Der Dwarslöper

Am Anfang war die Flaschenpost. Skurrile Gedanken und Meinungen. Geschüttelt. Nicht gerührt.

Spiel mir das Lied vom Tod

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Spiel mir das Lied vom Tod

Endlich mal wieder eine gute Idee. Senioren, wie die alten Schmarotzer, die nicht abkratzen wollen auch liebevoll genannt werden, die im Heim wohnen und dort einen Herzinfarkt erleiden, sollten nach einer These britischer Mediziner nicht mehr wiederbelebt werden.

Richtig so. Die Alten sind doch sowieso zu nix mehr zu gebrauchen. Sind sie im Normalfall schon kaum noch in der Lage, ihre Umwelt wahrzunehmen und einen Beitrag zum Allgemeinwohl zu leisten, so kriegt man sie nach Wiederbelebungsversuchen schon garnicht mehr auf die Spur.

Kleines Zitat aus SpOn.

Deshalb müsse man ernsthaft überlegen, ob man in den Seniorenheimen überhaupt noch generell Opfer eines Herzstillstands wiederbeleben sollte – oder das dafür erforderliche Geld und Personal nicht besser anderswo einsetzt, schreiben Conroy und seine Kollegen im renommierten "British Medical Journal".

Ja, genau. Wenn das Experiment dann vom Erfolg gekrönt ist, weiten wir einfach den Personenkreis der unnützen Fresser aus. Schließlich sind nicht nur den Greise vom Herzinfarkt betroffen, nein. Da gibt es auch noch andere Gruppen, die für die Volkswirtschaft keinen besonderen Nutzen haben.

Behinderte: bei Reduzierung dieser Gruppe durch das oben zur Diskussion stehende Verfahren könnten unnütze Ausgaben für Extra-Parkplätze und ähnliche behindertengerechte Einrichtungen gespart werden. Von den Unterbringungskostenn ganz zu schweigen.

Schwule: kriegen keine Kinder, nehmen anständigen Bürgern die begehrten Bürgermeisterposten weg und sind überhaupt ein Übel.

Langzeitarbeitslose: ohnehin Sozialschmarotzer, machen sich auf Kosten aller ein fröhliches Leben.

Unter dem Strich würde ein erkleckliches Sümmchen zur Reduzierung der Ausgaben von Bund und Ländern zusammenkommen. Unsere Politiker wären gleichermaßen von der Auswahl betroffen, da alle vorgenannten Gruppen in ihren Reihen anzutreffen sind.

Allerdings nennt man die Langzeitarbeitslosen dort anders. Ex-Kanzler, Ex-Bundespräsidenten, Ex-Minister.

Also, Jungs. Geht mit gutem Beispiel voran. Fasst euch ans Herz.

Kommentare

Machen wir es einfacher und moralisch nicht so verwerflich: Schicke alle Genannten nach England ;-)

@mxsmart
Das kostet ja auch wieder Geld ;-)

@dauni
Kaum zu glauben, daß Leute sich immer wieder solche Sachen ausenken. Hatte hier in De nicht vor einigen Jahren auch mal ein Politiker (o.Ä.) sowas ähnliches von sich gegeben? Da ging's, glaube ich, um Transplantationen sowie künstliche Gelenke für 'Alte' und so…

@olli: ja, dieser fuzzi hier: 2003
…der Bundesvorsitzende der Jungen Union, Philipp Missfelder, hat es gerade auf besonders ärgerliche Weise gezeigt. „Alte konsumieren auf unsere Kosten“: so heißt die Schlagzeile. Keine künstlichen Hüftgelenke für 85-jährige, so heißt angeblich die Lösung…:-(

@mxsmart: …als Versuchskaninchen? ;-)

Genau den meinte ich… Da kann man sich wirklich nur noch an den Kopf fassen… >:-(

was mich dabei besonders ärgert, ist die systematische Aufhetzung von Jung gegen Alt oder auch von Arbeitbesitzenden gegen Arbeitslose, die sowohl in den Medien als auch in der Politik stattfindet. Bei den Medien, um ihre Quoten zu steigern. Bei Politikern, um über ihre eigene Unfähigkeit und Fehler hinwegzutäuschen.

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