Der Dwarslöper

Am Anfang war die Flaschenpost. Skurrile Gedanken und Meinungen. Geschüttelt. Nicht gerührt.

Ein Wintermärchen

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Es war einmal ein kleiner Junge, der war immer sehr lustig und zu Späßen aufgelegt. Deshalb beschloß er eines Tages: "Wenn ich mal groß bin, werde ich berühmt."

Also übte er fleißig und trieb seinen Schabernack mal hier, mal da. Überall auf den Marktplätzen und Kirmesbuden im ganzen Land konnten die Leute ihm zusehen. Sie lachten sich schier krumm, wenn er auftrat, weil er so sprach, wie ihm der Schnabel gewachsen war. Alle konnten ihn verstehen, auch noch der dümmste Bauer. Eines Tage fiel er einem Martkhändler auf, der sehr reich war. Von nun an durfte er dessen Waren mit lustigen Sprüchen anpreisen, und auch das fanden die Menschen toll und kauften wie verrückt.

Weil er nun wirklich fast berühmt war, holte ihn der König der Spaßmacher an seinen Hof. Die nächste Aufführung führte sie in eine Stadt, die der junge Mann gut kannte. War er doch dereinst dort aufgewachsen. Deshalb freute er sich ganz besonders auf diesen Auftritt.

Da sich bisher immer alle Leute über seine Keckheiten gefreut und darüber gelacht hatten, gingen mit dem Knaben auf der Bühne die Pferde durch. In seinem jugendlichen Überschwung neckte er eine junge Maid, die sich ihm genähert hatte, mit den Worten: " Also, wenn ich dich so ansehe. Frag doch mal unseren Pferdedoktor, ob er irgendwas für dein Gesicht tun kann. " Das Mädchen war ob dieser Bemerkung sehr betrübt und traurig, doch das Publikum johlte und klatschte und pfiff vor Freude.

Der junge Spassmacher hatte nicht mit dem Zorn der jungen Frau gerechnet. Am nächsten Tage beschwerte sie sich bei dem Bänkelsänger , der nun seinerseits begann , auf den Jungen in seinen Liedern einzuprügeln. Und da immer viele Menschen diese Liedern hörten, und sich einige empörten wegen der Frechheit des Knabens, schlugen die Wogen bald hoch. Volkesstimme ertönte laut und unüberhörbar und verlangte Genugtuung.

Ein Advokat, der sehr schlau war, machte sich an das junge Mädchen ran, um es davon zu überzeugen, daß ihre Ehre beschädigt und gekränkt worden sei. Deshalb müsse sie den jungen Raubautz anklagen und von ihm 5000 Goldtaler als Entschädigung fordern. Dabei rieb er sich die Hände, da ihm davon eine erkleckliche Summe zustand für seine Beratung.

Dies kam nun auch dem König der Spaßmacher zu Ohren. Er fürchtete um seinen guten Ruf. Nun begann auch er, auf den Burschen einzudreschen, verbannte ihm von seinen Hof, hofierte die junge Maid und sagte, es sei nur rechtens, den Jungen zu verklagen. Der müsse für seine Unverschämheit Lehrgeld zahlen. Dabei katzbuckelte und verrenkte er sich so sehr, dass man um sein Rückgrat fürchten mußte.

Der Junge aber verstand die Welt nicht mehr. Obwohl er demütig die Maid um Verzeihung bat, beharrte diese auf dem Schadensersatz.

Insgeheim hatte sie nämlich beschlossen, sich von dem Geld Stutenmilch für ihr Gesicht zu kaufen. Und Eselsmilch, in der schon Cleopatra badete. Dieses teilte sie ihrem alten Oheim mit, der Müller war.

Der schaute zweifelnd in ihr Gesicht, kratzte sich dann am Hinterkopf und murmelte dann: " Ja mei, wenn's schä macht." Sie aber warf den Kopf in den Nacken, schürzte ihre Lippen und antwortete nur schnippisch: " Wetten, dass?…."

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