Der Dwarslöper

Am Anfang war die Flaschenpost. Skurrile Gedanken und Meinungen. Geschüttelt. Nicht gerührt.

Fundamentalismus

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Eigentlich bin ich bemüht, mich nicht mehr über unsere Politiker aufzuregen. Oder über Herrn Ratzinger. Oder Herrn Bush. Gelingt mir leider nicht immer.

Gerade Herr Ratzinger geht mir im Moment in besonderem Maße quer. Warum regen wir uns in unserem Land eigentlich über den Fundamentalismus in den arabischen Staaten auf. Ich will an dieser Stelle einfach nur die Worte sprechen: "Völker dieser Welt, schaut nach Rom."

Unser Joseph kann sich doch wirklich nahtlos in die Reihe der bärtigen, berockten Männer des Islams einreihen. Er müsste sich doch hervorragend mit Khamenei und Konsorten verstehen. Der Blickwinkel der Herren ist doch gleichermaßen beschränkt.

Mir ist es völlig gleichgültig, aus welcher Ecke Hetzreden gegen anders denkende, Anderslebende Menschen erfolgen. Ich verabscheue alle intoleranten, einseitig ausgelegten Ansichtsweisen, die zur Diskriminierung führen.

Ist Herr Ratzinger sich eigentlich bewusst, was er mit seiner Hetze auf die Homosexuellen anrichten kann. Im Namen der Kirche sind schon genug Menschen verfolgt worden, reicht es noch nicht? Die heilige Inquisition schlägt wieder zu. Wo leben wir eigentlich? Nennt man das nicht im allgemeinen Volksverhetzung? Ich bin wütend, maßlos wütend.

Wovor haben die Herren im Vatikan eigentlich Angst? Welche Phantasien geistern durch die Köpfe in diesem Männerverein, die zur Folge haben, das Gruppen von Menschen verteufelt werden. Jeder, der Sexualität nicht nur zum Zwecke der Kinderzeugung betreibt. Eigene, nicht ausgelebte Sexvorstellungen? Müsste für jeden Psychoanalytiker doch ein tolles Spielfeld sein, der Vatikan. Holt euch doch diese vertrockneten, fanatischen Greise mal zu Forschungszwecke auf die Couch.

Mir stinkt diese ganze Verlogenheit. Das Zölibat, eingeführt 1139, von Papst Innozens II. Die unbefleckte Empfängnis der Jungfrau Maria, Dogma von Papst Pius IX 1850, und von eben diesem 1870 das Dogma der Unfehlbarkeit des Papstes. Wir basteln uns eine Kirchengeschichte. Andere Leute kommen für so was in die Anstalt.

Zu Ratzinger fällt mir nur ein: Joseph, mir graust vor dir. Du bist der zweite Deutsche, für den ich mich schäme.

Der erste war allerdings Österreicher.

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2 Kommentare

  1. Es wundert mich immer sehr, wie sich manche aufregen über etwas, was sie gar nicht verstehen. Fundamentalismus wird heute alles genannt, was einen gewissen Wahrheitsanspruch beinhaltet und sofern es dem Zeitgeist widerspricht(!). Die Ablehnung der praktizierten Homosexualität ist keine Erfindung der Päpste, sondern steht schon in der Bibel (altes und neues Testament). Ob jemand den Aussagen der Bibel glaubt oder nicht, bleibt ihm überlassen. Die Christen sollten es. Da der Papst als Wächter der katholischen Lehre für die Christenheit spricht, sind seine Worte nur für Katholiken verbindlich, aber für jeden heilsam. Niemand wird gezwungen, katholisch zu sein. Das Christentum ist eine friedliche Religion, auch wenn menschliches Versagen – gegen die christliche Lehre – manchmal zu gegenteiligen Handlungen führte.Im Islam ist das anders. Der Islam ist eine der Lehre nach agressive Religion, die andere Religionen – nachweisbar – nur respektiert, solange diese in einem Land noch in der Mehrheit sind. Konversionen zu anderen Religionen stehen im Islam unter Todesstrafe, Andersgläubige werden benachteiligt bis verfolgt. Mord und Lügen gelten als Tugenden, sofern sie der Ausbreitung des Islam dienen. Die Scharia ist frauenfeindlich und grausam.
    Ohne Christentum gäbe es unsere jetzige Zivilisation nicht und ich weiß nicht, ob viele so leben möchten wie diejenigen Völker, die das Christentum ablehnen. Vielleicht wäre es hilfreich, sich das einmal vor Augen zu halten.
    Alle guten Sozialreformen gingen von Christen aus.
    Unser Gesundheitssystem krankt z.B.u.a. an dem Rückgang der Ordensleute, die früher ohne Lohn und mit Hingabe sich des Krankendienstes annahmen. Wer kümmert sich in aller Welt um Waisen, Hungernde und Verfolgte? Menschen, die Christen sind oder in einer christlich geprägten Zivilisation geprägt worden sind.Genaugenommen wird die christliche Lehre nicht abgelehnt, weil sie schlecht ist, sondern aus Unwissen und weil sie unbequem ist. Denn der Anspruch des Christentums ist hoch – und wer bekommt schon gerne Kritik zu hören?
    Lest doch einmal die Bergpredigt im Neuen Testament.DAS IST CHRISTENTUM.Wenn ihr wollt, nennt das Fundamentalismus.

  2. Bekehrungsversuch gescheitert. Bitte gehen sie weiter.

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