Diese Google-Suchwörter vom Batz haben diesmal zur weiteren Geschehen der Story um Reinhold, Mei und dem Yeti beigetragen. Alle drei bedanken sich artig.
Angesichts der Tatsache, dass meine Einleitung „Was bisher geschah“ zur Geschichte mittlerweile sehr umfangreich geworden ist, weise ich der Einfachheit halber auf die bisherigen Folgen 1-7 hin.
Das Taxi entfernte sich rasch vom Tokio Hotel, der Pension, in der Reinhold und Mei die Nacht verbracht hatten.
Der Taxenfahrer versuchte, ein Gespräch in Gang zu bringen. "Ja, hat's ihnen den gefallen in unserem schönen München?“ Reinhold nickte. "Was ham’s gesagt?" fragte der Fahrer. "Ja, doch, war nett. " antwortete Reinhold zögerlich. Was sollte er auch sagen. Dass ihm die Großstädte gegen den Strich gingen. Außerdem hasste er Zwangsgespräche, die ihm von anderen Menschen aufgedrängt wurden. Im Taxi, im Aufzug, beim Friseur.
"Ja, und nun wollens in die Berge? Ham’s da Verwandtschaft? Ha, ha, ha." der Mann wollte sich ausschütten vor lachen. Er hielt das für einen Gag. Dabei wusste er garnicht, wie nahe er der Wahrheit war. Verwandte Seelen, der Yeti und ich, dachte Reinhold.
"So in etwa. Eigentlich wollten wir zur Schneekoppe, sind aber durch dumme Zufälle hier in München gelandet. Nun wollen wir in die Berge." Zu weiteren Erklärungen war Reinhold nicht bereit. Was ging’s den Chauffeur an.
Dieser fing wieder an zu quasseln:" Ach, die Schneekoppe. Im Riesengebirge. Sudeten. Da kommen mir auch her. Meine Familie.. Also, wenn's da mal hinwollen und a’ Unterkunft brauchen, kann ich ihnen eine Adresse von Familie Kaulitz, so heiß i', geben. Sozusagen eine Home adresse, ha, ha, ha, " Erneut brach er in schallendes Gelächter aus.“ Des ist noch ein Onkel von mir dort. Müssens nur sagen. Mein Onkel ist Imker. In Brünn. Sein Honig ist berühmt über die Grenzen hinaus. Seit 2005 hat er einen Vertrag mit dieser Firma Schneekoppe. Ha, ha, ha.." Abermals ertönte sein Lachen.
Reinhold schaute Mei an und verdrehte die Augen. "So ein Dummschwätzer." flüsterte er Mei zu. Diese lächelte sanft, wie immer. Der Wagen hatte an einer Ampel gehalten. Der Fahrer drehte sich um und reichte Reinhold einen Zettel. "Da ham's die Adresse vom Onkel. Nur die Postnummer habe ich nicht. " An Reinhold Gesicht sah er, dass dieser ihn nicht verstand. “Postnummer, host mi', na, die Postleitzahl. Wann's mal hinschreiben wollen." "Aaachjaa" war alles, was Reinhold entgegnete. Er war reichlich angenervt. "Wie weit ist's denn noch zu die Berge? fragte Mei.
Herr Kaulitz antwortete prompt, bevor Reinhold noch Luft holen konnte. "Ja, Mädelchen, kannst mich denn überhaupt verstehn? Du sprechen deutsch? Wo du wollen hin? Wollts nach Berchtesgaden, zum Watz?" Mei verstand nur Bahnhof. Aber da wollte sie nur wirklich nicht hin. "Watz? Was ist denn datz" wollte Reinhold wissen und schüttelte den Kopf ob seines Versprechers. "Na, unser Watzmann. Ist doch der vierthöchste Berg in Deutschland."
"Ach, und ich dacht schon, sie meinen die "WATZ" Zeitung aus NRW. " sagte Reinhold und prustete nun seinerseits los. Herr Kaulitz reagierte prompt: "Die schreibt sich W A Z. Wanns die meinen." Reinholds Lachen blieb im Halse stecken. Für so schlagfertig hatte er den Fahrer nicht gehalten. "
" Die hat neulich über Schulen mit Projekten zum coming out von Schüler berichtet. Wissens, mein Enkel, der Bill, eigentlich heißt der ja Franzl, aber seit neuestem nennt er sich Bill, ist ja auch schwul. Der Bengel. Aber ich sag immer: lass ihn doch. Solange er mich nicht antatscht." Wieder hielt er seine Aussage für einen gelungenen Gag und brüllte vor Lachen los. Mei zuckte bei dem Gegröle zusammen und drückte sich verschreckt in den Sitz. Reinhold streichelte ihr Gesicht: "Ja, mei, Mei. Du musst schon was mitmachen, gell?" Sie antwortete nicht, errötete aber leicht.
Reinhold kniff die Augen zusammen: "Sie passen doch überhaupt nicht in das Beuteraster von Schwulen." entfuhr es ihm. Er war wütend wegen des ununterbrochenen Gequatsches von Kaulitz. Gleichzeitig schoss ihm durch den Kopf: was weißt du überhaupt vom Beuteraster der Schwulen? Ebenso plötzlich sah er den Yeti vor seinem geistigen Auge, und ein Schaudern durchlief seinen Körper. Was sollte das denn nun wieder? War die Situation nicht schon verfahren genug?
Er hatte geglaubt, Kaulitz mit seiner Bemerkung ruhig zu stellen. Doch die Verschnaufpause dauerte nur kurz. Der Fahrer begann erneut. " Überhaupt, diese jungen Leute von heute. Da hab i’ neulich in Stern TV gesehen, wie sich Schüler umbringen wollen, nur weil sie nicht mit Emma Watson ma schatten können.“
"Und der eine hielt sich sogar für Daniel Radcliffe. Hat daheim versucht zu zaubern und behauptet, das Katzenklo sei ein verzauberter Spind. Und seine Schulsachen hat er da denn auch immer reingelegt. Und die Katze hat’s vollgepisst. Gestunken hat’s, grauslich. Hat die Mutter dem Jauch erzählt. Also, völlig drunter und drüber in der Familie. Und dann hat der Bengel die Briefe zu Kondulation vom Opa auf dem Heimweg in den Mülleimer geworfen. Da hat’s die Mutter völlig umgehauen. Die war völlig fertig mit die Nerven."
"Apropos, gestunken. „ fuhr er fort, ohne das Reinhold die Chance hatte, ihm Einhalt zu gebieten. Ham's den Film gesehen. The Stink of Flesh. Also, des war vielleicht ein Schmarren, sag i’ ihnen. Son Horrorfilm mit Zombies, wissen's. Die waren grauslicher als der Yeti, verstehn's…?“
Reinhold platzte der Kragen. „Anhalten, sofort anhalten“ stieß er wütend hervor. Der Fahrer stieg in die Eisen. Mit quietschenden Reifen kam der Wagen zum stehen. „Ja, was is’ denn nu los?“ fragte Kaulitz. „Mir san doch noch garnicht bei die Berge.“ Ein zorniger Blick Reinhold ließ ihn verstummen. „Fuchzig Euro macht’s dann“ Das kam Reinhold bekannt vor, aus Erfurt.
Mit heftigem Ruck öffnete Reinhold die Wagentür, schmiss Kaulitz das Geld auf den Beifahrersitz und stürmte davon. Mei hatte Mühe, ihm zu folgen. „Leinhold, wo willst du hin?“ war das Letzte was Kaulitz hörte, bevor er, kopfschüttelnd, „Saupreißen, japanische“ murmelnd, davonfuhr.

