Auch im neuen Jahr groovt der Berg dank BATZ weiter. Die Story auf der Grundlage von Googlesuchwörtern nimmt kein Ende.
Für alle, die Reinhold noch nicht kennen, empfehle ich die Folgen "Der Berg groovt 1-8".
Mei hatte Reinhold fast eingeholt, nachdem er wütend und genervt aus Kaulitz Taxi gestürmt war. "Leinhold, bitte bleib stehen. " rief sie hinter ihm her. "Bitte walte auf mich." Wieder vergaß sie vor Aufregung, das "R" zu sprechen.
Ihre Rufe führten zum gewünschten Erfolgt. Er blieb abrupt stehen, immer noch zornig. "So ein Idiot, so ein Laberhannes, so ein….." Mei war neben ihm, legt sanft ihre Hand auf seinen Arm. "Halt ein, Reinhold. Ein altes chinesische Sprichwort sagt: wer lächelt, statt zu toben, ist immer der Stärkere." "Ja mei, Mei. Du hast ja Recht, Madel. Es lohnt nicht, sich so aufzuregen. Lass uns zusehen, dass wir unseren Weg in die Berge finden. "
Eine Weile gingen sie schweigend nebeneinander her. "Darf ich dich was fragen, Reinhold?" "Ja, freilich, Mei. Frag nur." "Kannst du mir bitte erklären, warum du dem Yeti so ähnlich sein willst? Das willst du doch?" Er druckste ein Weile herum, bevor er antwortete: "Nun, du musst wissen, als Kind hatte ich einen Teddybären, der sehr kuschelig war. Ich liebte ihn über alles. Meinen Vater hat das gestört, er wollte aus mir einen richtigen Jungen machen. Als er mich eines Tages erwischte, wie ich mit dem Bären sehr intensiv schmuste, na, du weißt schon wie, da riss er mir meinen Teddy weg. Wütend schrie er mich an, bezeichnete Bärli und mich als miese Schwuchteln. Ich hab ihn nicht wiedergesehen, den Bärli."
Von da an hegte ich nur noch einen Wunsch. Ich wollte einen Bärli haben, und je größer ich wurde, umso so größer wurde auch der Bärli, den ich haben wollte. Verstehst? " Mei nickte. Sie hatten auf einer Bank Platz genommen, an einer Bushaltestelle. Reinhold erzählte weiter: "Nachdem mein Vater mir den Bären abgenommen hatte, begann ich wieder an ins Bett zu machen. Eigentlich nicht weiter schlimm, aber ich war schon dreizehn. Meine Mama brachte mich zu unserem alten Hausarzt, der wusste immer einen Rat. Er hatte ihr damals, nachdem ich geboren wurde und sie mich nicht stillen konnte, ein Medikament zur Steigerung der Muttermilch verschrieben. Über etwaige Nebenwirkungen hatte er nichts gesagt, darum machte sich auch niemand Gedanken darüber, als mir am ganzen Körper Haare wuchsen.
Dieser Hausarzt wollte mir nun mit einem Elektroschock das Bettnässen abgewöhnen. Als meine Mutter skeptisch guckte, sagte er nur: „Hams vertrauen, gute Frau.“ Dann schob er sie sanft aus dem Zimmer und begann mich zu verkabeln. Bevor er den Schalter umlegte, schaute er mich an. Ein merkwürdiges Funkeln war in seinen Augen. Das letzte, was ich hörte, bevor ich die Besinnung verlor, war: "Quieken sollst du. DvD."
Als ich wieder zu mir kam, knüpfte er gerade wieder seinen Kittel zu. Ich schaute ihn verwundert an: "Was heißt DvD, Herr Doktor? frug ich ihn. "Ach Spatzerl, das bedeutet nichts weiter als "Du verrückter Depp". Ein Spaß. Sonst nichts."
Reinhold hielt inne. Eine Frau hatte sich neben ihnen auf die Bank gesetzt und die BILD Zeitung entfaltet. Sein Blick war auf die Schlagzeile gefallen. In den üblichen großen Lettern stand dort: Ist Elijah Wood schwul? Weiter auf Seite 2. "
"Äh, wo war ich stehen geblieben?" Mei schaute wieder irritiert: "Aber wir sitzen doch, Reinhold." antwortete sie. Er lächelte milde. "Du kleine Schäfchen, du." Er streichelte ihre Hand.
"Achja, ich weiss schon. Bevor ich das Zimmer des Arztes verließ, zog mich dieser an sich.
Ich musste ihm versprechen, über seine Behandlung nichts zu erzählen. Nicht mal meiner Mama. Dabei sagte er einen merkwürdigen Satz: "Mein Name ist Drops, wer mich ärgert, geht hops." Ich verstand nicht, was er meinte, aber es klang wie eine Drohung.
Die Therapie hatte nicht den gewünschten Erfolg, allerdings verlor ich danach meine Behaarung, bis auf die im Gesicht.Ich war sehr traurig, denn nun ähnelte ich meinem Bärli garnicht mehr und fühlte mich sehr einsam.
Wie durch einen Wink des Himmels entdeckte ich die Bergsteigerei und mir wurde klar: "Das ist dein Weg. Als ich dann noch vom Himalaja hörte, und die Geschichten über den Yeti las, war es um mich geschehen. Seitdem bin ich auf der Suche."
Mei hatte aufmerksam Reinholds Worten gelauscht. Eigentlich wollte sie gerne wissen, was aus seiner Bettnässerei geworden war, jedoch ihre asiatische Höflichkeit verbat ihr diese Frage.
Die Frau neben ihnen murmelte kopfschüttelnd unverständliche Wörter. Sie hörten nur "Leder + Hetero". Wortfetzen. Mit einemmal platze es aus ihr heraus: "So ein Saukram, son dreckerter, Herrschaftszeiten." Reinhold und Mei schauten sich verblüfft an. Was meinte sie nur? Hatte sie gelauscht?
Die beiden erhoben sich. "Lass uns den Dialog im Bus weiterführen, Mei. Da kommt er gerade. Der bringt uns den Bergen wieder ein Stück näher." Er blickte Mei an. In seinen Augen waren Zweifel. "Wirst du mich weiterhin begleiten, Mei?" Die junge Chinesin konnte nicht mehr antworten, da das Fahrzeug bereits hielt. Sie stiegen ein, um sich auf den Plätzen direkt hinter dem Busfahrer nieder zulassen. Mit durchdrehenden Reifen startete dieser zur Weiterfahrt.
In der nächsten Reihe plumpste die Frau, die mit ihnen an der Haltestelle gewartet hatte, in den Sitz. Sofort begann sie, mit ihrer Nachbarin zu schwatzen, die sie zu kennen schien. Der Bus ging mit einem ziemlich hohen Tempo durch die nächsten Kurven, die Fahrgäste wurden hin und hergeschleudert. "Was ist denn mit dem los?" fragte Reinhold lauter, als er beabsichtigt hatte.
Die Frau hinter ihnen steckte ihr Gesicht durch den Spalt, der die beiden Rückenlehnen voneinander trennte. "Nix für ungut. Aber der Mosersepp ist schon seit einiger Zeit etwas merkwürdig. Der hat sich da einen Film angesehen, Hard Boiled..." Weiter kam sie nicht, weil sie von ihrer Banknachbarin unterbrochen wurde. "Ja, genau, dieser Film, wie heisst der doch noch gleich auf deutsch…, ah, jetzt hab ich's wieder. Blutige Abrechnung, heisst der. Der handelt von einem Busfahrer, der…" Reinhold fühlte sich an Kaulitz erinnert. "Danke für die Information" sagte er knapp. "Aber eins müssen sie noch wissen. Sagens nur nix über seine Fahrweise. Der Sepp kann nämlich keine Kritik vertragen, verstehns?"
Reinhold rutschte tiefer in seinen Sitz. Die beiden Frauen plapperten bereits über etwas anderes, er verstand nur, dass es sich um einen Film handelte, der im Fernsehen gezeigt worden war. "Da hams so lustige Sachen über Roboter gezeigt, Anna. Also, lachen musst' ich da. Anna, des war so lustig."
"Mei, lass uns etwas weiter nach hinten gehen, vielleicht finden wir dort noch andere Plätze. Hier wird mir schlecht." Reinhold stand auf, Mei tat es ihm gleich. Die beiden Dorfschönheiten nickten ihnen lächelnd zu. Geradezu verständnisvoll. Reinhold glaubte ihm weggehen zu hören, dass die Worte "stattliches Mannsbild" und "dann so eine Asiatische" fielen.
Sie setzten sich auf die letzte Bank. So hatten sie wenigstens niemanden im Rücken. Allerdings saßen ihnen nun zwei Jungen gegenüber, mit umgedrehten Mützen auf dem Kopf, und Hosen, die wohl ihren größeren Brüdern gehörten. So tief hing der Hosenboden in den Kniekehlen. Beide hielten Fotohandys in den Händen, kicherten und betrachteten ihre Bilder. "Ey, escht geil die Alte. Voll krass, ey." Dabei stießen sie sich die Ellenbogen gegenseitig in die Seiten. "Ey, Alder, isch hab mir das Lied vom lustigen Heringssalat runergelodet. Das groovt unheimlich ab, Alder. Wills ma hörn?"
Er spürte wie ihm die Adern anschwollen. Noch bevor er dazukam loszuplatzen, rief der Busfahrer die nächste Haltestelle aus. "Hier alle Fahrgäste aussteigen, die auf die Zugspitze wollen. Der Bus zur Zugspitzbahn fährt in wenigen Minuten."
Reinhold stutze. Kaulitz hatte doch was vom Watzmann gefaselt. Dabei waren sie doch auf derselben Straße wie vorher gefahren. Ach, ist eh wurscht, dachte er. Hauptsache, wir kommen endlich in die Berge. Er wandte sich Mei zu.
"Komm Mei," Sie gingen zur Tür, die sich alsbald mit einem leisen Zischen öffnete.

