfressend von der Glotze sitzt, Cola säuft und zusieht, wie woanders Menschen sterben.
Nee, mögen mögen wir den Krieg nicht. Wie viele andere auch. Krieg ist ja nun mal kein Waldspaziergang. Aber das können nur Menschen verstehen, die Krieg hautnah erlebt haben. Ich glaube, die Vietnamesen mögen den Krieg auch nicht wirklich, oder die Irakis, auch wenn der von euch kommt.
Vielleicht habt ihr ja Glück, und lernt den Krieg auch mal in eurem eigenen Land kennen. So "learning by doing" Das letzte Mal, dass es bei euch gerumst hat (nee, nicht der 11.9.) ist ja auch schon eine Weile her.
Da vergisst man leicht, wie das ist.

