Die von der Hand in den Mund leben, weil ihre Anträge auf den Ämtern, Arbeitsagenturen, nicht bearbeitet werden. Bearbeitungszeiten von bis zu 10 Monaten und mehr hinnehmen müssen.
Und dazu auf eben diesen Ämtern falsch beraten werden, auf Grund der falschen Beratung ablehnende Bescheide oder einfach zuwenig Geld erhalten. Deren Hoffnung auf eine Nachzahlung für die vergangene Zeit wie eine Seifenblase zerplatzt.
Weil Formfehler vorliegen, die sie nicht zu verantworten haben. Denen bei zaghaften Nachfragen immer wieder vorgehalten wird, es fehle noch dieser oder jener Nachweis. Wenn dieser erbracht wird, wieder Funkstille. Kein Bescheid, kein Geld.
Bei neuerlichen Anfragen, mit denen sie sich Zeit gelassen haben, um ja nicht unangenehm aufzufallen bei den Sachbearbeitern, sich sagen lassen müssen: nein, wie haben ihren Antrag noch nicht weiterbearbeitet. Sie haben ja nichts mehr von sich hören lassen. Wir haben Anweisung, Anträge nur noch zu bearbeiten, wenn der Antragsteller sich in regelmäßigen Abständen meldet. So geschehen in Berlin.
Während ich diesen Beitrag schreibe, merke ich, wie ich doch wieder zornig werde. Es hat eine Situation vor über 30 Jahren in meinem Leben gegeben, in der ich ähnliches erlebte. Déjà vu. Nichts, aber auch gar nichts hat sich geändert.
Ich kenne das Gefühl von Hilflosigkeit, dieses ausgeliefert sein. Man kommt nach Hause vom Amt, oder öffnet den Brief mit dem Bescheid und ist wie im Schockzustand. Sich hinsetzen, heulen. Fragen, was nun? Wie soll es weitergehen?
Viele resignieren und lassen mit sich geschehen. Verständlich. Das ist jedoch genau die Handlungsweise, mit der gerechnet wird. Das keiner aufmuckt, sondern sich fügt.
Auch das ist Deutschland.
Mein Appell: lernt, euch zu wehren. Nehmt den Rechtsweg in Anspruch. Geht an die Öffentlichkeit. Ihr meint, kein guter Tipp bei der allgemeinen Stimmung gegen Arbeitslose und Sozialschwache im Lande? Und doch eine Möglichkeit, ein Versuch. Was habt ihr zu verlieren?
Nichts mehr, nur noch eure Würde.
Das nur am Rande: Ich habe mich gewehrt, mit Erfolg. Für eine bisschen Wirbel gesorgt. Unter Einhaltung des Rechtsweges, sprich Widerspruch, einem lebhaften Briefwechsel mit Hannovers Oberbürgermeister sowie dem damaligen Sozialdezernten und einer persönlichen Entschuldigung der zuständigen Sachbearbeiterin. Auf Anordnung von Amtswegen.
Kommentare
Ich bin genauso sprachlos wie Du .
Wie wir alle .
Also : Schreiben !
Bis bald , der Hamburger
Schreiben und Öffentlichkeit erzeugen. Weitersagen. Danke.
Danke für die aufmunternden Worte!
Du bist nicht allein…
Leider will der Trackback nicht.
Hier also mehr zum Thema:
http://cyb.twoday.net/stories/1103331/
Trackback: Sozialbetrug „Eine freiheitliche Gesellschaft, in der die Ehrlichen sich als Dumme fühlen, kann nicht überleben. Ohne Anstand und Moral kann die Erneuerung unseres Sozialstaates nicht gelingen.” (Wolfgang Clement, MdB)Ganz recht Herr Clement, so sieht die Theorie au…
Trackback: Das Ende des Schweigens "Die Achtung vor der Menschenw


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