Früher war alles besser. Hat der Opa schon immer gesagt. Früher war alles besser. Da hatte alles seine Ordnung. Der Mann war das Familienoberhaupt, Muttern kuschte, die Kinder auch.
Außerdem gab es einen Kaiser, später dann einen Führer, der die Weltherrschaft wollte. Erinnert mich das jetzt an was? Hm, mal nachdenken. Nee, fällt mir im Moment nichts zu ein.
Früher hatten wir nicht nur einen Kaiser und einen Führer, nein, später dann auch den Kalten Krieg. Da war alles noch ganz einfach. Auf der einen Seiten waren die Bösen im Osten. Die Kommunisten, Bolschewiken, mit einem Wort: die Russen. Die wollten den armen Kapitalisten, also uns, den Guten im Westen, ihre Ersparnisse wegnehmen. Also auch unser Oma ihr klein Häuschen.
Deswegen haben die ganz Guten, die Amerikaner, auch auf uns aufgepasst. Damit wir das alles behalten können. Dafür mussten wir garnicht viel tun. Nur immer schön brav sein, und den Amerikanern sagen, dass wir ihre Freunde sind. Und das wir auch nichts dagegen haben, wenn sie in Vietnam Bomben werfen.
Manche haben das aber doch getan, und die waren dann auch böse. Das waren nämlich Linke. Deswegen haben die Guten in unserem Land gesagt: wenn es euch hier nicht passt, dann geht doch rüber. In die DDR. Da saßen auch Kommunisten, also auch böse. Obwohl das alles unsere Brüdern und Schwestern waren. Aber so war das eben, früher.
Damit aus dem kalten Krieg kein heißer Krieg wurde, haben die bösen Russen und die guten Amerikaner andere Länder für sich kämpfen lassen. Quasi als Stellvertreter. Schließlich mussten ja auch mal die neuen Waffensysteme ausprobiert werden und der alte Schrott auch weg.
So war das damals. In der guten alten Zeit. Wir wussten genau, wer gut und böse war. Alles war berechenbar.
Dann haben die blöden Russen uns aber einen Strich durch die Rechnung gemacht. Der Gorbi hat einfach gesagt: Glasnost. Und zack, waren die Kommunisten plötzlich weg. Und die Mauer in Deutschland auch. Und plötzlich waren wir in Deutschland ein einig’ Vaterland.
Alle haben sich gefreut. Und viele hatten die Hoffnung, dass die Welt jetzt besser wird.
Aber was ist jetzt? Nichts ist besser. Jetzt haben wir nicht nur die Islamisten wie Osama, der früher mal ein guter Freund der Amerikaner war, damals, als die Feinde noch Nikita, Leonid oder Boris hießen, sondern auch noch die Vogelgrippe.
Vom Osama weiss keiner, wo er steckt, und was er gerade so vorhat. Von der Vogelgrippe kennt man zwar den derzeitigen Aufenthalt, nämlich die Türkei. Aber was sie so machen wird, weiss man auch nicht. Sind also unsichtbare Feinde.
Das ist sogar unser Weltenretter Onkel Jorsche ratlos. Die Türkei jetzt flächendeckend zu bombardieren wegen der Vogelgrippe, scheint wenig effektiv. Und Osama ist da, wo man glaubt, dass er ist, sowieso nicht.
Macht aber nix. Hauptsache, es gibt überhaupt ein Feindbild. Der Iran läuft sich ja auch schon warm.
Und beim nächsten Mal erkläre ich euch, was man machen muss, um Präsident von Amerika zu werde

