Heute, Schwestern, heute ist unser Tag. 08.03. Frauen aller Länder, vereinigt euch. Frauen, zur Freiheit zur Sonne.
Wie jetzt? Ihr wisst nicht um was es geht? Mädels, es ist der Internationale Frauentag. Noch nie was davon gehört? Internationaler Kampf der Frauenbewegung für die Gleichberechtigung der Frauen, für Frauenwahlrecht, für Selbstbestimmung. Ist uns ja nicht einfach so in den Schoss gefallen, und es gab auch vor Alice Schwarzer Frauen, die sich für die Interessen ihrer Geschlechtsgenossinnen stark gemacht haben. Im Grunde ernten wir/ihr doch nur die Früchte dieses Kampfes.
Man muss es sich mal vor Augen halten. Bis in die fünfziger Jahre hinein galten diese Gesetze:
Der Mann entscheidet bei allen das gemeinsame eheliche Leben betreffenden Angelegenheiten.
Der Mann bestimmt den Wohnort und die Wohnung.
Der Mann kann, falls die Frau die Familienpflichten durch ihre Berufstätigkeit vernachlässigt, den Arbeitsvertrag der Frau von sich aus gegenüber dem Arbeitgeber kündigen.
Der Mann verwaltet das Vermögen der Frau, das sie mit in die Ehe gebracht hat.
Die Frau hat am Zugewinn in der Ehe keinen Anteil.
Das uneheliche Kind gilt als nicht verwandt mit dem Vater. Das Sorgerecht hat der Amtsvormund.
Der Mann hat in Angelegenheiten der Familie und der Kinder das letzte Wort.
(Quelle: BR-Online.de)
Ja, da mag man sich an den Kopf fassen. Einigen Männer schießen wahrscheinlich Tränen der Rührung in die Augen, versonnen hört man sie seufzen : "das waren noch Zeiten". Vorbei, Jungs, vorbei.
Wie auch immer. Selbige, die Zeiten haben sich geändert. Frauen haben Rechte erkämpft, zumindest im Westen, wenn es auch hier und da noch klemmt. Die Frauenbewegung hat mittlerweile begriffen, dass Männer auch Menschen sind. Heute dürfen kleine Jungen hoffentlich wieder in Frauenläden (gibt es noch welche?) und werden nicht als potentielle Vergewaltiger diskriminiert.
Wenn ich mich nun aber umschaue in der Frauenwelt, die selbst mir oft wie ein Buch mit sieben Siegel erscheint, und die heutige Frauenjunggeneration betrachte, kommen mir oft Zweifel auf, ob diese "ach-ich-möchte-ein-Superstarmodel-sein-Mäuse" überhaupt wissen, wofür ihre Mütter und Großmütter gekämpft haben. Auf jegliches Schminken wurde verzichtet, um sich nicht zum Sexobjekt für die Männer zu machen. Brüste verborgen unter wabbligen, schwabbeligen Gewändern. Aus eben demselben Grund. Auch weite lila Latzhosen waren begehrt.
Heute laufen die süßen kleinen Weiber mit nackten, gepiercten Bäuchen arschwackelnd und aufgebrezelt durch die Landschaft. Jede für sich ein Heidi-Dumm-Verschnitt. Und nix anderes im Kopf als Kerle, Kerle, Kerle.
Ich könnte mich schlapplachen. Und dafür sind Büstenhalter verbrannt worden.
*Arghh* ich merke wieder einmal. Ich bin ein weiblicher Macho. *mg*

