Der Dwarslöper

Am Anfang war die Flaschenpost. Skurrile Gedanken und Meinungen. Geschüttelt. Nicht gerührt.

Sitten und Gebräuche

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Schöne, alte Traditionen sollten nicht aufgegeben werden. Das Schuhplatterln in Bayern, das Wungassen in Römprecht, das Gummistiefelweitwerfen, das Bosseln sind nur einige Beispiele dafür.

Dies gilt nicht nur für Deutschland, sondern auch für andere Länder dieser Welt. Bei den Inuits, früher auch als Eskimos bekannt, war es guter Brauch, dem Gast die eigene Frau anzubieten. Es war auch üblich, die alten Eltern auf einer Eisscholle auszusetzen, nach dem Motto: schon wieder zwei Fresser weniger. Und so ließen sich sicherlich noch etliche Beispiel mehr anführen. Hm, über die letzte Variante sollten wir mal nachdenken. Ich gebe zu, dass mit der Beschaffung der Eisschollen ist noch ein Problem. Aber vielleicht könnte ein bilaterales Abkommen mit Grönland zur Sanierung der Rentenkassen beitragen.

Kommen wir wieder zu den Traditionen und Gebräuchen. In den USA ist ein alter Brauch, Gruppen, Länder und Machthaber zu unterstützen, die den Regierenden zum jeweiligen Zeitpunkt als genehm erscheinen. Soll heissen, den Zielen und Interessen der Politik und damit der Wirtschaft der USA dienlich sind. Pinochet, Marcos, die Taliban, Osama bin Laden, Noriega in Panama und viele, viele mehr.

Ein unerwünschter Nebeneffekt ist allerdings, dass sich früher oder später viele der vorgenannten Personen zu unerwünschten Personen entwickeln und die gehegte Freundschaft in Feindschaft umschlägt. Eben auch eine alte Tradition.

Nun darf Indien sich glücklich schätzen, in den Kreis der Erlauchten und Freunde aufgenommen zu werden. Nach Ablauf eines dreißigjährigen Boykotts wegen Indiens Atompolitik wird nun geschachert und geschmiert. Unser aller Weltenführer, Jorsche Dobbelju Bush entblödet sich nicht, Indien in den Rang einer "Weltmacht" emporzuloben.

Ich zitiere die Frankfurter Rundschau:

Bush sagte, Indiens Führung werde "gebraucht in einer Welt, die sich nach Freiheit sehnt". Die USA und Indien würden "das Licht der Freiheit gemeinsam in die dunkelsten Ecken unserer Erde tragen".

Jau, das Licht der Freiheit. Reintragen. In die dunkelsten Ecken der Erde. Dieses Licht lernten die Japaner am 6.August 1945 in Hiroshima und am 9. August in Nagasaki kennen.

Gut, kann man nun sagen, Kolateralschäden, oder wie es auf gut deutsch heisst: ein bisschen Schwund ist immer. Davon wollen wir uns doch nicht die gute Laune verderben lassen.

Die Rüstungsindustrie muss verdienen, die Chinesen sollen in Schach gehalten werden, da bleibt keine Zeit für Gefühlsduseleien.

Und falls in Indien zu irgendeinem Zeitpunkt mal Leute an die Regierung kommen, die nicht mehr in das amerikanische Horn blasen, hat man ein neues Mitglied in dem Club der Bösewichte und Schurkenstaaten. Ist doch eine tolle Aussicht. So gehen einem nie die Feinde aus.

Apropos, dunkelste Ecke der Welt. Die ist für mich zurzeit in Washington. Kann nicht mal einer das Licht anzünden?

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