Der Dwarslöper

Am Anfang war die Flaschenpost. Skurrile Gedanken und Meinungen. Geschüttelt. Nicht gerührt.

Hurra, wir fahrn in Puff nach Barcelona….

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Hannover ist Weltstadt, ohne Frage. Wir hatten die Expo, wir haben die Cebit, wir haben das größte Schützenfest der Welt und…wir haben Schmalstieg.

Demnächst haben wir auch die WM in der Stadt. Angesichts der Fluten von Männern allen Alters und aller Nationalitäten beschloss ein Bordellbesitzer, seinen Betrieb in ein neues Quartier mitten im Herzen Hannovers, gegenüber der Oper, umziehen zu lassen. Gestern sollte die Eröffnung des Etablissements sein.

Pustekuchen. Hannovers umliegende Geschäftswelt liess einen lauten, markigen Schrei ertönen. Unzucht, Verderbtheit, Geschäftsschädigung. Restaurantbesitzer fürchten um ihre muslimische Kunden. Nur der Papst hat sich noch nicht geäußert.

Hannover ist wachgerüttelt. Nach Berichten der HAZ war der neue alte Puff das Gesprächthema Nr. 1 auf der Georgstraße. Passanten rotteten sich vor dem Opernhaus zusammen, vergaßen den Ver.di Streik, vergaßen Frau Merkel und ihre schlimmen Jungs. Nur noch der Puff war interessant. Omas mit Rollatoren bezogen Stellung, ebenso Ehepaare. Da weitmehr die Männer, die ob ihrer Bemerkungen darüber verwunderte Blicke ihrer Ehefrauen auf sich zogen. "Heinz, das sprechen wir später drüber. Komm du mir mal nach Hause. Woher weißt du sowas überhaupt?"

Herr Gerhard G. 65, Jahre, befürchtete das Schlimmste: "Das ist verheerend. Die Damen werden hier mit Sicherheit auf sich aufmerksam machen….

Jau, Herr G. So wie Waltraud aus Wismar, die Toilettenfrau im Hafen. Die jedes einlaufende Segelschiff lauthals begrüßte: "Hallo Jungs, bei mir könnter duuuschen…" Allerdings brauchte man sowohl für das Klo als auch für die Dusche Gummistiefel, so knietief stand da die Jauche.

Zurück nach Hannover. Die Jauche wird nicht knietief stehen, die Frauen werden nicht auf sich aufmerksam machen, denn diesen Puff gab es immer schon in der Innenstadt. Gegenüber der Marktkirche. Keiner wusste, dass er existiert. Nichtmal die umliegenden Geschäftsleute. Nie auffällig, auch nach Aussagen der Polizei. Immer diskret.

Also, ihr Stadtärsche. Seid nicht so verlogen. Wahrscheinlich kennt der eine oder andere weiße Kragenträger den Laden sowieso schon besser als seine Hosentasche.

Denkt Hannovers Finanzlage und nehmt euch ein Beispiel an Salzgitter. Dort sind vier neue Sexclubs geplant.

Ich zitiere aus der HAZ:

In der Stadtverwaltung hat man keine Ahnung, woher die große Lust kommt, ein Bordell nach dem anderen zu eröffnen… und weiter heisst es:

Es liege noch keine gezielte Anfrage für die Eröffnung der Bordelle vor. Grundsätzlich habe die Stadt keine Einwände dagegen.

Liegt es einfach daran, dass Salzgitter pleite ist und Kohle braucht? Zahlt nicht auch ein Puffbesitzer Steuern? Und die Mädels, die dort dem ältesten Gewerbe der Welt nachgehen.

Machen wir doch einfach eine Benefiz-Veranstaltung aus dem Bordellbesuch: "Bumsen für das Stadtsäckel. Tut euerer Stadt was Gutes – und euch auch. " Na denn. Viel Spaß.

 

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