Der Dwarslöper

Am Anfang war die Flaschenpost. Skurrile Gedanken und Meinungen. Geschüttelt. Nicht gerührt.

Nachdenklich

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Wir hatten ihn am Abend zuvor noch in der Hafenkneipe getroffen. Er war an unseren Tisch gekommen, hatte uns herzlich begrüßt und sich sichtlich gefreut, uns zu sehen. Wir waren etwas verdutzt ob dieses Überschwangs, manchmal war er sehr stieselig.

Je nach Laune. Aber nicht an diesem Abend. Er strahlte, sah gut aus, war gut drauf. Er verbrachte die Sommermonate jedes Jahr auf seinem Boot. Gehörte einfach zum Hafen.

Bei einem Umtrunk vor einiger Zeit hatte er uns erzählt, dass er aus Berlin käme und früher am Völkerkundemuseum gearbeitet habe. Mehr wussten wir nicht von ihm. Nur seinen Vornamen: Gerd.

Gestorben am 29.04.2005 im Hafenbecken, ertrunken neben seinem Boot.

Der Gedanke, dass wir nur einige hundert Meter weit entfernt am nächsten Steg in unseren Kojen lagen, als es passierte, lässt mich nicht los.

Nichts gehört, nichts gesehen.

Scheißgefühl.

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