Der Dwarslöper

Am Anfang war die Flaschenpost. Skurrile Gedanken und Meinungen. Geschüttelt. Nicht gerührt.

Der Berg groovt /Teil 2

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Die Google-Suche beim BatzLog hat auch bei mir wieder Spuren hinterlassen. Der Berg groovt weiter.

Nachdem Reinhold Messner sich tanzend und singend von Laurenz Meyer entfernte und aus dessen Sichtweite war, legte er beim Schnappi-Song noch einen drauf. Voller Übermut texte er dazu: "Schni Schna Schnappi, maaaach dich nackig und komm mit mir nach Haus."

Natürlich hätte er diese Zeile nie in Gegenwart von Meyer gesungen, da er dessen erzkonservative Einstellung kannte. Er fühlte sich auf einmal so beschwingt und jung, wie lange nicht mehr. Vielleicht war das eine magische Suppe gewesen, die er gegessen hatte, und nicht nur eine einfache Tütensuppe, wie Laurenz behauptete.

Es war müßig, darüber nachzudenken. Je länger er das Lied sang, umso erregter wurde er. Seine Gedanken schweiften ab, es fiel ihm die letzte Orangensaftwerbung im Fernsehen mit nackten Frauen ein. Plötzlich stand ihm das Bild von Barbara Schöneberger vor Augen, die gefesselt, nackt und mit nichts bekleidet als Armeestiefeln, auf den Knien lag, und von Birgit Schrowange in einem knappen Tanga aus dem Hause ADLER-Moden, ausgepeitscht wurde. Dabei schrie sie immer wieder: "Ach, mach’s noch mal. Das ist eine der schönsten Verhörtechniken."

"Wart es nur ab, " keuchte die Schrowange. “Du wirst dich noch wundern." Barbara wusste nicht, dass es zu den neuesten Trends in der SM-Szene gehörte, den ausgepeitschten Salz in die frischen Wunden zu reiben. Einige Hetero-Jungen waren da noch etwas zimperlich, aber auch die würden schon noch auf den Geschmack gebracht werden. Wer sich nicht fügen wollte im Club, wurde zur Höchststrafe verurteilt. Ein jahrlang Klamotten von ADLER.

Was ist dagegen schon ein bisschen Salz?

Reinhold erschrak ob seiner Phantasien. Was war nur los mit ihm? Seit wann bekam ihm die dünne Luft in den Bergen nicht mehr? Bisher war er immer ganz friedlich von seinen Touren zurückgekehrt. Still und ausgeglichen. Er musste handeln, sofort.

Mehr hastend als tanzend folgte er dem verschlungenen Pfaden hinab ins Tal. Er eilte zum Bahnhof, um den nächsten Zug nach Erfurt zu besteigen. Dort praktizierte sein Ex-Freund, Robert Rankel, ein bekannter Psychophat, der sich, wenn auch kritisch, mit dem Gebiet "Tagträume und Traumdeutungen" auseinandersetzte. Seine Methoden waren nicht ganz unumstritten, aber Reinhold war klar: nur Robert könnte ihm helfen.

In Erfurt angekommen, wählte er die Nummer der Praxis. Eine weibliche Stimme säuselte: " Die Leitung ist zur Zeit besetzt, bitte haben sie etwas Geduld.“ und es ertönte ein Lied: "Schni Schna Schnappi, Schnappi, Schnappi, Schnappi… Sein Körper wiegte sich langsam im Takt und er begann zu tanzen.

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